Aktienindizes
Aktien Crash Warnungen
Ziemlich gute Crash-Warnungen gibt der Will-Spread-Indikator, ein Intermarket-Oszillator, bei dem die Performance des Aktienmarktes gemessen wird an der Performance der Bonds.
Das Verhältnis CRB/Bond-Zinsen als Crash-Indikator
Man dividiert den CRB durch die Rendite der zehnjährigen Bonds. Wichtig sind vor allem Widerstandszonen und Trendlinienbrüche. Ein steigender Wert zeigt immer, daß die Inflation zunimmt und dies ist Gift für die Anleihen. Es handelt sich allgemein um einen der besten langfristigen Indikatoren für den Aktienmarkt. Eine Crash-Gefahr tritt dann immer dann auf, wenn zuvor Anleihen und Aktien sehr stark gestiegen sind.
Fundamentalanalyse und Crashs
Wie an anderer Stelle gezeigt, scheitert der Versuch, die Fundamentalanalyse für das Handeln mit Aktien zu benutzen. Interessanterweise hat sie einen gewissen Wert bei der Prognose von Crashs, ist aber auch hier nicht für ein exaktes Timing geeignet. Der KCV, also der Cash-Flow des Gesamtmarktes, erreicht vor einem Crash normalerweise ein neues Hoch und zwar einen Extremwert, höher als in den letzten Jahren zuvor. Nicht immer folgt darauf ein größerer Crash, aber meist immer eine Korrektur. Besonders crashverdächtig ist es, wenn dabei noch die Zinsen steigen, weil dann ein Großteil des Cash-Flows von den Zinsen geschluckt wird. Man kann dies auch als Prozentsatz berechnen und chartieren. Ein sehr sicheres Zeichen ist es, wenn nach den Regeln der Fundamentalanalyse man praktisch keine kaufenswerten Aktien mehr findet. Bei diesen Untersuchungen wurden meist der Veräußerungswert und der Substanz- wert zugrundegelegt, die aber schwierig zu berechnen sind. Aber auch bringt der leicht zu berechnende Buchwert bei Marktwendepunkte gute Ergebnisse.
Divergenz Bond/Aktienmarkt
Jedem Top am Aktienmarkt geht im Normalfall der Top bei den Bonds zeitlich voran. Je länger der Abstand ist, desto crash-verdächtiger wird es. Der Grund wird meist übersehen: Man redet viel von Fluchtkapital, das von Aktienmärkten in Bonds fließt, aber nach einem Top bei den Bonds ist auch das umgekehrte der Fall. Verunsicherte Anleger gehen in den Aktienmarkt, weil dieser nach wie vor steigt. Dies führt dann dazu, daß die Hausse am Aktienmarkt künstlich verlängert wird, weit über die Fundamentals hinaus. Zu einem Crash kommt es dann immer, sobald die erste Drosselung der Liquidität einsetzt. Die Aktien-Crashs von 1929 und 1987 sind typische Beispiele. Man in solchen Situationen also sehr genau auf die Politik der Notenbanken achten.
Der Domino-Effekt
Hierunter versteht man die Abfolge: Währungsverfall>Bond-Crash>Aktiencrash. Die sinkende Währung importiert Inflation und zwingt zu höheren Zinsen, letztlich auch am langen Ende, um das Anlagekapital in der Währung zu halten. Dies schwächt dann die Aktienmärkte. Damit sich daraus ein echter Crash entwickelt, sollte dann noch eine sinkende Überschußliquidität hinzukommen und eine sich verschlechternde Marktpsychologie.
Der metonische Sonnenzyklus
Alle 19,2 Jahre besteht eine erhöhte Crash-Tendenz, immer wenn ein metonisches Sonnenjahr zu Ende ging. Dies bedeutet nicht, daß es dann einen Crash geben muß, aber alle größeren Crashs fallen eben in diese Jahre. Das nächste Ende des metonischen Sonnenjahres fällt in das Jahr 2006. In den Jahren, die die Hälfte des Zyklus ausmachen, also alle 9,6 Jahre, besteht nur eine Befürchtung des Crashs, die Börsen sind verunsichert, normalerweise tritt aber keiner ein.
Astrologische Crash-Prognose
Graf von Schweinitz benutzt die Mondphasen zur Prognose der Möglichkeit, ob in den Jahren des metonischen Sonnenzyklus oder auch in anderen ein Crash möglich ist. Unterteilt man nämlich den Mondmonat von 28 Tagen in vier Viertel, dann wird die Crash-Gefahr umso größer, je später das dritte Mondviertel liegt im Oktober, besonders, wenn es in den November hineinreicht. Umso geringer wird eine Crash-Gefahr, je weiter sich das dritte Mondviertel in Richtung Anfang des Oktobers verschiebt. Weitere Ausführungen finden Sie bei Astrologie. Es gibt natürlich noch eine Vielzahl von anderen Hinweisen auf einen Crash, zum Beispiel die astrologischen Zyklen oder der Zusammenhang zwischen den Eklipsen und Markteinbrüchen.
