Fibonacci
| Website: | Trading-Strategien.com |
| Kurs: | Trading-Strategien.com |
| Buch: | Fibonacci |
| Gedruckt von: | |
| Datum: | Freitag, 6. März 2026, 01:13 |
Inhaltsverzeichnis
- Was haben eine Sonnenblume, die Milchstraße und Aktienkurse gemeinsam?
- Die Fibonacci-Verhältnisse gliedern den Aktienmarkt
- Fibonacci-Retracements
- Fibonacci-Projektion
- Fibonacci Ellipsen (Bögen)
- Fibonacci-Kanäle
- Fibonacci-Spirale
- Fibonacci-Analyse beim Daytrading
- Elliott Wellen Analyse
- Zeitanalyse mit Fibonacci-Verhältnissen
- Die Kombination von Fibonacci-Retracements mit Projektionen
Was haben eine Sonnenblume, die Milchstraße und Aktienkurse gemeinsam?
Die Antwort lautet – Ihre Anordnung und ihre Proportionen werden in allen drei Fällen von den Fibonacci-Zahlen beherrscht. Dies sind aber nicht die einzigen Beispiele, sondern, gleichgültig, ob wir den Mikro- oder den Makrokosmos betrachten, die Fibonacci-Zahlen kommen überall vor: In Temperaturschwankungen, Tierpopulationen, Devisenkursen, Sonnenstrahlungen, kurz, wohin immer wir in der Natur schauen, immer spielen die Fibonacci-Zahlen eine beherrschende Rolle. Im folgenden werden die Fibonacci-Analysen für die Kurse gezeigt. Viele Verfahren jedoch sind ebenso geeignet für die Anwendung auf Indikatoren. Dies wird häufig übersehen und ist daher ein wichtiges Trading-Motiv, man kann zum Beispiel die Retracements und die Projektionen anwenden. Auch im Daytrading-Bereich, zum Beispiel neigt der Tick-Index zu Fibonacci-Retracements bei Wendepunkten, usw.
Die drei Irrtümer über Fibonacci
Joe Ross verbreitet in seinen Büchern über Fibonacci das folgende:
Die Gültigkeit der Fibonacci-Zahlen bei Kursen beruhe ausschließlich darauf, daß die Trader auf sie achten, es sei eine selbsterfüllende Prophezeiung. Die Fibonacci-Zahlen seien für das Traden nicht geeignet, da beim Erreichen der Kurse eines Fibonacci-Retracement-Niveaus man nicht wisse, ob sie auf diesem oder einem anderen wenden würden. Man würde alos zu viele Verlustgeschäfte machen bis man zu einem Gewinntrade kommt. Interessanterweise benutzt er dann selbst Fibonacci in seinem „Fibonacci-Umschlag“. Sehen wir aber einmal davon ab, so weisen diese Ausführungen die drei typischen Denkfehler auf, die die meisten Trader begehen und die dann dafür sorgen, daß sie nicht erfolgreich mit Fibonacci arbeiten können.
Die Fibonacci-Zahlen beherrschten die Kurse bereits lange, bevor dieser Umstand den Börsenteilnehmern bekannt wurde. Sie haben also mit der Kenntnis durch die Marktteilnehmer gar nichts zu tun. Es besteht also keineswegs die Frage, ob man sie ausnutzen kann oder nicht, sondern nur die Frage nach dem Wie. Dies ist gerade das wichtige bei den Fibonacci-Zahlen, sie sind eine allgemeine Naturkonstante und der Trader hat deshalb die einzigartige Chance mit etwas zu arbeiten, was sich offensichtlich nicht verändert in den Märkten, während alles andere sich wandelt.
Ross verwechselt Traden mit Prognose. Die Fibonacci-Retracements, auf die er sich bezieht, stellen eine Prognose dar, die sehr weit gefasst ist. Sie sagt lediglich, daß die Kurse auf einem Fibonacci-Niveau wenden werden und dies auch nur dann, wenn es sich um eine Korrektur handelt und um keine Trendwende. Ross sollte eigentlich bekannt sein, daß kein Fibonacci-Trader so tradet, wie er es annimmt. Viele Anfänger scheitern hier aber. Man darf natürlich beim Erreichen eines Fibonacci-Niveaus nicht blind in den Markt gehen, sondern dieses Niveau betrachten, wie jede andere Widerstands- oder Unterstützungslinie auch.
Ob man dann in den Markt geht oder nicht, hängt vom Verhalten der Kurse ab und dem Zustand der Indikatoren, eben dem ganzen Instrumentarium der technischen Analyse. Er identifiziert Fibonacci offensichtlich mit Fibonacci-Retracements. Diesen Fehler begeht die Mehrzahl der Trader. Die Fibonacci-Verhältnisse sind aber viel komplexer und beherschen die Kurse in einem viel feineren Sinn. Der wahre Wert der Fibonacci-Analyse zeigt sich erst, wenn man das Verhalten der Kurse durchgehend Fibonacci analysiert. Der folgende Kurs wird Ihnen die Fähigkeit dazu vermitteln.
Fibonacci und Skalierung
Bei den meisten Verfahren empfiehlt es sich, nicht mit der üblichen halblogarithmischen Skalierung bei den Charts zu arbeiten, sondern diese auf arithemtische Skalierung umzustellen. Dies ist vor allem nötig bei jenen Verfahren, wo Preis und Zeit miteinander kombiniert werden, wie etwa bei Ellipse oder Spirale. Die Retracements und die Projektionen würden natürlich auch auf einer halblogarithmischen Skala funktionieren, weil sie reine Preisbeziehungen sind. Dennoch ist es einfach von der Optik besser, auch hier arithmetische Skalierungen zu benutzen, jedenfalls im Daytrading-Bereich, wo dies leicht durchführbar ist.
Leider bieten die herkömmlichen Software-Programme noch keine Möglichkeiten der vollständigen Nutzung de Fibonacci-Analysen, da das Zoomen, das sie bieten, nur sehr ungenau verläuft und aufgrund der benutzten veralteten Programmierplattformen keine wirklichke Proportionalität bietet. Daher sind gerade die komplexeren geometrischen Fibonacci-Verfahren in ihrer praktischen Anwendung stark behindert. Dies führt dann zu den üblichen Kommentaren der Trader, daß diese Verfahren manchmal funktionieren und manchmal nicht. Das übliche Vergrößern, also das Zoomen, führt zu einer Veränderung der Preis/Zeit-Ratio und damit eben zu einer Verzerrung der Charts.
Wenn man die komplexeren Fibonacci-Techniiken dennoch verwenden will, muß man versuchen, sie rechnerisch zu korrigieren, was sehr aufwändig ist. Man könnte dann versuchen, zum Beispiel über die Einstellungsfunktionen von TradeStation eine gewisse Annäherung an die tatsächlichen Verhältnisse zu erreichen, was aber eben nur ungenau möglich ist. Im übrigen stellt sich dieses Problem nicht nur bei Fibonacci, sondern auch bei vielen Gann-Techniken, weiterhin auch bei den P&F-Charts, besonders die hier wichtige 45°-Linie bleibt beim Zoomen meist konstant, während sich die Lage, also die Preis/Zeit-Ratio der einzelnen Kästchen ändert, so daß falsche Ergebnisse zustandekommen.
Die Fibonacci-Zahlen
Bildet man eine Zahlenreihe so, daß die jeweils nächste Zahl sich aus der Summe der beiden vorangehenden ergibt, dann nähern sich die Verhältnisse innerhalb dieser Zahlen dem Goldenen Schnitt an. Der Goldene Schnitt teilt eine Strecke in zwei Teile von 0,618% und 0,382%. Die Fibonacci-Zahlenreihe ist nun jene, die mit den kleinsten denkbaren Werten beginnt, nämlich 0 und 1. Dementsprechend ist die dritte Zahl dieser Reihe ebenfalls 1, da 0 + 1 = 1. Die vierte Zahl in der Reihe ist 2, da 1 + 1 = 2 usw. Die Zahlenreihe lautet also: 0, 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21, 34, 55, 89, 237, 377, … , usw.
Jede Zahl in dieser Reihe ist also die Summe ihrer beiden Vorgänger, zum Beispiel ist 13 = 5 + 8. Die Fibonacci-Zahlen stammen wahrscheinlich aus Arabien und wurden von einem Astrologen am Hofe Friedrich II., Fibonacci da Pisa, in Europa bekannt gemacht. Dieser propagierte das Rechnen mit arabischen Zahlen und verfaßte ein Lehrbuch für Kaufleute. Die Fibonacci-Zahlen wurden schon im Mittelalter berühmt, besonders die Verhältnisse, da sie die mathmatische Grundlage des Goldenen Schnitts darstellten, der zuvor optisch gewonnen wurde. In der Neuzeit wuchs ihre Bedeutung noch als man erkannte, daß die Fibonacci-Verhältnisse und -Zahlen die wichtigste mathematische Grundlagen sind beim Aufbau der Materie. Sie spielen heute eine wichtige Rolle auch innerhalb der Physik und anderen Wissenschaften.
Die Lucas-Zahlen
Grundsätzlich verhält es sich so, daß jede Zahlenbreihe, die nach dem Prinzip der Fibonacci-Reihe sich aufbaut, letztlich in den Goldenen Schnitt mündet. Die Fibonacci-Reihe ist daher nur die wichtigste einer ganzen Reihe von mathematischen Reihen und zwar nur deshalb, weil sie mit 1 beginnt. Es hat sich nun gezeigt, daß auch die Lucas-Zahlen eine gewisse Rolle spielen.
Die Lucas-Reihe lautet: 1, 3, 4, 7, 11, 18, 29, 47, 123, 199, usw. Während die Fibonacci-Zahlenreihe die kleinste Zahlenreihe aus der unendlichen Menge der möglichen Zahlenreihen ist, die sich nach dem Fibonacci-Schema aufbauen und zum Goldenen Schnitt führen, ist die Lucas-Reihe die zweitkleinste.
Verbindet man Lucas- und Fibonacci-Zahlen und bildet daraus Verhältnisse, so ergeben sich drei neue: 0,38; 0,72; 0,85. Man findet sie häufig bei starken Korrekturen.
