Relative Strength Index (RSI)

Es ist zu beachten, daß trotz des Namens Relative Strength Index dieser Ozillator nichts zu tun hat mit der relativen Stärke (RS), die ein sehr wichtiger Indikator ist für Aktien, Rohstoffe und die Intermarket-Analyse. Die Formel lautet:

100 – (100 : 1 + (U : D))

Wobei U die Preisveränderung ist im Aufwärtstrend und D in der Abwärtsbewegung.

Divergenzen

Beim RSI kommt es in der Regel zu mehreren Divergenzen, so daß die Divergenz-Signale hier recht kompliziert auszuwerten sind.

Trendlinien und Formationen

Formationen sind hier relativ selten, dagegen sind die Trendlinien sehr wichtig, sie lassen sich häufig sinnvoll ziehen und Trendliniendurchbrüche sollte man immer beachten. Ebenfalls Widerstands- und Unterstützungszonen, überhaupt das ganze Instrumentarium der Chartanalyse läßt sich hier gut einsetzen. Besonders wichtig ist, daß der RSI die Eigenschaft hat, daß er meist früher durch seine Trendlinien bricht als die Kurse. Dies ist wahrscheinlich die wichtigste Anwendungsform für den RSI.

RSI Varianten

Das Dynamic Momentum ist ein RSI, der mit der Volatilität der letzten fünf Tage gewichtet wird. Es stammt von Chande. Die Interpretation ist im wesentlichen dieselbe wie beim RSI, der Indikator ist aber deutlich schneller, hat daher den Vorteil, daß er häufig einen Vorlauf vor den Kursen hat und kann so günstig zur Beurteilung möglicher Breakouts benutzt werden.

Seitwärtsbewegungen

Man kann häufig den Ausbruch aus einer Seitwärtsbewegung prognostizieren, indem man auf den Verlauf des RSI achtet. Steigt dieser zum Beispiel an, was bedeutet, es bilden sich im Verlauf der Seitwärtsbewegungen höhere Tiefs, wird der Ausbruch in der Regel nach oben geschehen. Bilden sich aber im Verlauf der Seitwärtsbewegung tiefere Hochs, wird der Ausbruch nach unten gehen. Dies ist eine relativ unbekannte Eigenschaft des RSI.

Die Prognose dreht sich radikal in die andere Richtung, wenn diese Formation scheitert auf der Basis eines Trendliniendurchbruches: Nehmen wir zum Beispiel an, während einer Seitwärtsbewegung im Preis hätte der RSI eine Folge von höheren Hochs gebildet, was ein bullishes Signal ist. Würde er jetzt die Trendlinie unter diesen Böden nach unten durchbrechen, wäre das Signal nicht nur bearish, sondern stark bearish.

Bemerkungen

Trotz der Beliebtheit muß man sagen, daß es mittlerweile bessere Oszillatoren gibt. Der RSI ist relativ aussagearm, da er langsam ist und sehr lange im Mittelfeld herumirrt. Wenn man ihn also benutzen will, sollte man sich auf seine zwei Stärken konzentrieren: Er gibt gute Formationen, besonders Widerstands- und Unterstützunslinien, sowie Trendlinien. Er hat eine etwas andere Idee als die meisten anderen Oszillatoren und ist deshalb teilweise geeignet mit ihnen kombiniert zu werden, weil sich dann die Wahrscheinlichkeiten addieren.

Der RSI als Langfristindikator

Sobald der RSI auf Monats-Charts unter 20 fällt, handelt es sich um eine Extrem-Situation, die selten vorkommt und eine Bodenbildung andeutet. In Extremsituationen können Werte von 16 oder 15 erreicht werden. Normalerweise folgt darauf eine scharfe Gegenreaktion, aber der RSI ist eben nicht für das Timing brauchbar.