Crash und Chaos-Theorie
Analysiert man die Kurse mit Hilfe der fraktalen Geometrie, so ergibt sich ein typisches rhythmisches Zittern vor größeren Crashs. Die Hochs rücken vor dem Crash immer enger zusammen und zwar verringert sich der Abstand, was den S&P angeht, um einen Faktor, der zwischen 1,5 und 1,7 schwankt, das heißt die Anstiege werden immer kleiner. Der Crash beginnt dann, wenn die Anstiege fast schon gegen 0 gestrebt sind aufgrund der Verringerung um jeweils diesen Faktor. Das umgekehrte Bild weisen die Höchststände nach dem Crash auf, die Abstände erweitern sich dann in diesem Rhythmus. Die Verhältniszahl wurde empirisch gefunden, möglicherweise macht sie 2/3 aus oder ds Fibonacci-Verhältnis von 61,8% der Hälfte der Feigenbaum-Zahl. Diese Konstante (2,3346)wurde nämlich bei anderen Untersuchungen ebenfalls in Aktienkursen nachgewiesen.
Die fünf Grundmerkmale einer oberen Trendwende am Aktienmarkt
- In den Wochen vor der Wende treten bei einer Reihe von Spitzenwerten starke Kurseinbrüche auf.
- Man muß die geltenden Steuergesetze beachten. Man kann dann nach starken Kurssteigerungen den Zeitpunkt feststellen, an dem größere Gewinnmitnahmen stattfinden werden.
- Das wohl wichtigste Signal ist das Churning: stark steigende Umsätze bei gleichbleibenden Kursen, dies gilt besonders dann, wenn gleichzeitig die Differenz zwischen Tagestief und Tageshoch sehr groß ist. Dabei können im Index durchaus neue Höchstwerte erreicht werden, aber die Abstände zu den alten Höchständen werden immer kleiner. Dieses Zeichen tritt manchmal zuerst beim Index für spekulative Werte auf.
- Wenn bei großen Umsätzen die Tagesschlußkurse nahe den Tagestiefständen liegen, so ist das ein deutliches Zeichen, daß Distribution stattfindet. Da zu diesem Punkt die Kurse oft noch steigen, verschlafen viele Anleger dieses Signal.
- Typisch ist das Auftreten kleiner Erholungsrallye’s, in denen die Börse wieder zu ihren alten Hochs zurückkehrt. Vorher sacken die Kurse, noch stärker aber die Umsätze, etwas ab, das heißt ein Vakuum tritt auf. Nach etwa 4Tagen seten dann kleine Erholungsrallyes ein. Das Scheitern dieser Erholung kann man an drei Merkmalen erkennen, von denen mindestens eines vorliegen muß:
– Es wird weniger als die Hälfte des Kursverlustes wettgemacht, der Umsatz sinkt immer mehr ab im Vergleich zum Vortag.
– Die Kurse steigen im Vergleich zum Vortag immer weniger an.
– Manchmal wird die Erholung auch abrupt gestoppt, am zweiten Tag der Erholung wird stark eröffnet, gegen Ende erfolgt ein Einbruch.
Volumen bei oberen Trendwenden
Typisch für die Wende ist es auch, daß der Umsatz immer dann stark zurückgeht, wenn die Kurse fallen. dieses Zeichen wird von den meisten Börsenexperten nicht beachtet, da sie annehmen, Kursveränderungen mit kleinen Umsätzen seien nicht so wichtig. In Wahrheit haben die Profi’s jedoch breits bei steigenden Umsätzen verkauft, so daß die kleinen Umsätze völlig normal sind und schon das Ende der Wendephase kennzeichnen. Betrachtet man die stündlichen Umsätze, so fällt auf, daß in der Phase der Erholungsversuche die Umsätze immer lustloser werden und erst wieder ansteigen, wenn die Kurse wieder fallen. Im Grunde deutet jede Divergenz auf eine Trendwende hin. Hierbei sind zwei Fälle zu unterscheiden:
- Neue Hochs im Kurse bei sinkenden Umsätzen.
- Steigendes Volumen, das kaum von neuen Hochs bzw. Kursanstiegen begleitet wird. In diesem Fall muß der Zustand längere Zeit andauern, um eine Trendwende anzudeuten.