Die Fibonacci-Verhältnisse
In der folgenden Tabelle sind links die Ratios eingeschrieben und rechts deren reziproker Wert.
1,000 = 1,000
1,272 = 0,786
1,4142 = 0,707
1,618 = 0,618
1,732 = 0,577
1,902 = 0,526
2,000 = 0,500
2,236 = 0,447
3,000 = 0,333
3,142 = 0,382
4,000 = 0,25
5,000 = 0,200
Für die Verhältnisse des Tradens sind vor allem fünf Ratios interessant: 0,618; 0,786; 1,0; 1,27; 1,618. Bei den Retracements findet man allerdings auch 0,5 und 0,382 recht häufig. Es kann jedoch auch nützlich sein, zu beobachten, daß der Markt Vibrationen von 0,707 oder 1,414 zeigt, anstelle der oben erwähnten. Man muß dann immer nach Gründen suchen, warum der Markt nicht eine der 5 erwähnten typischen Reaktionen zeigt. Besonders häufig treten die Verhältnisse 1, 414 und 0, 707 in bestimmten Formationen auf, wie zum Beispiel der Kopf-Schulter-Formation zwischen Kopf und Schultern.
Besonders beim Daytraden findet man häufig auch die Verhältnisse von 1,27 (besonders bei den Fibonacci-Projektionen), sowie 0,79. Letzteres ist die Wurzel aus 0,618. 0,50 kommt fast ausschließlich einerseits bei größeren Bewegungen vor und andererseits im kleinen Zeitrahmen beim Daytraden, selten bei kurz- und mittelfristigen Bewegungen. Besonders wichtig ist es, auf jene Niveaus zu achten, wo sich verschiedene Fibonacci-Retracements und -Projektionen überschneiden, also verschiedene Verhältnisse von unterschiedlichen Bewegungen.
Aus diesen Zahlen lassen sich leicht weitere Verhältnisse bilden, zum Beispiel wenn man die Wurzel aus den Verhältnissen nimmt, zum Beispiel ist die Wurzel aus 1, 618 = 1, 28 und dieses Verhältnis wird häufig bei Zeitprojektionen verwendet. Wenn daher auf den folgenden Seiten Verhältnisse aufgeführt sind, die in der obigen Tabelle fehlen, dann handelt es sich um mathmatische Ableitungen aus den obigen Zahlen.
Es gibt noch verschiedene andere Möglichkeiten, Fibonacci-Verhältnisse abzuleiten. In diesem Zusammenhang muß auch darauf hingewiesen werden, daß streng genommen jeder Quotient aus Fibonacci-Zahlen ein Fibonacci-Verhältnis ist, wenn die Zahlen aufeinanderfolgen, auch wenn noch nicht die Ergebnisse sich an den Goldenen Schnitt angenähert haben, zum Beispiel findet man den Quotienten aus den Fibonacci-Zahlen (66%) 2 und 3 häufiger beim Dollar.
Eine weitere wichtige Zahl ist 2,236 die sich aus der Fibonacci-Spirale ergibt. Sehr wichtig sind die Quadratzahlen der Fibonacci-Verhältnisse. Setzt man zum Beispiel 1,618 zum Quadrat, so erhält man 2,617 eine Verhältniszahl, die sehr häufig im Dow vorkommt. Im übrigen kann man davon ausgehen, ,daß, wenn ein Verhältnis funktioniert, häufig auch die Hälfte dieses Verhältnisses oder das Doppelte funktioniert. Das Verhältnis von 0,707 findet man sehr häufig anstelle von 0,618. Während 0,618 als Goldener Schnitt bezeichnet wird, wurde 0,707 in früheren Jahrhunderten als Heiliger Schnitt bezeichnet. Weiterhin sind die meisten Wurzeln aus der Fibonacci-Reihe wichtig, besonders die Wurzel aus 3 (1,732), dieses Verhältnis entspricht auch der Diagonale in einem Kubus, sowie die Wurzel aus 5 (2,236).
Sie läßt sich auch geometrisch ableiten und ist darüberhinaus die Summe aus 1,618 + 0,618. Für die meisten Fibonacci-Verhältnisse, die sich aus Wurzeln ableiten, ist es typisch, daß, wenn sie einmal erscheinen, meist im Intradaybereich, sie sich mehrmals wiederholen, daher ist es wichtig, auf sie zu achten. Für den S&P zum Beispiel wären hier zu nennen 0,786 (Wurzel aus 0,618) und 1,27 (Wurzel aus 1,618). Es kommt vor, daß der Aktienmarkt mehrere Tage lang auf 5-Minuten-Charts nur solche Retracements macht oder nur solche Projektionen. Eine ganze Reihe von Verhältnissen leiten sich aus dreidimensionalen geometrischen Fibonacci-Formen ab, genannt wurden bereits Wurzel 5 und Wurzel 3.
Dies trifft auch auf andere Wurzeln der Fibonacci-Reihe zu. Andere geometrische Ableitungen sind 1,902. Dabei handelt es sich um die Diagonale des Goldenen Rechtecks(dieses ist ein Rechteck mit den Seitenlängen 1,618 und 1,0). Die schon erwähnten Zahlen von 1,272 und 1,902 entstammen auch aus der Pyramiden-Analyse mit Fibonacci-Zahlen. Wichtig wäre hier auch 0,526 welches die Inversion zum letzten Verhältnis darstellt. Interessant ist auch die Goldene Spirale mit der Reihe 0,146; 0,186; 0,236; 0,3; 0,382; 0,486; 0,618; 0,786; 1,0; 1,272; 1,618; 2,058; 2,618; 3,33; 4,236; 5,39; 6,854; usw. Das in der obigen Reihe vorhandene Verhältnis von 4,236 findet sich ziemlich häufig beim Endpunkt einer Bewegung, also bei einem wichtigeren Wendepunkt.
Die Wachstumskonstante 0,118
Die Fibonacci-Zahl 0,118 ist ein allgemeiner Vergrößerungsfaktor in vielen Naturvorgängen und -zyklen. Man kann also bei Preiszielen mit 0,118 multiplizieren. Im übrigen verbindet diese Wachstumskonstante auch Fibonacci mit Gann. Das am häufigsten benutzte Fibonacci-Verhältnis 0,618 ergibt sich im übrigen auch aus der Addition der Fibonacci-Verhältnisse von 0,5 und 0,118.
Die Zahlen Pi und Phi
In der Fibonacci-Literatur findet man häufig die amerikanischen Begriffe Pi (3,14159) und Phi (1,618). Während also Phi den Goldenen Schnitt kennzeichnet, also aus der Fibonacci-Reihe abgeleitet ist, leitet sich Pi ab aus dem Erdumfang, es war die mystische Zahl von Platon. Die Wurzel daraus ist 1,272 was häufig in den Fibonacci-Verhältnissen, besonders den Projektionen vorkommt und auch das Verhältnis von 0,786 ist hier eine Ableitung davon. Weiterhin findet man im S&P häufig das Verhältnis von 2,33. Man findet sie häufig am Ende eines chaotischen Einbruchs nach oben oder unten. 2,33 ist die Hälfte der Feigenbaum-Konstante von 4,669 abgerundet, entstammt also der Chaos-Theorie.
Fibonacci-Quadratzahlen
Allgemein kann man alle Fibonacci-Verhältnisse quadrieren und erhält weitere wichtige Werte. Die Quadratzahlen lassen sich auch noch in astronomischen Zusammenhängen nachweisen in ihrer Bedeutsamkeit und in anderen Bereichen der Physik. Für die Börsen sind besonders die Quadratzahlen von 0,618 wichtig. Das Quadrat ergibt 0,3819. Die Reihe geht weiter mit 0,235; 0,185; 0,113; 0,0698. Das Verhältnis von 0,618 wird auch als Major bezeichnet, weil es, ausgehend von 1,0 der größere Teil ist der Teilung nach dem Goldenen Schnitt. Der Minor wäre 0,382. Die Quadratzahlenreihe des Major spielt eine wichtige Rolle bei vielen Naturerscheinungen von der Astronomie bis hin zu molekularen Bewegungen.
Erste und zweite Generation der Fibonacci-Verhältnisse
Man kann aus den Fibonacci-Verhältnissen eine sogenannte zweite Generation ableiten. Zum Beispiel ist der Abstand zwischen 0,236 und 0,382 bei der ersten Generation 0,146. Nimmt man von dieser Strecke den Minor(0,382), so erhält man 0,056. Addiert man diesen zu 0,236, so ergibt sich 0,292. Auf diese Weise erhält man eine zweite Anzahl von Fibonacci-Zahlen, diese sind weit in der Natur verbreitet, zum Beispiel bei Pflanzen oder Insekten, aber auch bei der Sonne. Eine weitere Unterteilung nach dritter und vierter Generation kommt sehr selten vor und wird daher hier nicht durchgeführt.
Die Zahlenreihe der ersten Generation: 0,056; 0,09; 0,146; 0,236; 0,382; 0,5; 0,618; 0,764; 0,854; 0,91; 0,944; 0,966.
Die Zahlenreihe der zweiten Generation: 0,069; 0,111; 0,18; 0,292; 0,427; 0,545; 0,674; 0,798; 0,875; 0,923; 0,95.
Fibonacci-Wellen
Im Gegensatz zu den Elliot-Wellen arbeitet man bei der Fibonacci-Analyse immer nur mit einem dreiwelligen Muster, also einer Impulswelle nach oben oder unten, eine Korrekturwelle in Gegenrichtung, die dann wieder von der dritten Bewegung in die ursprüngliche Trendrichtung gefolgt wird. Dabei wird, anders als bei der Elliot-Theorie, nicht unterschieden ob es sich um eine übergeordnete Impulswelle oder eine übergeordnete Korrekturwelle handelt. Dies macht die Anwendung des Verfahrens wesentlich leichter und damit auch effektiver, da die Interpretationsschwierigkeiten der Elliot-Theorie entfallen.
