Aktienindizes
Branchenanalyse
Der wichtigste Indikator bei der Branchenanalyse ist die Relative Stärke, die RS. Man teilt einfach die einzelnen Branchen durch einen Index, zum Beispiel den S&P und bearbeitet die erhaltende Kurve mit Hilfe der technischen Analyse. Man muß sich natürlich darüber klar sein, daß diese Linie auch steigen kann, wenn die Branche und der S&P gemeinsam sinken. Sie zeigt dann eben nur, daß diese Branche stärker ist, also weniger sinkt als andere Branchen. Steigt der Markt, dann wird man sich jene Branche heraussuchen, wo die RS am steilsten steigt und innerhalb dieser Branche dann wiederum die Aktie, die die stärkste RS hat, also am steilsten sich entwickelt.
Dies ist möglich, da die Trends in der RS meist mehrere Monate dauern. Wenn allerdings eine Branche schon drei Monate gestiegen ist, was die RS angeht, sollte man sie im allgemeinen nicht handeln, da das Risiko für Einbrüche schon zu stark ist. Viele Branchenindizes sind nicht optimal, weder was den Zusammenhang der vorhandenen Aktien im Branchenindex angeht, noch was ihr Verhalten angeht als Vorläufer für den Gesamtmarkt. Ein Hilfsmittel bietet hier die Korrelationsanalyse, um die vorhandenen Branchen-indizes zu verbessern.
Branchen und Inflation
Das Verhalten bestimmter Branchen läßt einen Rückschluß auf Inflation und Konjunktur zu. Man vergleicht das Verhalten der zinssensitiven und der inflationssensitiven Aktien, zum Beispiel hat der Savings&Loan-Index nicht nur einen deutlichen Vorlauf vor dem Dow, sondern bildet auch häufig die klareren Formationen. Im Savings&Loan-Index sind die wichtigsten zinssensitiven Aktien enthalten. Sehr wichtig sind in diesem Index auch die Widerstandslinien. Außer den positiv-zinssensitiven, wie Banken, Versorger, Versicherungen, muß man auch jene Branchen beachten, die negativ zinssensitiv sind, also von Zinssteigerungen eher im Kurs gedrückt werden, dies sind zum Beispiel Energie und Goldminen, weil beide erhebliche Kredite aufnehmen.
Der Dow Utilities (Versorgerindex)
Die Utilities sind nicht nur zins-sondern auch inflationssensitiv. Sie werden dann auch sehr stark von Dollar und CRB beeinflußt. Betrachtet man das Verhältnis zum Dow, so sind sie vielleicht der beste Indikator für Tops beim Dow, beim Boden sind sie allerdings ungeeignet. Ein Top bei den Utilities ist vor allem dann gefährlich, wenn ihm ein Top bei den Bonds voranging. Besonders gefährlich wird es dann, wenn gleichzeitig der CRB steigt oder zumindest wichtige Rohstoffe, wie Öl. Man findet also im finanziellen Sektor einen Rieseleffekt.
Die Rohstoffe beginnen zu steigen, dann sinken die Bonds und kurz darauf die Utilities, dann der Dow. Technisch gesehen sind vor allem auch die Divergenzen zum Dow wichtig. Der Utility besteht aus mehreren Gruppen, besonders muß man unterscheiden zwischen Elektro und Gas. Es kommt gelegentlich vor, daß beide Gruppen gegenläufig sind. Im allgemeinen sind die Elektro-Utilities besser geeignet als Indikator, da beim Gas mehr Sonderfaktoren auftreten. Der Utility hat im übrigen auch häufig einen Vorlauf vor den Bonds.
Die Aktionen der Fonds
Die Fonds pflegen nach Branchen einzukaufen und weniger nach Einzelwerten. Daher ist es wichtig, daß man auch, wenn man den Dow tradet oder den S&P, die einzelnen Branchen getrennt in ihrem Verhalten beobachtet. Findet man zum Beispiel ,daß Blue Chips eingekauft werden, dann wird zuerst der Dow steigen und dann erst der S&P, werden Technologiewerte eingekauft, zuerst der Nasdaq, usw.
RS-Indikatoren
Die relative Stärke mehrerer Branchen deutet auch auf die Bewegung des Gesamtmarktes hin. Dividiert man zum Beispiel den Dow Financial durch den Dow Energy, so erhält man einen Indikator, dessen Wenden einen deutlichen Vorlauf haben vor den Wenden am Dow. Sehr sicher ist auch der Indikator, den man durch Division der Housing Starts bildet durch die Vendors Slow Deliveries.
Der Chip-Sektor
Die Halbleiter- und die Chip-Werte sind besonders kapitalintensiv und haben hohe Entwicklungskosten. In der Vergangenheit war es immer so, daß sie für die Konjunkturprognose besser geeignet waren als andere Branchen. Laufen sie anders als der Rest der Branchen, so werden sie meist recht behalten.
Die beste Kennzahl ist die Book-to-Bill-Ratio. Das ist das Verhältnis von Bestellungen zu Auslieferungen. Werte über 1 sind bullish. man sollte aber das ganze chartieren, um den Trend festzustellen.
Branchen-Schlüsselaktien und Aktienindex
Der Gesamtindex kann sich nur bewegen, wenn auch Dynamik ist bei wichtigen Branchen, die für den jeweiligen Markt besonders typisch sind, zum Beispiel sind bei der Nasdaq die Hightech-Werte und Internet sehr wichtig, für den Dow etwa auch Banken- und Finanzaktien, usw. Daneben gibt es bei den meisten Indizes Aktien, die einfach so schwer gewichtet sind, daß der Markt wirklich nur dann stark trendet, wenn auch diese Aktien gehen. Umgekehrt können diese Aktien, wenn sie stark einbrechen, den Index mit sich reißen, auch wenn die anderen Aktien gut laufen. Bei der Nasdaq sind dies zum Beispiel Dell, Intel, Cisco und Microsoft.