Aktienindizes
Zyklen von wichtigen Märkten
Es werden hier wichtigen Zyklen in einigen Märkten dargestellt. Dabei ist zu beachten, daß die Zyklen mit der Zeit sich verschieben, auch was ihre Bedeutsamkeit angeht. Manche verschwinden und tauchen dann wieder auf. Darüberhinaus sind die dargestellten Zyklen mathematische Konstrukte, also Durchschnittswerte, sie können sich in der Länge stark verschieben, verkürzen und verlängern, d daher ist es sinnvoll, sich nicht zu sehr auf sie zu verlassen, andere Ansätze zur zyklischen Analyse bieten zum Beispiel Gann und die Astrologie. Die Zyklen werden immer wieder durch Ereignisse oder Zustände gestört, mehrere Software-Pakete besitzen Indikatoren, die in der Lage sind, festzustellen, ob der Markt in einem zyklischen Zustand ist oder nicht. Außerdem deuten immer ungewöhnliche Ereignisse oder ungewöhnlich hohe Werte auf Indikatoren daraufhin, daß man die zyklische Analyse in den Hintergrund treten läßt und sich lieber ansieht, was der Markt in früheren Fällen gemacht hat.
Der Präsidenten-Zyklus in den USA
Während die anderen hier behandelten Zyklen kausal nicht erklärt werden können, gibt es einen 4-Jahres-Zyklus, der mit den Wahlen in den USA zu tun zu haben scheint. Allerdings verschiebt er sich gelegentlich, vor allem dann, wenn andere Zyklen mit ihm gleichzeitig enden, besonders der von 18 Jahren. Die beiden Jahre nach den Wahlen, besonders das zweite Jahr danach, sind in der Regel die schwächeren Jahre, während vor allem das dritte, aber auch das Wahljahr bullish sind. Dies bedeutet dann umgekehrt allerdings auch, daß sich alle Böden, gerechnet auf die vier Jahre, in den ersten 25 Monaten nach der Präsidentschaft ausbilden, das letztemal, wo dies nicht der Fall war, war 1900.
Der 4-Jahres-Zyklus in Japan
Merkwürdigerweise finden wir einen 4-Jahres-Zyklus in Japan, der dort sehr dominant ist, aber nichts mit den dortigen Wahlen zu tun hat und auch nicht immer identisch ist mit dem Verlauf des Präsidentschaftszyklus in den USA.
Zyklen beim Dow
Stundenzyklen
14, 26, 50, 100 Stunden. Auch beim Traden des 4-6-Tage-Zyklus sollte man Stundencharts verwenden. Ein wichtiger Intraday-Zyklus ist der von 90 Minuten im Dow, der sich allerdings in den letzten Jahren zu verkürzen scheint. Im Yen gibt es einen Zyklus, der um 200 Minuten schwankt, etwa zwischen 180 und 240.
Tageszyklen
31 bis 32 Tage sind sehr zuverlässig, außerdem 19-23 Tage, 14 Tage und 56 Tage. Von den kurzfristigen Zyklen ist der von 13, 5 Handelstagen ziemlich zuverlässig, man verfolgt ihn am besten auf 30-Minuten-Charts, es handelt sich dann um 172, 5 Bars. Ein sehr kurzer Zyklus ist der von 4 bis 6 Tagen.
Wochenzyklen
Die mittelfristigen Wochenzyklen sind besonders wichtig, da diese Zyklen besonders regelmäßig sind. 50-60 Tage, 2 Wochen, 7 bis 8 Wochen, 10 Wochen, 14 bis 19 Wochen(häufig fällt das zusammen in einem von 20-23 Wochen), 26 Wochen, 36 bis 49 Wochen, 39 Wochen, 78 Wochen, 225 Wochen. Besonders das Überschneiden, also das Zusammenwirken der Zyklen von 75 und 225 Wochen in die gleiche Richtung führt immer zu einer starken Bewegung. Man vergleicht diese Zyklen immer mit einem ROC oder einem anderen Indikator von jeweils der Hälfte der Länge. Aus der Interaktion zwischen dem Zyklus von 40 und 52 Wochen ergibt sich alle 3 1/2 Jahre ein größeres Tief, also etwa alle 180 Wochen. Meist fällt dies zusammen mit dem stärksten Boden des Jahres.