Bei einer Reihe von Verfahren, wie den Fibonacci-Projektionen und den Fibonacci-Retracements, aber auch der Zeitanalyse, benötigt man eine Entscheidung darüber, wie groß die Bewegung mindestens sein muß, daß die Bewegung zur Berechnung benutzt wird bzw. der Wendepunkt benutzt wird bei der Zeitanalyse. Dies hängt natürlich auch vom eigenen Zeitrahmen, in dem man tradet, ab. Bei Devisen sollte man auch auf 5-Minuten-Charts mindestens Bewegungen von 50 Punkten verlangen, besser 100. Arbeitet man in einem längeren Zeitrahmen, muß man diese Zahl natürlich erhöhen. Außerdem sollte man beim Festlegen der Startwelle, also Welle 1 in der Terminologie von Elliot, das Konzept der Saatwelle anwenden.
Die Zeitrahmen bei Fibonacci
Die besten Ergebnisse erbringen Tagescharts. Die Wochenkurse bringen teilweise gute Ergebnisse, besonders wenn ein starker Trend ist, teilweise aber sehr schlechte, völlig unbrauchbare, wenn es sich um eine längere Seitwärtsbewegung handelt. Dagegen funktionieren auf Tages-Charts die Fibonacci-Analysen auch in Seitwärtsbewegungen, wenngleich sie dort nicht immer Bewegungen anzeigen, die groß genug sind, um gehandelt zu werden. Bei den meisten Märkten ist es möglich, im Zeitrahmen herunter zu gehen und auch in Stunden-Charts, manchmal sogar in 5-Minuten-Charts Fibonacci sinnvoll anzuwenden. Grundsätzlich nimmt aber die Trefferquote schon ab, wenn der Zeitrahmen verengt wird unterhalb des Tagesniveaus.
Ein Fibonacci-Trick
Die meisten Anfänger beginnen mit den Fibonacci-Retracements. Sie machen dann die etwas enttäuschende Erfahrung, daß sie zwar so ungefähr stimmen, aber selten exakt sind. Die gleiche Erfahrung hätten sie auch bei anderen Verfahren gemacht, wie den Projektionen. Die Ursache für diese Erscheinung liegt darin, daß die Fibonacci-Analysen üblicherweise von den jeweiligen Extrempunkten aus ihren Anfang nehmen. Diese Extrempunkte jedoch kommen in der Regel dadurch zustande, daß die jeweils siegreiche Partei die Kurse noch weiter drückt über das „eigentliche“ Marktniveau hinaus.
Manche Autoren empfehlen deshalb, nicht von den Extrempunkten, sondern von den Schlußkursen des Extrembars auszugehen. Jedoch ist der Schlußkurs nicht unbedingt ein Gleichgewichtskurs des Marktes. Die besten Ergebnisse findet man in vielen Märkten dadurch, daß man vom jeweiligen Extrempreis nach links geht und prüft, wo die Extrempunkte der Bars zuvor lagen, eventuell auch kurz danach. Gab es da ein Widerstands- oder Unterstützungsniveau, das nicht weit entfernt ist vom jeweiligen Hoch- oder Tiefpunkt, empfiehlt es sich, die Berechnungen von hier aus vorzunehmen.
Man wird natürlich immer beide Verfahren anwenden, also sowohl das übliche vom Extrempunkt als das hier empfohlene und so eine Preiszone finden. Dies gilt natürlich nicht, wenn der Extrembar ein Doppelbar war, also zwei Tage dieses Niveau erreichten oder ob es sich um ein Doppeltop oder einen Doppelboden handelt, in diesem Fall ist Extrempunkt selbst eine Widerstands- oder Unterstützungszone und eignet sich sehr gut für die Fibonacci-Analyse. Eine dritte Möglichkeit besteht darin, Widerstands- und Unterstützungszonen zu nehmen in der Nähe des jeweiligen Extrempunktes, die auf andere Weise errechnet wurden, zum Beispiel über Murrey oder Astrologie.
Fibonacci-Analyse und Stopps
Auch wenn der Markt exakt auf einem Fibonacci-Niveau endet, zum Beispiel auf einem Retracement-Niveau oder dem einer Projektion, werden zumindest bei den Futures die Floor-Trader und die Locals den Markt noch um soviele Ticks darüber hinaustreiben, daß die große Masse der Anwender ausgestoppt wird. Zusätzlich zur Anwendung des Fibonacci-Tricks empfiehlt es sich daher, einen bestimmten Betrag zu berechnen, der jeweils für jeden Markt unterschiedlich sein wird, um den die Kurse normalerweise das Niveau überschiessen werden. Gann nannte diesen Betrag „Lost Motion“. Im Laufe der Zeit verändert sich natürlich diese Lost Motion.
Am besten geeignet, um sie festzustellen sind Doppelböden und Doppeltops, die in der Fibonacci-Terminologie einem Retracement von 1,0 entsprechen. Allgemein sollte man das folgende Fibonacci-Niveau als Stopp nehmen oder das übernächste. Bei einem Retracement von 0,618 wäre zum Beispiel 0,786 als Stopp angemessen, allerdings nur, wenn die Kursabstände nicht zu groß werden, denn gerade bei Fibonacci sollte man mit möglichst engen Stopps arbeiten, ähnlich wie bei den Murrey-Linien. Der Vorteil liegt gerade darin, daß man aufgrund der engen Stops ein sehr günstiges Gewinn-Verlust-Verhältnis erzielt, weil man schnell sieht, wann man falsch liegt.
Man kann natürlich gerade bei Fibonacci kaum allgemeine Regeln für Stopps geben, da man nie allein aufgrund einer Fibonacci-Analyse in den Markt gehen wird, sondern das Kursverhalten an diesen Niveaus mit Kerzencharts und anderen Indikatoren untersuchen wird. Da man aber auf diese Weise sehr sichere Trades erhält bei denen es sehr schnell klar wird, wenn man falsch liegt, empfiehlt es sich eben allgemein, die Stopps sehr, sehr eng zu setzen.
Zylisches Timing und Fibonacci
Fibonacci und das zyklische Timing ergänzen sich ideal. Zunächst ist mit Hilfe der Zyklen, auch dann, wenn sich mehrere Zyklen überschneiden und gemeinsam einen Gipfel oder Boden bilden, ein exaktes Timing nicht möglich. Man kann allerdings ein bestimmtes Zeitfenster prognostizieren. Fällt in dieses Zeitfenster nun ein Wendepunkt nach Fibonacci, dann ist die Wahrscheinlichkeit, daß hier die Wende auftritt, natürlich schon sehr groß. Die Fibonacci-Analyse hilft hier also der zyklischen Analyse. Umgekehrt vermag allerdings auch die zyklische Analyse der Fibonacci-Analyse zu helfen, denn erreichen die Kurse innerhalb eines zyklischen Zeitfensters ein Fibonacci-Niveau, sei es über ein Retracement, eine Projektion, usw., so kann man mit großer Sicherheit hier eine Wende prognostizieren, also das Halten des Niveaus.
Fibonacci-Widerstands- und Unterstützungslinien
Über die Fibonacci-Analyse ist es möglich, sowohl Widerstands-als auch Unterstützungslinien abzuleiten, zum Beispiel mit Hilfe der Projektionen und der Retracements. Die so gefundenen Linien behalten auch in der Zukunft ihre Bedeutung, man sollte sie also im Chart belassen. Jedoch ist zu beachten, daß, anders als bei anderen Widerstands- und Unterstützungslinien, diese hier immer ihre Natur behalten: Aus einer alten Unterstützungslinie wird also nie eine Widerstandslinie und umgekehrt. Es sei denn natürlich, das gefundene Fibonacci-Niveau läge auf einer Linie, die die Märkte selbst bereits zuvor als Widerstands- und Unterstützungslinie festgelegt hätten oder würden mit einer Murrey-Linie übereinstimmen oder einer Planetenlinie, usw.
Fibonacci-Retracements als Trendbestätigung
Endet eine Korrektur auf einem Fibonacci-Niveau, das heißt wird ein Fibonacci-Retracement gemacht, dann ist dies fast immer ein Zeichen, daß der Trend weitergeht. Wir befinden uns dann also auf der richtigen Marktseite.
Langfrist-Fibonacci-Analysen
Fibonacci wird normalerweise in kurzfristigem Rahmen eingesetzt, da Langfrist-Analysen wenig zum Trading-Erfolg beitragen. Will man dies aber tun, so ist zu berücksichtigen, daß sie bei einer ganzen Reihe von Märkten dann besser funktionieren, wenn man die Preise inflationsbereinigt, zum Beispiel bei Aktienindizes.
Fibonacci-Verhältnisse zwischen den Impulswellen
Als Impulswellen bezeichnet man die Bewegungen innerhalb eines Trends, die in Trendrichtung laufen. Die Bewegungen dagegen werden als Korrekturwellen bezeichnet. Zwischen den einzelnen Wellen findet man meist Fibonacci-Verhältnisse, z. B. haben Impulswellen die Tendenz, beim Dollar häufig kleiner zu werden und zwar in einem konstanten Verhältnis zur jeweils vorhergehenden Impulswelle. Aber natürlich stehen auch die einzelnen Wellen, also zum Beispiel Korrektur-zu Impulswelle so gut wie immer in einem Fibonacci-Verhältnis zueinander. Die jeweiligen Korrekturwellen kann man als Retracements auffassen, die folgenden Impulswellen als Projektion und außerdem sollte man einen Blick auf die Elliot-Wellen-Theorie werfen.
Carolans Spiralkalender
Die Fibonacci-Zahlen und Verhältnisse kommen in den Kursen auf vielfältige Weise vor, ebenso wie in allen Dingen der Natur. Daher sind die Möglichkeiten der Analyse bei weitem nicht ausgeschöpft. Der Ansatz Carolans wird hier vorgestellt als eine der vielen Möglichkeiten der Weiterentwicklung.