Der Hedge-Zyklus als Crash-Verursacher
Liegt auf einem Optionsbasispreis ein sehr hohes Open Interest, so wird sich dieses Preisniveau als wichtiger Widerstand oder Unterstützung erweisen. Häufig ist dies dort der Fall, wo eine runde Zahl oder ein gleitender Durchschnitt liegt oder eine andere charttechnisch wichtige Marke. Werden solche Niveaus dann dennoch herausgenommen, dann steigt die Volatilität sehr stark an. Grundsätzlich versuchen die Händler nämlich, an solchen Punkten die Kurse zu stützen, damit die von ihnen geschriebenen Optionen wertlos verfallen. Meist werden diese Niveaus daher nur kurzfristig herausgenommen, durchbrechen die Kurse aber ein solches Niveau deutlich, dann sind die Optionshändler gezwungen, den zugrunde- liegenden Markt leer zu verkaufen. Das führt dann immer zu Crashs.
Der Rendite-Spread als Crash-Indikator
Der Renditespread (Quotienten aus den Renditen von Lang- und Kurzläufern) ist in erster Linie ein Bond-Indikator. Sein Niveau aber kann einen Crash andeuten, wenn es bestimmte Extremwerte erreicht und dabei das Zinsniveau insgesamt noch steigt. Der Gefahrenbereich beginnt ab 1,4; spätestens ab 1,45. Er ist erkennbar durch eine weit auseinandergezogene Zinsstruktur, also eine verschärft normale Form. Werte unter 1 deuten auf eine extreme Inversität hin, meist sinken sie in der Rezession nur auf Werte zwischen 1 und 1,2.
1%-Verkaufstag
Dies ist zwar kein echter Crash-Indikator, denn er kommt häufiger vor, aber jeder Crash wird davon eingeleitet. Nach einer Periode von steigenden Preisen von zumindest zwei Wochen, müssen Dow, S&P, Nasdaq 100 und Russell 2000 alle mindestens 1% close down sein am gleichen Trading-Tag. Solche Tage sind häufig Trendbrecher und können einen schweren Preisverfall einleiten. Man kann die Regel variieren. Es reicht, wenn ein Index nur 0,75% fällt, wenn die anderen drei deutlicher fallen als 1%, um mindestens 1,5%. 0,75% ist aber das Limit, denn wenn ein Marktsegment weniger fällt, ist das ein Zeichen, das hier zumindest Kaufinteresse vorhanden war. Das Signal ist nicht besonders sicher. Der Wert besteht jedoch darin, daß man am Tag danach oder am übernächsten Tag spätestens weiß, wenn es sich um Fehlsignal handelt und dann ist es eine sehr gute Bestätigung für die Beibehaltung des Aufwärtstrends.
Ein System zur Crash-Prognose von Andrew Goodwin
Man benutzt:
- T-Notes von 10 Jahren und zwar den GD aus den jeweils tiefsten wöchentlichen Schlußkursen der letzten 10 Wochen.
- Den Future auf den Dollar-Index und zwar den GD der tiefsten Wochenschlußkurse der letzten acht Wochen.
Ein Crash-Signal tritt auf, wenn beide Märkte unter den erwähnten Gleitenden Durchschnitten liegen und gilt für die nächsten 20 Tage. Ändert sich an der Situation nichts, sollte man maximal 40 Tage auf short spielen. Treten dann aber weiterhin in der nächsten Woche neue Signale auf, dann gelten sie wiederum für 40 Tage.
Der Coppock als Crash-Indikator
Der Coppock ist in fast allen Chartprogrammen enthalten und wird üblicherweise als Langfristmomentum des Aktienmarktes benutzt. Für die Crash-Prognose berechnet man ihn allerdings auf Tagesbasis. Bei fast allen größeren Bärenmärkten bildet er dann ein typische Form aus. Er macht zunächst eine Divergenz zum Aktienindex. Während dieser steigt, macht er eine längere Seitwärtsbewegung. Kurz vor Beginn des Crashs durchbricht der den tiefsten Punkt dieser Seitwärtsbewegung nach unten. Man zeichnet also hierzu eine Trendlinie unter die Seitwärtsbewegung im Indikator.
Bemerkung
Grundsätzlich bilden natürlich alle Indikatoren vor einem Crash Tops aus, allerdings eignen sich eben nicht alle dafür, etwas über die Größe der folgenden Bewegung auszusagen. Man kann jedoch mit vielen anderen jedoch ebenfalls Ergebnisse erzielen, jedenfalls nicht für das Timing, wenn man mit langfristigen Indikatoren arbeitet und auf historische Überkauft-Situationen achtet, ein Beispiel sind die GD-Bänder.