Aktienindizes
Warum Handelssysteme scheitern
Im folgenden werden einige grundlegende Trading-Systeme für den Aktienmarkt gezeigt. Eine Vielzahl von weiteren Trading-Systemen finden Sie in der Kategorie Daytrading. Auch diese sind in der Regel für den Aktienmarkt gut geeignet, teilweise auch für kurzfristiges Traden, also nicht nur für reines Daytraden. Alle Trading-Systeme sind aufgrund vergangener Daten entwickelt worden und an diese angepasst. Da die Märkte sich ständig verändern, bedeutet dies, daß alle Systeme sich ständig verschlechtern, was ihr Ergebnis angeht. Alle mechanischen Systeme haben darüberhinaus sehr große Draw-Downs (das sind Verlust- strecken, die Teile des Vermögens aufzehren) und sind daher für private Trader unattraktiv. Nahezu alle Fonds benutzen zwar mechanische Systeme und machen mit ihnen teilweise konstant Gewinne, aber abgesehen davon, daß es dann sinnvoller ist für einen privaten Investor, in diese Fonds zu gehen, handelt es sich um hausgemachte Systeme, die ständig weiterentwickelt werden, diese sind natürlich nicht käuflich.
Die käuflichen Systeme, sei es in Büchern oder in Trading-Seminaren, sind also schon aufgrund der Tatsache, daß sie verkauft werden, keine Gewinnsysteme, denn warum sollte ein System-Entwickler ein System für einige hundert Dollar anbieten, wenn er es für einige Millionen an einen Fond verkaufen könnte. Darüberhinaus werden sie häufig jahrzehntelang nur wenig verändert verkauft, was natürlich von vornherein ausschließt, daß sie heute noch Gewinne machen können. Darüberhinaus sind die meisten Systemverkäufer mittlerweile multinationale Unternehmen geworden, die ihre Systeme weltweit vertreiben. Wenn aber einige hundert oder einige tausend Trader dasselbe System anwenden, entstehen furchtbare Slippage-Verluste, da dann gleichzeitig zu viele Leute versuchen, in den Markt zu kommen.
Welchen Sinn haben dann die folgenden Systeme?
Die folgenden Systeme sind überwiegend der Literatur entnommen. Die Verfasser übernehmen also keine Haftung für das Funktionieren. Diese kann hier natürlich auch nicht gegeben werden. Darüberhinaus ist es grundsätzlich nicht sinnvoll, in Systemen zu traden, da die Märkte sich ständig ändern, daher sind die folgenden Systeme nur gedacht zur Anregung dafür, sich eigene Systeme zu entwickeln, die den jeweiligen Marktbedingungen entsprechen.
Außerdem handelt es sich um Systeme, die überwiegend aus den 1990ern stammen und traditionelle Indikatoren verwenden, diese sollten ergänzt werden durch die modernen Indikatoren, sowie weitere hier empfohlene Verfahren, wie Gann-Angles, Fibonacci-Niveaus, Murrey- oder Planetenlinien. Grundsätzlich sollte man nicht nach Systemen handeln, sondern mit Indikatoren, mit der Marktlupe, sowie mit den anderen auf dieser Site unterrichteten Trading-Verfahren, bei Widerstands- und Unterstützungslinien feststellen können, wie der Markt sich entwickeln wird.
Darüberhinaus ist es allerdings ebenso wichtig, daß man sinnvolle Ideen entwickelt, die das konkrete Verhalten der Marktteilnehmer ausnutzen. Dazu ist der fundamentale und technische Hintergrund nötig, der ebenfalls auf dieser Site vermittelt wird. Die folgenden Systeme nun zeichnen sich alle dadurch aus, daß sie von solchen Ideen ausgehen. Sie heben sich damit positiv von der großen Masse der käuflichen Systeme ab, die einfach kurzfristig optimiert sind oder, was noch schlimmer ist, einfach sinnlose Breakout-Regeln aufstellen, die schon seit Jahrzehnten nicht mehr funktionieren. Die folgenden Systeme geben also Anregungen für die Gestaltung des eigenen Handelns.