Die Ableitung der Carolan-Zahlen
Carolan multipliziert die Wurzeln aus den Fibonacci-Zahlen mit 29,5; dies entspricht dem Mondumlauf. Fibonacci Wurzel * 29,5 = Carolan
1 * 1 = 29,5
2 * 1,41 = 41,8
3 * 1,73 = 51,1
5 * 2,24 = 66
8 * 2,83 = 83,5
13 * 3,61 = 106,5
21 * 4,58 = 135,3
Die Fibonacci-Verhältnisse gliedern den Aktienmarkt
Der S&P und die meisten anderen Aktienmärkte lassen sich sowohl im länger-als auch im kurzfristigen Bereich, auch im Tageslauf, sehr stark mit Fibonacci-Verhältnissen aufgliedern. Im kurzfristigen Bereich sind außer den Verhältnissen von 0,618; 1,0; 1,618 auch noch die Verhältnisse von 0,786 und 1,27 wichtig. Letzteres ist die Wurzel aus 1,618 und ersteres das Quadrat von 0,618.
Neben den Retracements beim Daytraden, vor allem der Eröffnungsbewegung, sind besonders die Extensionen wichtig, einige Beispiele werden im folgenen auf dieser Seite gegeben. Weiter sind die Preisziele wichtig: Wenn eine Bewegung nicht auf den drei Retracement-Niveaus der vorangegangenen Gegenbewegung wendet(im Intradaybereich 0,618; 0,786; 1,0), dann werden Boden oder Top der Bewegung fast immer bei 1,27 oder 1,618 liegen.
Eröffnung und Fibonacci
Für viele Märkte ist es typisch, daß in der Mehrzahl der Fälle die Richtung des Opens auch die Tagesrichtung darstellt, allerdings wird dann in der Regel auf die erste größere Bewegung nach dem Open ein Fibonacci-Retracement gemacht, meist von 0,618, auch 0,5 kommt relativ häufig vor. Dies ist im übrigen auch für Devisen typisch, so daß man die Future-Kurse in Chicago für Devisen beachten sollte als Indikator, auch wenn man im Interbankenhandel tradet.
Dieses Fibonacci-Retracement auf die Eröffnungsbewegung stellt einen sehr günstigen Eintrittspunkt dar und zwar aus drei Gründen:
- Bei Erreichen des Fibonacci-Niveaus verlangsamen sich die Kurse meist stark, so daß ein Eintritt leicht möglich wird.
- Man kann hier sehr günstig mit einem engen Stop arbeiten, den man auf das 0,85-Niveau legt.
- Die Trefferquote dieses Trades ist sehr hoch, etwa bei 75%, besonders, wenn man noch andere Indikatoren hinzunimmt. Der Grund ist, daß sich hier mehrere Wahrscheinlichkeiten addieren, denn in der Mehrzahl der Fälle entwickelt sich der Tag in Richtung der Eröffnung.
Ein Fibonacci-Retracement-System für die Eröffnung
Im Intraday-Bereich dominieren die 0,618-Retracements. Gelegentlich findet man auch das Verhältnis von 0,79. Dies erlaubt eine einfache, aber wirkungsvolle Technik, die nicht nur eine hohe Trefferquote hat, sondern auch ein extrem günstiges Verhältnis von Gewinn zu Verlust. Man wartet bis die erste Eröffnungsbewegung ein 0,618-Retracement gemacht hat.
Man geht jetzt in den Markt und legt den Stop bei 0,85, ebenfalls ein Fibonacci-Niveau. Der Trade wird nur gemacht, wenn die Preisbewegung keine großen Bars enthält und auch der Close des Bars niemals mit einem Extrem in Trendrichung zusammenfiel. Beides würde dafür sprechen, daß das Niveau nicht hält. Zusätzlich kann man andere Indikatoren benutzen, um zu prüfen, ob sie für eine Wende sprechen, auch andere Widerstandslinien, zum Beispiel Murrey.
Fibonacci-Retracements
Unter Retracement versteht man den prozentualen Teil einer Bewegung, der von der folgenden Korrektur wieder überdeckt wird. Steigt zum Beispiel der Euro gegen den Dollar von 1,10 auf 1,20 und würde die folgende Korrektur von 1,20 auf 1,15 sinken und dort einen Boden machen und die Kurse dann wieder ansteigen, dann würde man von einem 0,5-Retracement sprechen, weil die Korrektur eben 50% oder die Hälfte der Aufwärtsbewegung betragen hat.
Typischerweise finden auf dem Fibonacci-Retracement-Niveau Wendeformationen in den Kerzencharts statt. Vor allem, wenn man mit Retracements bei kleineren Bewegungen, etwa auf Stundencharts arbeitet, sollte man sich auf jeden Fall mit den Kerzenformationen vertraut machen. Man muß immer die Retracements in Verbindung sehen mit der Stärke des jeweiligen Trends. Befindet sich der Markt zum Beispiel in einem sehr starken Aufwärtstrend, dann bezieht sich das Retracement sehr oft, wenn es eintritt, also die Korrekturbewegung, nicht auf den gesamten Trend, sondern nur auf die letzte Welle des Trends.
Sinnvoll ist es hier, a la Elliot, zwischen Impuls- und Korrekturwellen zu unterscheiden und eine Zählung durchzuführen. Bei den benutzten Fibonacci-Niveaus ist es sinnvoll, den Fibonacci-Trick anzuwenden. Allgemein gilt, daß Retrecement-Niveaus besonders dann zuverlässig sind und Vertrauen verdienen, wenn sie auf früheren Widerstands- und Unterstützungsniveaus lagen. Günstig ist es auch, wenn sie auf Widerstandslinien liegen, die über die Murrey-Analyse oder über die Planetenlinien gefunden wurden.
Wenn Retracement-Niveaus nicht genau erreicht werden, sondern nur so ungefähr, hilft manchmal die Benutzung des Fibonacci-Tricks. Allerdings neigen manche Märkte auch zu Retracements, die nicht auf den Fibonacci-Verhältnissen basieren, jedenfalls nicht direkt, zum Beispiel macht Gold sehr häufig ein Retracement von 0,44. In der Regel lassen sich diese empirisch gefundenen Zahlen aber auch in irgendeiner Form auf die Fibonacci-Reihe zurückführen, vor allem, wenn man die Fibonacci-Verhältnisse in den dreidimensionalen Räumen, also geometrischen Formen, wie Kugeln, Pyramiden, usw., untersucht.
Handelt es sich um größere Retracements, ist es interessant, sie zu vergleichen mit den Zyklen, die gerade im Markt herrschen, ob also ein zyklischer Wendepunkt bevorsteht, was die Treffsicherheit natürlich stark erhöht. Man sollte immer versuchen, die gefundenen Retracement-Niveaus zusätzlich abzusichern über Projektionen. Diese müssen dann natürlich von anderen Kursbewegungen ausgehen. Außerdem gibt noch eine Vielzahl von Indikatoren Hinweise zum Beispiel durch Divergenzen zwischen Indikatoren und Kurs.
Man sollte für jeden Markt, in dem man handelt, empirisch ein Minimum festlegen für die Mindestgröße der Bewegung, auf die es sich lohnt, Retracements zu berechnen. Beim Yen sind das zum Beispiel 200 Basispunkte. Kommt es zu einer Bullen-oder Bärenfalle auf einem Retracement-Niveau, so sollte man in jedem Fall die Position drehen oder wieder in den Markt gehen. Denn es sind dann sehr starke Bewegungen zu erwarten. Es ist natürlich schwierig zu entscheiden, ob man sich wirklich in einem Trend befindet, der weitergehen wird oder in einer Art Seitwärtsbewegung.
Der Trendwechsel sollte möglichst schnell geschehen, wobei schnell natürlich relativ zu sehen ist zum Zeitrahmen, in dem man handelt. Nach einer starken Bewegung, sei es nach oben oder unten, entsteht praktisch immer eine Korrektur auf einem Fibonacci-Niveau, wenn die Kurse zum ersten Mal eine Korrektur machen. Dauert die Bewegung dann längere Zeit an, so kann bei späteren Korrekturen sich diese Beziehung auflockern, das heißt es können dann Korrekturen entstehen, die nicht durch Fibonacci erklärbar sind.
Allgemein empfiehlt es sich, die Fibonacci-Retracements in Zusammenhang zu setzen mit Gann-Angles, Fibonacci-Niveaus, den Murrey-oder Planetenlinien. Es ist zu beachten, daß die Gann-Angles auch geeignet sind, für eine Prognose des wahrscheinlichen Retracement-Niveaus. Dieses ist von besonderer Bedeutung für das erfolgreiche Traden. Man sollte die Fibonacci-Retracements immer in Zusammenhang mit Trendkanälen benutzen, da ein Retracement eine wesentlich höhere Trefferquote hat, wenn es in der Nähe der Grenze eines Trendkanales stattfindet.
Die drei wichtigsten Fibonacci-Verhältnisse für Korrekturen
Die wichtigsten Verhältnisse sind 0,382; 0,5 und 0,618. Meist ist es so, daß größere Bewegungen auch größere Korrekturen haben. Ist der Trend allerdings stark, dann neigen die Kurse dazu, in der Mitte und gegen Ende des Trends nur die kleinen Korrekturen zu machen von 0,382. Nach einer Trendwende allerdings beträgt die Korrektur der ersten Bewegung des neuen Trends, also der Welle 1 in der Elliot-Terminologie so gut wie immer 0, 618. Dies gilt vor allem für untere Trendwenden, also bei Bodenbildungen.
Alles in allem ist 0,618 das wichtigste Retracement. Es dominiert, sofern nicht ein starker Trend vorliegt. Wird dieses Niveau deutlich überschritten, dann haben manche Märkte die Tendenz, weiter zu gehen und zwar unabhängig von den Fibonacci-Niveaus bis zum Schlußkurs des Bars des letzten Bodens oder Gipfels. Außerdem ist noch das Retracement-Niveau von 1,0 zu beachten, dies führt zu einem Doppelboden bzw. Doppeltop. Treten geringere oder größere Retracements auf, so sagt dies etwas über die Stärke des Trends aus.
Ein kleines Retracement deutet auf einen sehr starken Trend hin, ein großes Retracement auf einen schwachen. Ausnahme macht hier der Beginn einer Bewegung: Das erste Retracement auf eine beginnende Bewegung ist meist sehr groß, meist 0,618 oder sogar mehr. Dies spricht dann nicht für einen schwachen Trend, sondern ist typisch für den Beginn eines Moves.