Dominante Dow-Zyklen
Der 50-Wochen-Zyklus ist ziemlich dominant, er unterteilt sich in zwei, manchmal in drei Primärzyklen, die statistisch im Schnitt 18, 22 Wochen betragen. Dies sind für das praktische Traden der wichtigste Ausgangspunkt. In den letzten Phasen eines 4-Jahres-Zyklus‘ kommen häufig auch vier Unterzyklen im 50-Wochen-Zyklus vor. Der Gipfel wird meist in Bullenphasen zwischen der 13. und der 21. Woche gemacht. Die Baisse dauert in der Regel nur ein bis vier Wochen. In der Bärenphase besteht die Tendenz, daß der 18-Wochen-Zyklus sich noch einmal unterteilt in zwei Phasen. Diese haben dann die Länge von 7 bis 11 Wochen. Geschieht dies nicht, so folgt auf einen Anstieg von 2 bis 10 Wochen ein Abstieg zwischen 8 und 18 Wochen, das heißt der Boden bildet sich dann frühestens nach der 14. Woche.
Der sechswöchige Hauptzyklus
Der 18-Wochen-Zyklus unterteilt sich in drei Zyklen zu 6 Wochen, die für das Traden am relevantesten sind. Die dritte Phase ist dann meist stark bearish und nimmt in 82% der Fälle den Boden des zweiten 6-Wochen-Zyklus nach unten heraus. Die beiden ersten 6-Wochen-Zyklen sind ziemlich regelmäßig, der letzte dagegen entweder verlängert oder verkürzt. Manchmal unterteilt sich auch der 18-Wochen-Zyklus nur in zwei Zyklen a 9 Wochen.
Der 50-Wochen-, der 18-Wochen- und der 6-Wochen-Zyklus im Dow
Er ist nicht identisch mit dem Kalenderjahr, sondern kann als die Hälfte des 22, 5-Monats-Zyklus angesehen werden. Er neigt sehr stark zur Translation und schwankt auch in seiner Länge stark. Besonders neigt er dazu, sich zu verlängern, wenn er in der letzten Phase des 4-Jahres-Zyklus ist. Vergleicht man ihn mit dem 22,5-Monats-Zyklus, so kann man sagen, daß der erste 50-Wochen-Zyklus hier bullish ist und der zweite meist bearish. Der 50-Wochen-Zyklus unterteilt sich meist in drei, seltener in zwei oder vier Unterzyklen, die im Schnitt 18, 22 Wochen betragen. Sowohl der 50-Wochen-Zyklus als auch der von 18 sind zwar dominant, man muß sie also beachten, aber sie sind schwierig zu handeln, da sie stark schwanken.
Im Bärenmarkt neigt der 18-Wochen-Zyklus dazu, sich zu halbieren, also zwei Phasen zu haben. Die Unterzyklen sind dann meist 7-11 Wochen. Nimmt also ein Unterzyklus von 7 bis 11 Wochen das Tief des letzten Unterzyklus heraus, kann man mit 90%tiger Wahrscheinlichkeit sagen, daß der 18-Wochen-Zyklus eine linke Translation haben wird, also bearish ist. Drei Zyklen von durchschnittlich sechs Wochen, machen jeweils einen 18-Wochen-Zyklus, wobei fast immer der erste 6-Wochen-Zyklus bullish ist. Gelegentlich hat der 18-Wochen-Zyklus nur zwei Unterzyklen. Kommt es innerhalb der ersten 7 bis 11 Wochen nicht zu einem betonten Abfall, werden sich aber drei entwickeln.
Entwickeln sich nur zwei, wird mit einer relativ hohen Wahrscheinlichkeit die zweite Phase bearish sein und den Boden der ersten herausnehmen. Entwickeln sich drei Wochenzyklen von sechs Wochen, dann wird der erste fast immer zwischen der 4. und 7. Woche fällig. Der 18-Wochen-Zyklus macht sehr häufig Doppelböden. Die Abstände zwischen den Böden sind in der Regel 6 Wochen. Doppelgipfel kommen noch häufiger vor, wenn sich drei 6-Wochen-Zyklen entwickeln. Der Abstand zwischen den Gipfeln liegt vor allem zwischen 3 bis 5 Wochen, kann sich aber bis zu 10 Wochen verlängern. Gipfel, wie auch Doppelböden bieten hier hervorragende Handelsmöglichkeiten. Weiterhin sind typisch die Divergenzen, die hier auftreten. Besonders häufig sind sie bei den Gipfeln.