Eine ganze Reihe von Systemen, die speziell für das Daytrading des Aktienmarktes geeignet sind, finden Sie HIER. Außerdem gibt es noch Seiten für Breaksysteme und Anti-Breaksysteme. Die hier besprochenen Systeme für den Aktienmarkt sind speziell für ihn entwickelt worden. Sie finden darüberhinaus auf den Seiten Daytraden eine ganze Reihe von Systeme, zum Beispiel Breaksysteme, Antibreaksysteme und andere Daytrading-Systeme, die auch für den Aktienmarkt geeignet sind. Systeme speziell für Einzelaktien finden Sie HIER.
Das einfachste Trading-System
Man verbindet hier drei Elemente: Trendindikatoren, Oszillatoren und Bänder, zum Beispiel die Bollinger-Bänder oder GD-Bänder. Das Signal eines Oszillators ist normalerweise immer korrekt, sofern einerseits kein Trend besteht, andererseits sich die Kurse an einem Extrem eines Bandes befinden. Man muß also zunächst feststellen, wann sich ein Oszillator, zum Beispiel das Ultra-Smooth-Momentum, im Extrembereich befindet und ein Signal für eine Wende gibt und sich die Kurse gleichzeitig auf der jeweils dazugehörigen Seite der benutzten Bänder befinden, eben auch am Extrem.
Man muß jetzt mit einem Trendindikator, zum Beispiel dem Fractal-Trend-Index, prüfen, ob ein Trend vorliegt. Ist dies der Fall, so verzichtet man auf den Trade, liegt kein Trend vor, wird der Trade ein Gewinn werden. Grundsätzlich, also ohne Stops zu berücksichtigen, funktioniert dieses System zwangsläufig. In der Praxis wird man aber Stops setzen müssen. Hier liegt die eigentliche Schwierigkeit, wie bei den meisten erfolgreichen Trading-Systemen. Setzt man sie zu eng, wird man zu häufig ausgestoppt, setzt man sie zu weit, können die Verluste zu groß werden. Es empfiehlt sich daher, das Ganze mit konkreteren Timing-Signalen zu verbinden, etwa mit verschiedenen Mustern.
Das Wizzard-System von Andrew Goodwin
Dieses System wird als Beispiel dafür gezeigt, wie man die Signale eines einfachen Oszillators, in diesem Fall des RSI, durch Verbindung mit einem Intermarket-Indikator so weit verbessern kann, daß eine ungewöhnlich hohe Trefferquote erreicht wird. Da der RSI an und für sich keineswegs der beste Indikator ist, sollte man ähnliche oder bessere Ergebnisse mit anderen Indikatoren, auch mit den modernen Indikatoren, leicht erreichen können.
Grundlage sind die Signale des RSI, wobei nicht die üblichen Extremwerte benutzt werden, sondern die Werte von 0,4 und 0,75. Man kauft, wenn der Wert von 0,4 überschritten wird und nimmt die Gewinne mit beim Überschreiten der 0,75-Linie. Allerdings werden die Gewinne z. T. schon vor dem Erreichen der 0, 75-Linie mitgenommen, wenn beide Intermarket-Signale negativ werden. Als Intermarket-Filter werden benutzt:
- Der Zins-Future auf die T-Bills
- Der Zins-Future auf die T-Notes von 10 Jahren
Die Signale des RSI beim Überschreiten der 0,4-Linie werden nur dann gehandelt, wenn beide Zins-Futures ebenfalls positive Signale geben, sie werden also als Filter benutzt. Als positiv wird dort angesehen, ob beide Zins-Futures über ihrem 40-Wochen-GD sind. Im ursprünglichen System benutzte Goodwin dabei lediglich die Schlußkurse der jeweiligen Wochen.
Goodwin arbeitete ohne Stop Losses und empfiehlt eine Absicherung mit Optionen. Der Umstand, daß er auf Stops verzichtete, erklärt z. T. die hohe Trefferquote des Systems mit 82%. Die Gewinne werden natürlich bei einem solchen Vorgehen stark reduziert durch den Optionskauf, andererseits hat man den Vorteil, daß man nicht ausgestoppt wird. Das Gewinn/Verlustverhältnis war immerhin positiv, aber nicht besonders gut mit 1, 82. Der Draw-Down war mittelmäßig mit 7700$.
Ein Crash-System
Es stammt ebenfalls von Goodwin und benutzt die gleichen Kriterien. Im Gegensatz zum obigen System hat es ein Gewinn/Verlustverhältnis von 9 : 1, also extrem günstig und eine Trefferquote von 82%, allerdings treten die Signale relativ selten auf.