Die Retracements von 0,38 treten meist nur dann auf, wenn zuvor eine sehr scharfe Trendbewegung voranging mit relativ großen Bars. Als Faustregel sollten die Bars etwa dreimal so lang gewesen sein, wie normale. Dann wird ein schwaches Retracement von 0,38 wahrscheinlich. Außerdem tritt dieses Korrekturniveau gehäuft auf, das heißt gab es einmal ein 0,38-Retracements, so besteht die Wahrscheinlichkeit, daß es sich bei der nächsten Korrektur wiederholt.
Sekundäre Fibonacci-Retracements
Nicht immer endet eine Korrektur auf einem der üblichen Fibonacci-Verhältnisse. Forscht man dann aber genauer nach, dann verhält es sich meist so, daß die Wende auftrat auf einem abgeleiteten Verhältnis, also einem sekundären Fibonacci-Verhältnis.
Darunter versteht man, daß man entweder:
- Von einem Korrekturniveau, zum Beispiel 0,618 einer Bewegung wiederum ein anderes Korrekturniveau berechnet; berechnet man zum Beispiel von 0,618 das Korrekturniveau von 0,382 so erhält man 0,23; wenn also eine Korrektur 23% der Bewegung retraced, befindet sich auch das im Rahmen der Fibonacci-Verhältnisse und so gibt es eine ganze Reihe von abgeleiteten Korrekturniveaus.
- Gelegentlich kommt es auch vor, daß Wenden auf anderen Niveaus enden und zwar auf Fibonacci-Niveaus, die durch Teilungen von Strecken erzeugt werden, wobei die Endpunkte dieser Strecke Fibonacci-Korrekturniveaus sind.
Nehmen wir für das letztere ein Beispiel. Nehmen wir an, wir teilen die Strecke zwischen dem 0,382- und dem 0,618-Niveau einer Bewegung wiederum in Fibonacci-Verhältnisse ein. Bei Verwendung der drei wichtigen Verhältnisse erhalten wir wieder drei neue Punkte auf denen die Niveaus wenden können.
Diese Vielfalt der möglichen Wendepunkte zeigt schon eindeutig, daß die Fibonacci-Retracements eben für sich allein genommen, kein Traden ermöglichen. Sie sind aber ausgesprochen nützlich zur Kursbeobachtung und um Gelegenheiten für das Traden zu finden, vor allem aber, um günstige Einstiegspunkte zu finden, bei denen man enge Stops legen kann, weil man schnell weiß, wann man falsch liegt.
Ein Fibonacci-Retracement-System für die Eröffnung
Im Intraday-Bereich dominieren die 0,618-Retracements. Gelegentlich findet man auch das Verhältnis von 0,79. Dies erlaubt eine einfache, aber wirkungsvolle Technik, die nicht nur eine hohe Trefferquote hat, sondern auch ein extrem günstiges Verhältnis von Gewinn zu Verlust. Man wartet bis die erste Eröffnungsbewegung ein 0,618-Retracement gemacht hat.
Man geht jetzt in den Markt und legt den Stop bei 0,85, ebenfalls ein Fibonacci-Niveau. Der Trade wird nur gemacht, wenn die Preisbewegung keine großen Bars enthält und auch der Close des Bars niemals mit einem Extrem in Trendrichung zusammenfiel. Beides würde dafür sprechen, daß das Niveau nicht hält. Zusätzlich kann man andere Indikatoren benutzen, um zu prüfen, ob sie für eine Wende sprechen, auch andere Widerstandslinien, zum Beispiel Murrey.
Eröffnung und Fibonacci
Für viele Märkte ist es typisch, daß in der Mehrzahl der Fälle die Richtung des Opens auch die Tagesrichtung darstellt, allerdings wird dann in der Regel auf die erste größere Bewegung nach dem Open ein Fibonacci-Retracement gemacht, meist von 0,618, auch 0,5 kommt relativ häufig vor. Dies ist im übrigen auch für Devisen typisch, so daß man die Future-Kurse in Chicago für Devisen beachten sollte als Indikator, auch wenn man im Interbankenhandel tradet.
Dieses Fibonacci-Retracement auf die Eröffnungsbewegung stellt einen sehr günstigen Eintrittspunkt dar und zwar aus drei Gründen:
- Bei Erreichen des Fibonacci-Niveaus verlangsamen sich die Kurse meist stark, so daß ein Eintritt leicht möglich wird.
- Man kann hier sehr günstig mit einem engen Stop arbeiten, den man auf das 0,85-Niveau legt.
- Die Trefferquote dieses Trades ist sehr hoch, etwa bei 75%, besonders, wenn man noch andere Indikatoren hinzunimmt. Der Grund ist, daß sich hier mehrere Wahrscheinlichkeiten addieren, denn in der Mehrzahl der Fälle entwickelt sich der Tag in Richtung der Eröffnung.
Fibonacci-Projektion
Als Projektion bezeichnet man den Versuch, Preisziele mit Hilfe von Fibonacci-Verhältnissen festzulegen. Es gibt hier zwei Grundverfahren, das erste bekanntere geht von der letzten Bewegung in Trendrichtung aus, das andere stattdessen von der letzten Bewegung gegen die Trendrichtung, also der Länge des letzten Retracements. Idealerweise sollte man beide verwenden, da die Preisziele, die beiden gemeinsam sind, die höhere Trefferquote besitzen.
Den Marktprojektionen kommt eine besondere Wichtigkeit zu: Die meisten Marktteilnehmer verwenden nämlich ausschließlich die Retracements, daher funktionieren die Projektionen in den heutigen Märkten besser, weil sie eben der Mehrheit unbekannt sind. Die meisten Händler nehmen diese Zielprojektion zu Gewinnmitnahmen. Interessanter ist es allerdings, sie noch auf zwei andere Weisen zu verwenden:
- Man benutzt sie Selektion der Trades, ergibt sich ein klares Korrekturmuster, das heißt bei einer Wende auf einem Fibonacci-Retracement. Gehen die Kurse wieder in Richtung des alten Trends, gibt das dann errechnete Preisziel eine erhöhte Sicherheit, denn wenn die Kurse einmal auf einem Fibonacci-Niveau gewendet haben, ist es sehr wahrscheinlich, daß sie auch ein Preisziel aus einer Fibonacci-Projektion erreichen werden.
- Findet auf dem so gefundenen Preisziel dann eine Wende statt, kann man in die neue Richtung handeln, besonders, wenn andere Indikatoren ebenfalls für eine Wende sprechen. Auf diese Weise können die Projektion in beide Richtungen gehandelt werden und sind daher noch interessanter als die Retracements.
Nach Möglichkeit sollten sich die verschiedenen Projektionen schneiden, zumindest sollte sich ein Gebiet herausbilden, wo viele Projektionen nahe beieinanderliegen. In dem Augenblick dann, wo dieses Gebiet erreicht wird, sollte man prüfen, ob auch andere Indikatoren auf eine Wende hindeuten, zum Beispiel über die Zeitanalyse. Häufig wird es vorkommen, daß die Situation unklar ist, weil die sich ergebenden Ziele zu stark divergieren. In einem solchen Fall geht man einen Zeitrahmen höher, also zum Beispiel von 5-Minuten-auf Stundencharts, usw. und orientiert sich dort. Auch die Ziele von Tages- und Wochencharts sind häufig wichtiger als die, die man in den Zeitrahmen findet, die man handelt.
Sowohl bei den Preiszielen, die sich aus den Retracements ergeben, als auch bei denen, die man über die hier dargestellten Projektionen findet, pflegen sich die Kurse meist zu beschleunigen, wenn sie hier Wende machen. Dies ist einer der Gründe, warum die Fibonacci-Analyse im Bereich des Devisenhandels eine so zentrale Bedeutung gewonnen hat, denn hier fehlen viele andere Orientierungspunkte, zum Beispiel Eröffnungskurse, usw., da es sich um ein 24-Stunden-Traden handelt, wo auch Volumen und andere Indikatoren nicht zur Verfügung stehen. Wenden auf den Fibonacci-Niveaus allerdings bringen fast immer Trades, die lang genug sind, um Gewinne zu machen.
Verlängerte Fibonacci-Projektion
Besonders beim Aktienmarkt findet man die häufige Erscheinung, daß innerhalb einer Bewegung sich zweimal ein Fibonacci-Verhältnis bildet, getrennt von einer nur kurzen Seitwärtsbewegung oder -korrektur. Zum Beispiel findet man beim Daytraden häufig eine Bewegung von zum Beispiel 1,27 der vorangegangenen Bewegung (dies kann auch die letzte Bewegung von gestern sein, wenn es sich um die Eröffnungsbewegung handelt)und nach einer kurzen Konsolidierung verlängert sich die Bewegung von 1,44 der vorangegangenen Bewegung.
Die wichtigsten Fibonacci-Preisprojektionen
Von der Impulsbewegung zur Gesamtbewegung
Unter Impulsbewegung versteht man immer eine Bewegung in Richtung eines Trends, also nach oben oder unten. Davon abzuheben ist die Korrekturbewegung, die einen Teil der Impulsbewegung retraced, vgl. hierzu Elliot und Fibonacci-Retracements. Bei dieser Technik schließt man jetzt also von der Größe der Impulsbewegung auf die Gesamtbewegung, die aus der Impulsbewegung der Korrekturbewegung und der folgenden Impulsbewegung besteht, das heißt man schließt auf die Höhe des Preisziels der Trendbewegung, die auf die Korrektur folgt.
In der Elliot-Wellen-Terminologie, wie die einzelnen Wellen numeriert werden, bedeutet dies, daß man von der Größe der Welle 1 auf das Ende der Welle 3 schließt. Im Normalfall wird die Welle 1, also die erste Impulsbewegung entweder 0,382 oder 0,618 der Gesamtbewegung betragen. Seltener treten auch die Verhältnisse von 0,5 auf und von 0,236. Die am häufigsten verwendeten Multiplikatoren sind 0,618; 2,618; 2,0; 4,236. Ander ausgedrückt: Welle 1 ist meist entweder 0,382; 0,618; 0 5 oder 0,236 des Gesamtgebietes von Beginn der Welle 1 bis Ende Welle 3.