30-Jahres-Zyklus im Dow
Der 30-Jahre-Zyklus hat zwei Bullenmärkte, der erste beginnt im Jahr 2(1922, ’52, ’82 und 2012), er macht dann im siebten Jahr eine größere Korrektur und endet im 9er-Jahr. Der zweite Bullenmarkt beginnt im 12. Jahr(1932, ’62, ’92 und 2022) und ist meist kürzer, das heißt er endet schon im 7ten Jahrt. Die folgende Seitwärtsbewegung von 13 Jahren besitzt einen Aufwärts-Bias, kann meist allerdings trotzdem die Inflation kaum ausgleichen. Nach diesem Zyklus befinden wir uns jetzt also in einer Seitwärtsbewegung, die noch bis 2012 anhalten wird. Möglicherweise ist aber der tiefste Boden bereits erreicht, analog wurde der tiefste Boden in der Seitwärtsbewegung der 1970er schon 1974 gemacht. Weitere Langfristzyklen sind 18,2 Jahre; 9,2 Jahre und 46 Monate. Ein weitere 40,7 Monate. Der 46-Monats-Zyklus macht meist einen Doppelgipfel, wobei der letzte Gipfel ein Jahr vor dem nächsten Tief liegt, wahrscheinlich überlagern sich hier andere Zyklen.
Jahreszeiten-Zyklus beim Dow
Der oft erwähnte Jahreszeiten-Rhythmus im Dow kommt durch die Überschneidung zweier Wellen zustande, die gegenwärtig eben am Beginn eines Jahrzehnts stattfindet: Die von 24, 8 Monaten und 40, 68 Monaten. In den Jahren mit 0 und mit 5 sind beide gegenläufig. Außerdem gibt es im Dow noch einen wichtigen 4-Jahres-Zyklus.
Der Jahrzehnte-Rhythmus beim Dow
Es gibt beim Dow einen typischen 10-Jahres-Rhythmus, zum Beispiel sind die ersten zwei Jahre normalerweise abwärts oder seitwärts gerichtet, während die Jahre 3 bis 5 eher aufwärts oder seitwärts gehen. Größere Kursstürze ereignen sich meist erst in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts, besonders in den Jahren mit 7 und 9, usw. Die Jahre mit 0 und 5 sind immer gegenläufig. Das Ganze ergibt sich wahrscheinlich aus dem Zusammenspiel zweier Zyklen, der eine Zyklus hat 24,8 Monate, der andere 40, 68 Monate. Mit dieser Kenntnis ist es möglich, verfeinerte Jahresprognosen zu stellen, wenn man diese beiden Zyklen getrennt betrachtet und die jeweiligen Indikatoren auf die Hälfte der beiden Zeiträume einstellt.
Der 18-Jahres- und der 8-Jahres-Zyklus
Unter den Langfristzyklen ist dies der erste, der eine gewisse Bedeutung hat für das längerfristige Investieren, wobei er im US-Markt sehr ausgeprägt ist. Er stimmt überein mit dem Mondknotenzyklus. Der 8-Jahres-Zyklus ist dagegen in den USA wenig ausgeprägt, aber dafür umso mehr beim Nikkei, seine durchschnittliche Länge beträgt 8,23 Jahre. Es ist im übrigen typisch, daß jeder Aktienmarkt besondere Zyklen aufweist und darüber hinaus allgemeine, die in allen Märkten vorkommen.
Der 5-6 Wochen-Zyklus als Prognose-Instrument
Werden innerhalb von 25-30 Handelstagen, was 5-6 Kalenderwochen entspricht, keine neuen Hochs im Aktienmarkt gemacht, ist dies ein Zeichen von Schwäche, fast immer folgt danach eine Korrektur. Umgekehrt ist es ein Zeichen von Stärke, wenn in diesem Zeitraum keine neuen Tiefs gemacht werden.
Der 90-Minuten-Zyklus im S&P
Mathematiker haben angeblich einen 90-Minuten-Zyklus errechnet. In der letzten Zeit liegt dieser Zyklus jedoch näher an einer Stunde, als an 90 Minuten. Normalerweise findet etwa alle 13-14 Fünf-Minuten-Bars eine Bodenbildung statt. Je nachdem, wo dieser Boden bzw. Top stattfindet, wenn man von einem Top aus mißt, erhält man wichtige Hinweise für den weiteren Verlauf des Trends. Liegt bei einem Trade eine Kreuzverifikation vor, sollte man in jedem Fall diesen Zyklus noch prüfen, ob zu sehen, ob der Zeitpunkt gerade von hier aus gesehen, günstig ist.