Der „Pariser Marsch“
Es handelt sich um ein System für den Hexensabbath, also den Optionsverfallstermin. Das Signal taucht nicht allzu oft auf, da man nur tradet, wenn im Vorfeld eine ungewöhnliche Volatilität besteht. Es hat dann aber eine relativ hohe Trefferquote von fast 80% und ein Gewinn/Verlust-Verhältnis von 2,5. Als „Pariser Marsch“ bezeichnet man die Taktik der großen Häuser, die diese anwenden, wenn viele kleine Spieler der Versuchung nicht widerstehen konnten, kurz vor dem Verfallstermin billige Out-of-the-Money-Optionen zu schreiben.
Die großen Häuser haben im Vorfeld diese billigen Optionen eingesammelt, (in der Regel schreiben die kleinen Spieler Puts und die großen kaufen die Calls) und kaufen jetzt diese Aktien und treiben so die Kurse hoch. Dies zwingt die Schreiber der Optionen sich glattzustellen, also die Aktien ebenfalls zu kaufen. Die kleinen Spieler werden dazu von den Banken verleitet und von den Bewertungssystemen, da formal gesehen die Put-Optionen überteuert sind, das Schreiben also sinnvoll wäre. Dadurch entsteht am Verfallstermin eine unnatürliche Nachfrage.
Am nächsten Tag, also am Montag, weist der Markt dann die Tendenz auf, zu sinken, da die künstliche Nachfrage verschwunden ist. Um zu wissen, ob ein Pariser Marsch stattgefunden hat, muß man auf ungewöhnliche Volatilitätsveränderungen achten in der letzten Woche der Optionslaufzeit. Die Volatilität sollte entweder mehr als 140% betragen von der durchschnittlichen Range betragen an einem Tag oder weniger als 70%. Man kann die letzten fünf oder die letzten drei Tage nehmen. Natürlich müssen dann auch am Freitag die Kurse gestiegen sein und dabei wichtige Optionsniveaus erreichen. Man tradet dann am Montag in Zusammenhang mit Indikatoren nach unten.
Das VIX-Reversal-System von Connors/Hayward
Dieses System nutzt die Eigenschaft der Volatilität aus, „Mean Reverting“ zu sein, also ständig zwischen Hoch und Tief zu schwanken und zwar ziemlich zyklisch. Eine Variante stammt von David Landry. Es wird bei den Volatilitätsindikatoren besprochen.
Titanic-Indikator
Er gehört zu der zahlreichen Gruppe, die die New Highs verbindet mit der AD-Linie. Er stammt von William Omaha. Zunächst müssen zwei grundlegende Bedingungen gegeben sein:
- Der Dow macht ein neues 52-Wochen-Hoch
- Die 52-Wochen-täglichen Tiefs sind mindestens gleich groß den täglichen Hochs für mindestens 7 Trading-Tage (vielleicht meint er den 52-Wochen-GD)
Sind beide Kriterien erfüllt, so muß man auf zwei bestätigende Signale warten:
- Die fallenden Werte an der NYSE müssen für zwei aufeinanderfolgende Tage 1000 übersteigen und an einem dieser Tage muß die AD-Ratio kleiner sein als 0,25
- Während sieben Trading-Tagen muß es mindestens vier Tage geben mit mehr als 1000 fallenden Werten
Ist alles gegeben, so wird ein Verkaufssignal ausgelöst. Das Signal dreht sich in ein Kaufsignal, wenn das 52-Wochen-Hoch mit 2% nach oben herausgenommen wird. Der Titanic-Indikator identifiziert jene Gipfel, die bei einer schwachen Marktstruktur gemacht werden. Wie der Name sagt, ist der Indikator als Warnung vor Markteinbrüchen gedacht, er erzielt jedoch noch bessere Ergebnisse, wenn man wartet bis die Korrektur, die er anzeigt, zu Ende ist und die Kurse dann über sein Hoch steigen, also wenn man ihn als Long-Indikator nimmt.