Tipp
Fällt die Korrektur klein aus, dann ergibt die Projektion mit diesem Verfahren meist das richtige Ziel, das heißt die Ergebnisse sind wahrscheinlich richtiger als jene, die mit den anderen Verfahren der Projektion gewonnen worden sind.
Von der ersten Impulsbewegung auf die zweite Impulsbewegung
Hier schließt man, wie im ersten Verfahren, ausgehend von der gesamten ersten Trendbewegung mit Hilfe der Multiplikation von Fibonacci-Verhältnissen auf die Länge der zweiten Impulsbewegung. Man schließt also in der Terminologie von Elliot von Welle 1 auf Welle 3. Im Unterschied zum ersten Verfahren jedoch, wird die so gewonnene Strecke nicht vom Beginn der Bewegung aus abgetragen in Trendrichtung, sondern vom Ende der Welle 2, also vom Ende der ersten Korrektur. Die Fibonacci-Multiplikatoren sind hier etwas anders als bei den anderen Verfahren, zumeist: 0,618; 1,0; 1,618; häufig auch 1,27. Seltener finden sich 0,382; 0,5; 2,618. Sogar 4,236 kann in einem starken Trend vorkommen.
Preisprojektion vom nichtretracten Teil auf die Gesamtbewegung
Man nimmt nur jene Strecke der Impulsbewegung, also von Welle 1, die nicht von Welle 2 retraced wurde. Daher muß man hier größere Fibonacci-Verhältnisse verwenden. Vor allem jene Preisziele sind wichtig, die sich auch aus anderen Projektionen ergeben.
Preis-Projektion aus mehreren Impuls-Wellen
Dieses Verfahren ähnelt dem Measured Move. Man nimmt also die Länge von vergangenen Impulswellen und setzt sie an das Ende von Korrekturen an und sucht nach Überschneidungen. Hier spielen besonders die Fibonacci-Verhältnisse von 1,236 und 1,764 eine Rolle, sowie die Vielfachen, besonders 2 und 3.
Preis-Projektion aus der letzten Korrektur-Bewegung
Hierbei wird die Größe der letzten Korrekturbewegung mit Fibonacci-Verhältnissen multipliziert. Dieser Betrag wird dann ebenfalls an das Ende des Retracements angesetzt, wie oben am bekannteren Verfahren.
Da im Normalfall die Korrekturbewegung kleiner war als die vorangegangene Trendbewegung, benutzt man hier natürlich größere Fibonacci-Verhältnisse. Üblich sind 1,618 und 2,618. Bei sehr starken Trends kann auch einmal das Ziel von 4,236 erreicht werden.
Die Zahlen ergeben sich dadurch, daß man 1,618 zum Quadrat setzt, was 2,618 ergibt und nimmt man 1,618³, so erhält man 4,236. In der Terminologie der Elliot-Wellen wird hier also von Welle 2 auf Welle 3 geschlossen. Bei Aktien funktioniert dieses Projektionsverfahren besonders gut, Hier findet man auch besonders häufig das Verhältnis von 1,382. Besonders bei größeren Retracements ist es sinnvoll, es bei Aktien anzuwenden.
Pullback-Projektion
Diese Technik wurde von Erich Florek entwickelt. Sie wird angewendet, wenn ein Retracement aufgetreten ist, das nicht auf einem Fibonacci-Niveau stattgefunden hat. Am einfachsten funktioniert sie, wenn man ein professionelles Börsenprogramm hat, das es ermöglicht mit der Maus die Fibonacci-Zonen zu verschieben, wobei sie sich gleichzeitig an die geänderten Kurse anpassen, daher der Name „Pull“. Man kann es natürlich auch mit einem Dreisatz machen, was aber im Intraday aufwendig wäre.
Das Verfahren wird eingesetzt, wenn eine Korrektur aufgetreten ist, die nicht auf einem Fibonacci – Niveau gehalten hat. Nehmen wir als Beispiel einen 5-Minuten-Chart des Dax-Futures. Der Dax stieg von 3733 auf 3763 und korrigierte jetzt auf 3750, wo er einen Boden machte. Dies ist noch oberhalb der 50%-Marke. Das Fibonacci-Niveau wurde also nicht ganz erreicht. Man zieht jetzt die 62%-Korrekturlinie des Programms nach oben, so daß sie auf den Boden zu liegen kommt. Das Niveau, wo jetzt das Ende des Moves liegt, ist dann die neue Zielzone, in diesem Fall 3777, die auch exakt erreicht wurde.
Im Dreisatz würde man das am einfachsten so ausrechnen: Man setzt das Niveau des Retracements(hier bei 3750) als 62%-Marke der gesamten Bewegung (zukünftig) und rechnet jetzt von hier aus den Abstand zum Beginn der Bewegung, auf den sich das Retracement bezog. Dies waren 3733. 3733 + 0,38 * x = 3750. Durch Umformung erhält man 0,38x = 50 – 33 = 17, so daß x = 17 : 38 sind.
X ist also = 44. Zählt man 44 zum Beginn des Moves von 3733 hinzu, erhält man 3777, was exakt der nächste Top Nr. 2 war.
Das Konzept der Saat-Welle
Neue Wenden zeichnen sich früh dadurch aus, daß sie nach einem absoluten Tief oder Hoch ein neues Tief darüber bzw. ein neues Hoch darunter bilden. In einem solchen Fall kann man vom Beginn eines neuen Trends ausgehen. Als Saat-Welle, also als erste Welle auf der wir eine Fibonacci-Projektion vornehmen, bezeichnen wir dann die Bewegung vom tiefsten Tief bzw. höchsten Hoch zum höheren Tief (bzw. tieferen Hoch), das sich zwischen dem 8. und 13. Bar gebildet hat. Diese Vorgehensweise verhindert, daß wir zu kleine Wellen als Welle 1 ansehen. Häufig ist auch die erste Welle schon untergliedert in eine Korrekturbewegung.
Nehmen wir ein Beispiel: Yahoo hätte ein neues Tief gebildet bei 218 (d. h. die vorangegangenen Tiefs lagen höher). Bildet sich jetzt nach dem fünften Bar ein höheres Tief, zum Beispiel bei 219, so führen wir jetzt noch keine Fibonacci-Projektion durch. Wir warten auf ein Tief zwischen dem 8. und 13. Bar. Nehmen wir an, ein solches bildet sich im 9. Bar bei 220. Wir würden jetzt den höchsten Punkt zwischen diesem Tief und dem tiefsten Tief bei 218 suchen und die Bewegung vom tiefsten Tief als Welle 1 kennzeichnen. Nehmen wir an, dieser höchste Punkt läge bei 223, dann würde unsere Welle 1 also 5 Punkte betragen.
Fibonacci-Projektionen ausgehend von absoluten Werten
Dies ist ein relativ neues Verfahren. Es ist besonders interessant für Aktien. Daß dieses Verfahren funktioniert, zeigt, in welchem Maß die Kursbewegungen mathematisch von den Fibonacci-Verhältnissen dominiert werden. Man geht hier nämlich von absoluten Preisen aus (Ähnliches machte übrigens schon Gann, dieser benutzte zwar nicht die Fibonacci-Zahlen, sondern die Oktavierung, jedoch ähneln sich viele der Verhältnisse sehr stark, so daß das Funktionieren dieses Verfahrens nicht besonders überraschend ist).
Dividiert man eine Fibonacci-Zahl durch die vorhergehende, so erhält man die Wachstumskonstante 1,618. Diese findet sich nun auch in den Aktienkursen. Ich könnte zum Beispiel ausgehend vom Ausgangstief bei Yahoo von 210 diese Zahl mit 1,618 multiplizieren und erhielte ein Ziel von 339,78. Dies wäre das Wachstumspotential der Aktie, aber keine Prognose, daß dieses erreicht wird. Da so große Abstände außerhalb des Bereichs der Daytrader liegen, gehen wir so vor, daß wir 1,618 durch 10 dividieren.
Wir multiplizieren also 210 * 0,1618 und erhalten 33,98. Addiert man dieses Ergebnis zu 210, so erhält man als Ziel 243,98. Diesen Move von 210 nach 243,98 betrachten wir als eine Wachstumseinheit. Wir erhalten also so ein zusätzliches Preisziel. Ich kann jetzt diese Strecke nach den Fibonacci-Verhältnissen teilen, also 0,38; 0,50 und 0,62. Auch 1,0 und 1,62 bilden zusätzliche Preisziele. Dieses kann man jetzt weiterführen.
Besonders die wichtigen Fibonacci-Punkte, wie 0,382 oder 0,618 kann man wiederum als eine Einheit ansehen und selbst wiederum 0,382 und 0,618 unterteilen. Man kann auch andere Fibonacci-Verhältnisse benutzen, zum Beispiel 0, 382 im obigen Beispiel würden wir dann 210 multiplizieren mit 0,0382 und erhalten 8,02. Eine weitere Teilung wäre hier wenig sinnvoll, wir addieren diese Zahl zu 210 und erhalten als Preisziel 218,02.
Anpassung an das Daytraden
Bei Verwendung von 1,618 würden wir im obigen Beispiel 210 * 0,618 rechnen, was 33,98 ergibt. Diesen Wert teilen wir jetzt für die Verhältnisse des Daytradens durch 10 und erhalten abgerundet 3,4. Diese Zahl kann man auch dazu benutzen, um einen Trendbestätigungspunkt zu finden. Wir addieren diesen Wert zum Tiefstpunkt von 210 und erhalten 213,40 und ziehen diesen Betrag auch ab von 210, was 206,6 ergibt. Ein Aufwärts-oder Abwärtstrend wäre bestätigt, wenn diese Werte überschritten wären.
Fibonacci Ellipsen (Bögen)
Die Ellipsen als Hilfsmittel des Traders hatten ursprünglich nichts zu tun mit der Fibonacci-Analyse, sondern sind ein Praktiker-Verfahren gewesen. Einer der ersten, der dieses Verfahren anwendete, zumindest von dem wir es wissen, war George Beyer, ein Weizen-Trader aus Chicago, der eine Reihe von Büchern verfaßt hat, auch astrologischer Art, die damals kaum Leser fanden und deren Nachdrucke heute zu Höchstpreisen gehandelt werden.