Der 3-Tage-Zyklus im Aktienmarkt
Der US-Markt weist einen 3-Tage-Minitrend auf. So folgen auf drei Tage Aufwärtsbewegung oft drei schwächere Tage oder drei Tage der Seitwärtsbewegung. Man sollte in Übereinstimmung mit diesem Zyklus arbeiten. Für diesen Zyklus sind 60 Minuten und Tages-Charts die richtige Analyse. Übrigens gibt es auch einen 3-Wochen-Zyklus. Daneben kann man natürlich jede Bewegung kurz -, mittel – und langfristig betrachten. Selten gehen diese in die selbe Richtung. Es reicht aber für das Traden, wenn zwei Zeitrahmen in dieselbe Richtung trenden. Man wird dann im kürzesten Niveau den Einstieg suchen.
Zyklen beim Nikkei
Der 18jährige Mondknotenzyklus findet sich auch im Nikkei. Daneben gibt es einen sehr dominanten 8-Jahres-Zyklus, der in den USA kaum eine Rolle spielt. Bei den mittleren Zyklen sind vor allem der 4-Jahres- und der 1-Jahres-Zyklus ausgeprägt. Letzterer ist ein Unterzyklus des 4-Jahres-Zyklus und nicht identisch mit dem Jahreslauf. Daneben gibt es einen 17-Monats-Zyklus, der möglicherweise ein Artefakt ist, in jedem Fall ist das Ende eines 4-Jahres-Zyklus immer auch das Ende eines von 17 Monaten. Der 1-Jahres-Zyklus im Nikkei dauert 48 Wochen, ist also etwas kürzer als das Jahr, daneben gibt es einen stark schwankenden zwischen 12 und 20 Wochen, der ziemlich dominant ist und zu ausgeprägten Translationen neigt, also zu Verschiebungen in Trendrichtung. Im Bärenmarkt steigt er nur 2-6 Wochen zum Beispiel, um dann 10 bis 14 zu fallen.
Überhaupt ist dieser letzte Zyklus schwierig zu traden und er teilt sich in zwei oder drei Phasen, die meist sehr scharfe Bewegungen machen. Am Ende des Zyklus kommt es normalerweise zu heftigen falschen Breaks, das heißt die Märkte steigen steil an, um dann noch einmal tiefer zu fallen oder einen Doppelboden zu machen, um dann erst den neuen Zyklus zu beginnen. Allerdings folgt der Nikkei sehr gut den Fibonacci-Prognosen, besonders den Retracements. Dominant sind die Zyklen von 52- und 89-Monaten. Sie überschneiden sich das nächste Mal Ende 2005, Anfang 2006, möglicherweise wird sich dann ein wichtiger Boden bilden. Ein weiterer Zyklus ist der von 44 Monaten, überhaupt ist der Nikkei ein sehr zyklischer Markt, allerdings neigt er auch zu unregelmäßigen Zyklen, die man besser mit den Verfahren von Gann und Fibonacci erfassen kann.
Sehr kleine Zyklen im Tageslauf
Die kleinsten Schwankungen und Oszillationen von kleinen Zyklen lassen sich am besten mit dem Tick-Index feststellen. Der Tick pendelt ständig hin und her und zwar relativ regelmäßig, so daß man die Zahl der Bars bzw. Kerzen abschätzen kann bis zu einer erneuten Wende.
Relative Zyklen
Das Konzept ist relativ neu. Man geht davon aus, daß es sozusagen qualitative Zyklen gibt, der Markt also die Tendenz hat zwischen einem relativen Tief und einem relativen Hoch hin und her zu pendeln. Dies decken zwar auch die Oszillatoren auf, jedoch geben diese relativ spät Signale. Für den S&P haben sich zum Beispiel sechs Tage als geeignet erwiesen, man kann natürlich auch andere Zeitrahmen nehmen und empirisch durchprüfen, durchaus auch Stundencharts für das Daytraden. Man wartet auf einen Schlußkurs unterhalb des tiefsten Preises der letzten sechs Tage und geht dann in den Markt mit einem Kaufstop beim höchsten Schlußkurs der vorausgegangenen drei Tage. Der Vorteil liegt darin, daß man häufig Bewegungen früher erwischt als mit Hilfe von Indikatoren und sehr häufig auch größere Bewegungen, denn die Psychologie der Märkte ändert sich sehr schnell.
Der Zyklus des Erdmagnetismus
Obwohl Murrey den zyklischen Ansatz von Gann weiterentwickelt, der auf einer geometrisch-mathematischen Analyse beruht und teilweise auch astrologische Faktoren mit einbezieht, hat er doch einen Zyklus gefunden, der sich empirisch bestätigt hat, nämlich einen 4-Tage-Zyklus, der korrespondiert mit dem Erdmagnetismus. Er läßt sich in fast allen Märkten in der einen oder anderen Form nachweisen und besteht darin, daß auf drei aktive Tage ein neutraler folgt.