Ein System für den Globex
Werte, die wenig Liquidität haben, zeigen immer wieder falsche Bewertungen, diese kann man durch scalpen ausnutzen. Das folgende System benutzt die mangelnde Liquidität im Globex. Bei ihm ist es typisch, daß er viel zu spät auf bullishe oder bearishe Nachrichten reagiert, da die großen Aufträge häufig Stunden im Markt liegen bis sie ausgeführt werden. Man kann hier in wenigen Minuten viel Geld machen. Das System funktioniert in fünf Schritten:
- Man nimmt täglich die Fair Value-Differenz zwischen S&P Future und S&P Kassa. Man erhält sie von CNBC oder vom Broker. Nehmen wir als Beispiel, daß der Fair Value für den Future um 1, 42 Punkte über dem Kassakurs liegt.
- Drei Minuten nach dem Close nimmt man den Kassa-Kurs und addiert den Fair Value. Die 3-Minuten-Regel basiert darauf, daß es drei Minuten braucht, um die Market-on-Close-Orders auszuführen.
- Zu der so errechnten Zahl addiert man 0,5 Punkte. Nehmen wir an, der Kassa-Markt liegt drei Minuten nach dem Close bei 469,10 so erhalten wir einen Wert von 471, da wir 1,42 addieren und 0,5 und abrunden.
- Auf diesen Preis setzt man einen Sell-Stop auf den Future. Ist man im Markt, schließt man sie am Fair Value, also 50 Punkte unterhalb des Ausführungspreises im Globex. Die Position darf aber nicht mit Konjunkturnachrichten um 08.30 Uhr am nächsten Morgen kollidieren, man muß sie vorher schließen.
- Wenn der S&P-Future um einen sehr großen Wert über dem Fair-Value +50 Punkte liegt, ist der Markt sehr stark, man bekommt dann eventuell eine höhere Ausführung, wenn man Market-on-Close verkauft.
Wir handeln diese Methode nicht von der Long-Seite, denn über Nacht sind die Trader meist vorsichtig und eher bearish und kaufen erst nach den ersten Nachrichten. Die Idee des System ist also, die Tendenz auszunutzen zu korrigieren im Globex, immer dann, wenn der Markt über dem Fair Value gehandelt wird. Nicht immer gelingt es mit diesem System auf dem Höchstpreis zu verkaufen, häufig steigt der Markt noch etwas stärker um dann erst zu sinken.
Es kommt auch häufig vor, daß große Aufträge stehen bleiben auf demselben Preis, obgleich schon Nachrichten herausgekommen sind, die in die Gegenrichtung deuten. Liegt zum Beispiel ein großer Kaufauftrag im Markt und es kommen bearishe Nachrichten heraus, lohnt es sich meist, diesen Auftrag herauszunehmen, weil danach sofort die Preise sinken und man sich glattstellen.
Outside-Tag-System
Allgemein ist ein Outside-Tag ein Tag, an dem große Emotionen am Markt herrschten. Dies spricht allgemein häufig für einen Trendwechsel. zum Beispiel erhält man ziemlich hohe Trefferquoten bei der Kaufseite, wenn die Kurse beim Aktienmarkt gesunken waren, auch am Outside-Tag und am nächsten Tag die Eröffnung unterhalb des Schlußkurses des Outside-Tages stattfindet und die Kurse dann steigen. Dieses System funktioniert sogar noch besser bei Bonds.
Drei aufeinanderfolgende hohe Schlußkurse
Bei diesem suchen wir nach drei aufeinanderfolgenden Aufwärts-Schlußkurse (der jeweilige Schlußkurs des Tages liegt über dem Eröffnungskurs), wobei das dritte auch über dem Hoch des Vortages liegen muß.
Eine solche augenscheinliche Stärke zieht das Publikum magisch an. Mit 90%tiger Wahrscheinlichkeit werden die Kurse dann danach sinken. Die Wahrscheinlichkeit hängt allerdings auch stark vom Wochentag ab, am stärksten ist sie, wenn der dritte Tag, also der Signaltag, ein Dienstag war.
Das Ganze funktioniert auch bei Bonds, der beste Signaltag ist hier der Donnerstag. Man benutzt bei Bonds einen Stop von 1500$ und beim S&P von 2000$ und geht beim ersten günstigen Open aus dem Markt. Das System wurde in den 1990ern von Larry Williams getestet, man sollte die heutigen Zahlen variieren, bei Verwendung von weiteren moderneren Indikatoren läßt sich das System auch für das Daytraden mit wesentlich kleineren Stops nutzbar machen.