Einige Trader gingen so vor, daß sie sich Ellipsen verschiedener Größe ausschnitten und sie an die Charts anlegten. Wurde dann eine Ellipse von einem Chart in der Breite ausgefüllt, erwartete man, daß diese Ellipse den ganzen Wellenzug, also die Bewegung in Trendrichtung, die Kurse umspielen würde, so daß der Bruch eine Trendwende bedeutet. Heute ist es natürlich, die Ellipsen mit Chartprogrammen einzuzeichnen und fast alle führenden Programme geben mittlerweile diese Möglichkeit.
Dabei hat es sich bewährt, für die Größe der Ellipsen Fibonacci-Verhältnisse zu benutzen. Wie auch die anderen geometrischen Fibonacci-Verfahren kann man mit Hilfe der Ellipsen sowohl zeitliche als auch preisliche Prognosen treffen. Ähnlich wie mit den Kanälen und der Fibonacci-Spirale. Ihre Anwendung ist jedoch schwieriger und erfordert einige Übung, dennoch ist sie sehr lohnenswert. Die Schwierigkeiten liegen im folgenden:
- Auch wenn man eine Ellipse gefunden hat, die die Preisbewegung umspannt, kann es sein, daß man im späteren Verlauf die Ellipse verlängern muß. Hierzu gehört einige Erfahrung.
- Innerhalb der Ellipse treten verschiedene Formen von Wellen auf, also verschiedene Muster, was häufig verwirrend wirkt.
- Fibonacci-Ellipsen sind gelegentlich, sogar ziemlich häufig, miteinander verbunden. Das bedeutet, daß nach einem Austritt aus einer Ellipse nicht nur eine neue Ellipse beginnt, sondern es ist auch möglich, daß ein Teil einer alten Ellipse sinnvollerweise schon ein Teil der neuen werden kann, es gibt als Überschneidungen zwischen den Ellipsen und einzelne Wellenzüge können Teil zweier Ellipsen sein.
- Gelegentlich ist es auch lohnenswert bei größeren Ellipsen, zum Beispiel von Wochendaten, eine Teilbewegung zum Gegenstand einer kleineren Ellipse zu machen, dann einen Zeitrahmen niedriger auf Tages-Charts. Dies kann man natürlich auch mit Tages- und Stundencharts, usw. machen.
Man sollte sich immer bemühen für jeden dreiwelligen Zyklus eine eigene Ellipse zu bilden, also zwei Wellen in Trendrichtung und zwischen ihnen eine Korrekturwelle. Deren Stärke bestimmt die Breite der Ellipse. Die Ellipsen werden einerseits angewendet zu Gewinnmitnahmen, wenn man bereits im laufenden Trend ist und dessen Ende erwartet, andererseits dienen sie zum Markteinstieg, wenn man in die Haupttrendrichtung gehen will.
Man sollte zunächst mit einem dreiwelligen Muster beginnen, das sich immer findet und die Grundstruktur des Marktes ist. Hat man einige Übung, kann man versuchen, die Ellipse auch auf fünfwellige Muster anzuwenden, analog von Elliot. Die Ellipsen sind um dreiwellige Muster besser zu ziehen, aber die fünfwelligen bringen bessere Ergebnisse. Man kann auch so vorgehen, daß man mehrere kleinere Ellipsen aus der Vergangenheit in eine größere einbettet, um ein Fünfwellenmuster zu analysieren, falls es sich bildet.
Treten die Preise vor dem Ende der Ellipse aus, so wird dieser Ausbruch nicht gehandelt. Man verwirft vielmehr die alte Ellipse und zeichnet eine neue ein. Nach Möglichkeit sollte man die Ellipsentechnik verbinden mit den anderen Verfahren, das heißt die Endpunkte der Ellipsen sollten auf den Niveaus liegen von Retracements, Projektionen, Kanallinien, usw.
Der große Vorteil der Verwendung der Fibonacci-Ellipsen liegt darin, daß sie das anscheinend unübersehbare Wirrwarr der Kurse in deutlich erkennbare Muster gliedern. Der Trader, der es gelernt hat, die Kurse mit Hilfe der Ellipsen zu analysieren, weiß immer, wonach er Ausschau halten muß. Vor allem, wenn er die Ellipsen auf verschiedene Zeitrahmen anwendet, zum Beispiel Stunden-, Tages- und Wochendaten.
Die Bildung der Fibonacci-Ellipsen
Der Kreis entspricht einer Ellipse bei der die beiden Achsen der Ellipse, also die, die die Länge mißt und die, die die Breite mißt, jeweils die gleiche Länge haben. Ihr Quotient ist dann 1, eine Zahl, die auch zur Fibonacci-Reihe gehört. Von diesem Quotient 1 ausgehend, wird bei den Fibonacci-Ellipsen der Quotient zwischen der Länge der beiden Achsen in Fibonacci-Verhältnissen gesteigert und zwar 1,618; 2,618; 4,236; 6,854; 11,09; 17,944; usw.
Ist die Ellipse von 1,618 noch eher kreisförmig, ist die mit dem Quotienten von 4, 236 schon deutlich als Ellipse zu erkennen und weiter als 17,944 sollte man nicht gehen, diese entspricht schon einer Havanna-Zigarre und es gibt selten schmalere Bewegungen in den Kursen. Besonders wichtig ist, daß man erst dann sinnvoll versuchen kann, die Kurse in eine Ellipse einzufassen, wenn bereits die dritte Welle läuft, denn die Korrekturbewegung setzt den Maßstab für die Breite der Ellipse, wir brauchen also drei Punkte, den Beginn der Trendbewegung, ihr Ende, das zusammenfällt mit dem Beginn der Korrektur und dessen Ende.
Hierbei ist besonders darauf zu achten, daß die Welle 2, also die Korrekturbewegung, meist selbst aus drei Wellen besteht. Man muß also die Ellipse nicht zu früh anlegen, weil sie sonst viel zu früh gebrochen wird, was dann kein Hinweis auf eine Trendwende ist, sondern nur auf ein zu frühzeitiges Anlegen.
Die Ellipse als Ausgangspunkt der Fibonacci-Analyse
Die Ellipse eignet sich gut als Startpunkt für die Analyse. Sie funktioniert in allen Zeitrahmen, nur bei sehr extremen Preisschwüngen ist es nicht möglich mit ihr zu arbeiten. Ansonsten folgen die Kurse eben der Ellipsenform. Aus diesem Grund werden alle anderen Preisziele, die man findet, sei es über Projektionen, Retracements, Spiralen, usw., aufgewertet, wenn sie auf das Ende einer Ellipse fallen.
Dazu ist es natürlich nötig, daß man mit mehreren Zeitrahmen arbeitet, zum Beispiel wird man die Tagesbewegung auf Stundencharts meist in drei Ellipsen analysieren können. Es ist allerdings darauf hinzuweisen, daß das Ende einer Spirale nicht als Bestätigung eines Zeitziels dient oder eines Preiszieles. Der Endpunkt sollte zweimal bestätigt sein durch andere Instrumente.
Das Traden mit den Fibonacci-Ellipsen
Will man die Ellipse zum Markteinstieg verwenden, reicht normalerweise nicht ein Bruch der Ellipse, sondern man wartet bis die Ellipse völlig durchschritten ist und tradet erst am Ende auf den Bruch. Bei einem Bruch vor dem Ende ist es meist sinnvoller, die Ellipse zu verbreitern, also einen Quotienten zurückzu- gehen. Noch günstiger ist es, statt des Ausbruchs aus der Ellipse den Ausbruch aus einem Trendkanal zu traden, der sich durch Trendlinien ergibt, die als Tangenten an die Ellipse gelegt werden.
Die Ausbrüche aus den Tangenten an die Ellipsen geben zwar etwas später Signale als die Ausbrüche aus den Ellipsen selbst, aber wesentlich sicherere und diese Signale sind deutlich früher als wenn wir Trendlinien zeichnen würden an die Kurse selbst und deren Breaks traden. Siehe das Beispiel unten. Grundsätzlich gilt immer, daß wir für den Einstieg immer gegen den Trend gehen, das heißt gegen die Neigungsrichtung der Ellipse. War sie nach oben, wird also leerverkauft, war sie nach unten, wird gekauft. Wir würden also nur den Ausbruch in diese Richtung aus dem Kanal traden.
Ausnahmen können sich ergeben, wenn die Neigung der Ellipse fast waagerecht war, dann können Ausbrüche nach beiden Richtungen getradet werden. Kehrt sich der Markttrend am Ende der Ellipse um, dann betrachten wir den Endpunkt der alten Ellipse als Anfangspunkt für eine neue, wobei wir einige Überschneidungen in Kauf nehmen müssen. Es gibt nur wenig Kurse, die nicht in Ellipsenform sich abspielen. Die Ellipse eignet sich nur als gröberes Hilfsmittel für das Timing, für den konkreten Eintritt muß man weitere Indikatoren benutzen, zum Beispiel die speziellen Tagesmuster beim Daytraden, usw.
Die schmalen Ellipsen sehen zwar besser aus, aber sicherer sind die Ergebnisse bei den etwas fülligeren Ellipsen, also denen mit den kleineren Fibonacci-Verhältnissen. Noch wichtiger ist die Steigung der Ellipse. Je steiler, desto stärker wird vermutlich die Korrektur werden, auch die Größe einer Ellipse spielt eine Rolle: Wendepunkte werden besonders dann wichtig sein, wenn innerhalb einer großen Ellipse man an die Kurse drei kleinere Ellipsen einzeichnen kann. Die Ellipse gibt schon ein frühzeitiges Zeichen für eine Wende.
Befinden sich die Kurse nämlich am Ende der Ellipse und zeigen sich hier Wendezeichen, zum Beispiel wenn eine Widerstandslinie hält, wenn ein Fibonacci-Niveau erreicht wird und nicht durchbrochen wird oder die Kurse auf einem Fibonacci-Zeitziel wenden, kann es dann in der Nähe des Endes der Ellipse schon sinnvoll sein, sich noch innerhalb der Ellipse im Markt zu positionieren. Man sollte nur Ellipsen verwenden, die mindestens 21 Bars umfassen.