Kondratieff- und Jugglar-Zyklus bei Bonds
Der Kondratieff-Zyklus ist sehr deutlich ausgeprägt und beträgt fast immer auch genau 54 Jahre. weitere wichtige Zyklen betragen 12 Jahre und 40,83 Monate. Das letzte Hoch bei Kondratieff fand 1981 statt. Demnach müßten die Zinsen bis zum Jahr 2008 im Abwärtstrend bleiben. Falls es jedoch so ist, daß der Kondratieff-Zyklus über das Wetter via Nahrungsmittelpreise auf die Zinsen wirkt, sollte seine Bedeutung immer schwächer werden. Der Jugglar-Zyklus von knapp 12 Jahren ist noch dominanter und ist auch genuin für die Zinsen, das bedeutet, daß er nicht parallel läuft mit dem Jugglar-Zyklus bei Getreide. 1987 war ein Boden, 1993 ein Top.
Jugglar und Kondratieff allein prognostizieren den Zinsverlauf schon ziemlich gut. Man kann den Kontratieff-Zyklus in Teile zerlegen: 25 bis 30 Jahre, meist 27 Jahre; 9,7 Jahre; 5 1/2 Jahre; 9 bis 11 Monate. Im übrigen macht sich bei Zinsen auch sehr stark der Sonnenfleckenzyklus bemerkbar. Am wichtigsten sind die mittleren Zyklen: 4,5 Jahre, 4 Jahre, 3,25 Jahre, 21,6 Monate, 9,6 Monate (41 1/2 Wochen), 7,7 Monate (33 Wochen). Der von vier Jahren hat die merkwürdige Gewohnheit, Wenden ausschließlich im Winter zu machen, am dominantesten ist der von 3,25 Jahren, der der Kitchin-Welle entspricht.
Seine Wenden zeichnen sich immer auch im Kurs ab, danach ist der von 21, 6 Monaten wichtig. Er zeichnet sich ebenfalls im Kurs ab und kennzeichnet oft Krisen, letzteres gilt auch für den von 33 Wochen. Die kurzfristigen Wellen sind meist für Korrekturen zuständig, dadurch fallen sie allerdings oft mit wichtigen Wendepunkten zusammen. Er zählt drei auf: 65 Tage (46), 49 Tage (35), 28 Tage (20). Es handelt sich um Kalendertage, in Klammern stehen die Handelstage. Alle kurzen Zyklen neigen zur Symmetrie. Am wenigsten der von 49 Tage. weiterhin gibt es bei Bonds noch ein Wochenmuster. Am wichtigsten ist, daß in 60% die Kurse am Montag fallen und in 80% der Fälle am Mittwoch steigen.
Die Zyklen von 7,43 und 3,72 Jahren bei Devisen und Getreide
Sie stehen in Verbindung mit dem Sonnenfleckenzyklus und dem Mondknotenzyklus. Obwohl der eine Zyklus die Hälfte des anderen ist, handelt es sich um unabhängige Zyklen. Für die Getreidemärkte sind vor allem Überschneidungen bei den Gipfeln wichtig, weil dies meist El Nino-Jahre sind. Zum Dollar verhalten sie sich umgekehrt, das heißt bei Tops der Zyklen macht der Dollar einen Boden. Befindet sich der längere Zyklus in der Mitte, so sollte man, was den Dollar angeht, auf die Inflation achten, hohe Inflation führt hier zur Flucht aus dem Dollar.
Rothschild-Zyklus und Kitchin-Welle
Der sogenannte Rothschild-Zyklus beträgt 40, 68 Monate. Er findet sich im Aktienmarkt und bei Zinsen und hat auch heute noch Gültigkeit, wenngleich der Name insofern irreführend ist, als die Rothschilds auch noch andere Zyklen verwendeten, nicht nur diesen. Ein anderer traditioneller Zyklus ist die Kitchin-Welle, die man allerdings heute nicht mehr verwenden sollte, da sie nicht sehr sicher ist und wahrscheinlich auch ein Artefakt, also aus Überlagerungen anderer Wellen entstanden ist. Der Bekanntheitsgrad rührt lediglich daher, daß Kitchin ein Ökonom war, der versuchte, diese Welle, die er bei Rohstoffen gefunden hatte, in der akademischen Welt heimisch zu machen.