Der „Heilige Gral“ von Connors/Bradford-Raschke
Der 14er-ADX sollte über 30 stehen und steigen (oft reicht auch schon ein niedrigerer Wert). Der Markt sollte sinken. Das System kann man zwar auch für Kaufgeschäfte benutzen, funktioniert aber besser bei Leerverkaufs-Geschäften, also beim Shorten. Man wartet bis die Kurse in dieser Situation innerhalb ihrer Aufwärtskorrektut bis zur Linie eines 20-Tage-EMAs gestiegen sind.
Meist steigen sie auch leicht darüber hinaus. Man verkauft jetzt unter dem Tief des Signaltages. Wird man ausgestoppt, dann legt man jeweils eine neue Order wieder unter den Tiefstkurs des Vortages, da meist die Abwärtsbewegung sich noch fortsetzen wird. Das System ist natürlich ausbaufähig in alle Richtungen und kann mit anderen Indikatoren in kleineren Zeitrahmen auch für das Daytrading verwendet werden.
VIX-Umkehr
Das System stammt von Blake Hayward und Lawrence Connors und ist schon etwas älteren Datums. Die kurzfristigen Tops wurden bei 11% gesetzt und die kurzfristigen Böden bei über 15%, seitdem hat sich aber die durchschnittliche Trading-Range wesentlich erweitert. Im folgenden wird also versucht, den VIX so darzustellen, daß von absoluten Prozentwerten abgesehen wird. Der VIX ist ein Index, der sich auf die OEX-Index-Optionen bezieht. Er wird als Kontraindikator benutzt. Seine Bedeutung hat in den letzten Jahren noch zugenommen aufgrund der Tatsache, daß die OEX-Optionen noch eine größere Rolle spielen bei den Spekulanten.
Trading Regeln
Für Käufe gelten folgende Regeln: der VIX muß ein 15-Tages-Hoch machen und am gleichen Tag unter dem Open schließen. Dann kauft man am Close den S&P in den letzten Minuten des Tradens, die Position wird zwischen einem und drei Tagen gehalten.
Bemerkungen
Auf diese Weise wird eben das Ganze dynamisiert und an die tatsächlichen Bewegungen angepaßt. Außerdem wird auf eine Marktreaktion gewartet, hier also auf ein Reversal-Intraday beim VIX. Man sollte jedoch dies nicht als mechanisches System ansetzen, eher qualitativ für die Identifizierung der kurzfristigen Marktwenden. Hierfür kann man auch, wenn man mehr haben will, die Zahl der Tage für die Highs und Lows verringern, man muß dann natürlich andere Indikatoren nehmen. Im übrigen funktioniert der Indikator am besten im Optionsmarkt. Man kann das System mit den folgenden beiden Varianten kombinieren und auf diese Weise äußerst zuverlässig Wendepunkte im Markt feststellen. Für sich allein genommen hat die dritte Variante die meisten Erfolgchancen beim Traden.
Variante 1
Man benutzt einen 5-Perioden-RSI bezogen auf den Close vom VIX. Ist er über 70, gilt der Markt als Oversold, unter 30 als Overbought, also umgekehrt, wie ein normaler Oszillator. Für die Kaufsignale wartet man bis bei einem Wert über 70 ein Down-Tick im RSI auftritt und kauft dann den Markt am Close. Die Trendlänge ist etwa fünf Tage, gelegentlich länger. Die Trefferquote ist bei Käufen höher.
Variante 2
Das System stammt von David Landry, es versucht das Mean-Reverting der Volatilität auszunutzen. Die Trefferquote ist hier außergewöhnlich hoch, besonders bei Long-Geschäften, etwa 80% (ohne Stop Loss gerechnet). Das Tief des VIX muß oberhalb seines 10-Tage-GD’s liegen und gleichzeitig am selben Tag muß der VIX mindestens 10% über diesem GD schließen. Deutet sich dies an, so kauft man den Markt am Close. Man verläßt den Markt, am besten am Close, wenn im Tagesverlauf der VIX auf diesen GD zurückfällt.
TRIN-Thrust
In der Wall Street werden längere Perioden von über 1 beim TRIN als Marktschwäche angesehen, längere unter 1 als Marktstärke. Hier wird eine andere Interpretation vorgeschlagen, die nur von den heutigen Werten ausgeht. Das Problem bei der anderen Interpretation besteht darin, daß die Trader Schwierigkeiten bekommen, wenn ein Markt mehr overbought oder oversold wird, was bei allen diesen Oszillatoren das Hauptproblem ist.
Das folgende Verfahren zielt nur auf die 1-Tages-Reversal-Thrusts ab, da scharfe 1-Tages-Bewegungen beim TRIN meist der Beginn einer gleichgerichteten 1-2-Tages-Bewegung des Marktes ist. Allerdings wird dieses Signal wesentlich effektiver, wenn man es nicht für sich allein nimmt, sondern mit anderen Verfahren kombiniert, zum Beispiel mit den VIX-Reversal, die zuvor beschrieben wurden.
Trading Regeln
Für Käufe sollte der Schluß des TRIN heute mindestens 30% unterhalb des gestrigen TRIN-Schlußes sein. Dann kann man den Markt am Schluß kaufen. Wir warten auf einen Sturz, zum Beispiel von 1,0 auf 1,7. Spätestens nach zwei Tagen verlassen wir den Markt.
Bemerkungen
Der TRIN zeigt immer auf der Seite die besseren Ergebnisse, in der die Marktrichtung liegt, also die höhere Trefferquote liegt immer in Trendrichtung. Dies gilt besonders für die Thrusts. In Bärenjahren, wie 1990 oder 1994 waren die meisten richtigen Geschäfte auf der Short-Seite, usw.
Das Outside-Tage-System von Larry Williams
Muster funktionieren am besten, wenn sie extreme Emotionen des Marktes wiederspiegeln. Dies ist der Fall bei Outside-Tagen, üblicherweise werden sie, wenn sie zum Beispiel ein Down-Close haben, als negativ angesehen und wenn sie ein Up-Close haben, als positiv. Tatsächlich führen sie aber in der Mehrzahl der Fälle zu Trendwenden. Will man dies traden, braucht man einen Filter, geeignet ist hier die Richtung des morgigen Open. Wenn der S&P morgen tiefer eröffnet, nach einem Outside-Day mit Down-Close, dann werden wir am Tag darauf am Open kaufen und erzielen eine Trefferquote von 85% bei einem Durchschnittsgewinn von 480%.
Lassen wir den Donnerstag aus, dann steigt der durchschnittliche Gewinn auf 560$. Diese Ergebnisse erhält man bei einem 2000$-Stop und einem Austritt bei der ersten profitablen Eröffnung. Das Gleiche gilt für Bonds. Man nimmt 1500$ als Stop und den selben Exit, die Trefferquote liegt bei 82% und ein Durchschnittsgewinn von 212$. Das Ganze läßt sich immer noch verbessern: Nehmen wir bei Bonds alle Tage außer Donnerstag, steigt der Gewinn auf 420$ und die Trefferquote auf 90%. Das Problem mit den Outside-Tagen ist aber, daß sie relativ selten vorkommen.
Traden des Monatsendes beim Aktienindex
Eine Testung von Larry Williams ergab, daß man in 85% der Fälle Gewinn macht, wenn man den S&P am ersten Handelstag des Monats am Open kauft und bei der ersten Eröffnung, wo man im Plus ist, verkauft. Das Ganze läßt sich noch wesentlich verbessern, wenn man die bearishten Handelsmonate ausklammert, besonders Januar, Februar und Oktober. Am besten geeignet sind die Monate August, November und Dezember. Noch größer wird die Trefferquote, wenn man die Bonds als Filter nimmt und die Trades nur macht, wenn am Vortag die Bonds höher geschlossen haben als 30 Tage zuvor.
Allerdings wurde diese Testung von Williams ohne Stop Loss durchgeführt, auf diesen kann man jedoch nicht verzichten, daher ist das System so nicht handelbar, man muß es mit anderen Indikatoren verbinden, um daraus ein handelbares System zu machen. Ein analoges System kann man für Bonds anwenden, man vermeidet hier die Monate Januar, Februar, März und Oktober. Man kauft an einem der letzten fünf Handelstage des Monats und verkauft am Schluß des dritten Handelstages im nächsten Monat. Man nimmt den Trade nur, wenn Gold niedriger schließt als 24 Tage zuvor.