Frühzeitiges Ausbrechen aus den Ellipsen
Brechen die Kurse frühzeitig aus der Ellipse aus und nicht an ihrem Ende, muß die Situation neu analysiert werden. Man verwendet dann also eine neue Ellipse. Dies bedeutet aber nicht, daß man die erste Ellipse vergessen sollte: Denn fast immer tritt ein Wendepunkt auf, wenn das Zeitziel erreicht wird, das durch Ende dieser Ellipse gekennzeichnet wird. Die Kurse reagieren dann auf diese Ellipse, obwohl sie sich nicht mehr darin befinden.
Fibonacci-Kanäle
Die Fibonacci-Kanäle haben nichts zu tun mit den normalen Preiskanälen. Diese entstehen durch Anlegung einer Trendlinie zu der dann eine Parallele gezogen wird im jeweiligen entgegen- gesetzten Hoch-oder Tiefpunkt. Dagegen werden die Fibonacci-Kanäle anders berechnet. Die grundlegende Trendlinie von der aus die Fibonacci-Kanäle berechnet werden, wird durch ein 3-Wellen-Muster hindurchgezogen, sie wird als Basislinie bezeichnet. In einer dreiwelligen Bewegung verbindet man Anfang- und Endpunkt dieser Bewegung, die Basislinie geht also durch Welle 2 hindurch.
Der Unterschied zwischen den Impuls- und den Korrekturwellen wird im Elliotmuster dargestellt. Zu dieser Basislinie wird nun die sogenannte Außenlinie gezogen durch jenen Extrempunkt der Welle 2, in deren Richtung sich nach Ende der Welle 3 die Kurse bewegen. Auf diese Weise entsteht ein Kanal, der aber anders als die üblichen Trendkanäle nicht die gesamte Wellenbewegung einschließt. Zu diesem Kanal nun werden Parallelen gezogen, wobei die Breite des Kanals mit Fibonacci-Verhältnissen multipliziert wird.
Dieses Verfahren ist noch nicht in allen gängigen Softwarepaketen enthalten und daher wenig bekannt. Wichtig ist, daß man nur strukturell wichtige Wendepunkte und Wellenzüge zur Konstruktion eines Fibonacci-Kanals benutzt. Im Normfall bietet die arithmetische Skalierung hier bessere Ergebnisse als die übliche halblogarithmische. Bei den meisten Fällen endet die Relevanz der Kanäle bei der Relation 2,618. Es kommt aber häufig vor, daß noch weit höhere Relationen funktionieren, etwa 4, 236. Dies hängt von der Breite des Kanals ab: Je schmaler der Kanal, desto brauchbarer werden die entfernten Fibonacci-Linien.
Es gibt mittlerweile gute Software, die die Kanäle automatisch setzt. Diese kann jedoch auch nicht das Problem der Skalierung lösen, das darin besteht, daß bei allen geometrischen Verfahren, die Preis und Zeit verbinden (auch Fibonacci-Spirale, Fibonacci-Ellipse und Gann-Angles). Die Ergebnisse variiieren je nach Skalierung. Hier gibt es zwei Lösungsmöglichkeiten.
- Man benutzt eine herkömmliche Software, und versucht durch ausprobieren, eine richtige Einstellung zu finden, also von früheren Erfolgen auf heutiges zu schließen. Dies ist einfach, aber nicht exakt, funktioniert aber häufig gut.
- Man benutzt eine Software, die das Skalierungsproblem (weitgehend) gelöst hat. Diese verfügt dann allerdings nicht über alle hier dargestellten Verfahren, wie Kanäle und Ellipsen. Will man mit ihnen arbeiten, muß man dies per Hand machen, was aufwendiger, aber exakter ist.
Traden mit Fibonacci-Kanälen
Besonders relevant sind die Kreuzungspunkte der Linien, die aus verschiedenen Fibonacci-Kanälen abgeleitet werden. Diese entstehen dadurch, daß man sowohl an Trend- als auch an Korrekturbewegungen Basislinien konstruiert und daraus Kanäle formt auf die man dann die Fibonacci-Linien zieht. Es entsteht also ein Muster von sich kreuzenden Linien. Natürlich entstehen so viele Kreuzungspunkte und man kann nicht im vorhinein bestimmen, welcher Kreuzungspunkt erreicht werden wird oder welcher relevant sein wird.
Erreichen aber die Kurse einen Kreuzungspunkt, dann ist eine Wende wahrscheinlich und fast sicher, wenn noch andere Hinweise hierauf vorliegen, wenn also gleichzeitig zum Beispiel ein Preisziel über ein Fibonacci-Retracement oder eine Fibonacci-Projektion erreicht wird oder ein Zeitziel aus der Zeitanalyse. Natürlich sind auch Überschneidungen mit den anderen geometrischen Fibonacci-Verfahren interessant, wie der Ellipse oder der Spirale. Die Regel der Alternation findet sich auch bei den Kanälen.
Wird eine Linie berührt, bewegt sich der Marktpreis meist zunächst zurück zur vorhergehenden Linie und dann geht erst der Trend weiter zur entfernteren äußeren Linie. Für das praktische Traden vielleicht der wichtigste Punkt ist der: Geschieht eine Wende auf einer Linie, dann wird die jeweils nächste Fibonacci-Linie erreicht werden. Wird die Linie durchbrochen, zumindest deutlich, dann wird die weiter entfernte Fibonacci-Linie erreicht werden. Auf diese Weise ist dieses Verfahren auch geeignet, neue Preisziele festzulegen.
Wie werden gültige und ungültige Kanäle unterschieden?
Hierfür gibt es eine einfache Faustregel: Wenn der erste größere Wendepunkt an einer Linie (die mit dem Fibonacci-Verhältnis von 0,618 oder 1,0 gezeichnet wurde) auf Unterstützung oder Widerstand trifft, ist der gezeichnete Kanal gültig. In diesem Fall werden auch die weiteren Linien dieses Fibonacci-Kanals von Bedeutung sein. In der Regel sollte schon die erste Parallellinie funktioneren als Wendepunkt.
Fibonacci-Spirale
Hier handelt es sich um eine Spirale, die sich in Fibonacci-Verhältnissen vergrößert. Man findet sie in vielen Naturformen des Pflanzen- und auch des Tierreichs (z.B. bauen sich die Meeresschnecken nach diesem Muster auf). Auch in der Astronomie spielt sie eine große Rolle. In vielen Märkten, zum Beispiel bei den Devisen, jedenfalls den größeren, finden sämtliche Wendepunkte auf den Spiralen statt, jedenfalls wenn man die Spirale doppelt verwendet und zwar einmal im Uhrzeigersinn und einmal gegen ihn.
Voraussetzung ist natürlich, daß man den richtigen Startpunkt findet. Man muß mehrere Startpunkte ausprobieren, und dann sehen, welche sich bestätigen. Die Ausgangspunkte sind im übrigen anders als bei den meisten anderen Verfahren. Meist Wendepunkte, die strukturell nicht so bedeutend sind. Die Spiralen geben immer wieder verblüffende Resultate.
Da man die Wendepunkte aber nur mit sehr vielen Spiralen erfasst, ist es nicht möglich mit ihnen allein zu traden. Sie sollten immer mit anderen Verfahren kombiniert werden, auch mit anderen Fibonacci-Verfahren. Bei letzteren bieten sich vor allem die Fibonacci-Ellipsen an. Sehr häufig werden wir nämlich finden, daß, wenn die Kurse zum Beispiel den dritten Ring erreicht haben, sie gleichzeitig am Ende einer Ellipse sich befinden, was dann schon ein sehr sicheres Signal ist.
Die einzelnen Ringe der Spirale
Die Ringe werden vom Mittelpunkt nach rechts aus gezählt, also in die Zukunft.
Ring 1
Dieser ist nur dann von Bedeutung, wenn es sich um einen sehr starken Trend handelt, dann können hier Wendepunkte vorkommen. Bildet sich hier kein Wendepunkt, dann bedeutet dies also nicht, daß die Spirale nicht richtig konstruiert wurde, dies kann man erst später feststellen. Es ist allerdings ein Hinweis darauf, daß beim folgenden Ring ein größerer Wendepunkt gemacht werden wird.
Ring 2
Ring 2 gibt alles in allem die häufigsten und wichtigsten Signale, hier findet fast immer eine Wende statt. Findet die Wende nicht statt, dann kann es sein, daß eine besonders große auf dem dritten Ring stattfindet. Es kann natürlich auch sein, daß die Spirale nicht gut funktionieren wird.
Ring 3
Hier finden wichtige Trendwenden statt, allerdings nur, wenn der Trend diesen Ring in Richtung des Haupttrends berührt, das heißt bei Ring 3 beginnen normalerweise nur Korrekturen, während Korrekturen hier nicht enden.
Ring 4
In den meisten Phasen hat er bereits keine Bedeutung mehr. Nur bei sehr starken Bewegungen finden wir hier Trendwenden. Dies ist sehr häufig bei Crashs der Fall. Typischerweise endet der Crash beim Erreichen der vierten Spirale.
Die Konstruktion der Spirale
Die Spirale läßt sich nur mit Hilfe eines Computers erstellen. Ihre Größe und damit die Ergebnisse hängen davon ab, welche Parameter wir wählen. Hier sind zwei Parameter zu wählen, einmal der Mittelpunkt der Spirale und dann ihr Startpunkt. Dies wird normalerweise jeweils ein Hoch und ein Tief sein einer kleinen Welle, klein deshalb, weil sonst die Spirale schnell zu groß werden würde.
Allerdings dürfen die Punkte auch nicht zu nah sein, da sonst die Analyse durch zu viel Marktrauschen gestört wird. Man kann sie auch in beide Richtungen drehen, was jeweils andere Ringe ergibt. Ein gewisser Hinweis darauf, daß wir zwei gute Punkte gewählt haben, liefern die Reaktionen in der Vergangenheit der Kurse an den Ringen. Es ist dann wahrscheinlich, daß sie auch in der Zukunft an den Ringen reagieren werden.
Wir sollten immer mit mehreren Spiralen arbeiten, mindestens mit zweien, also mit Spiralen von verschiedenen Zentren und Anfangspunkten. Dabei sollten die Zentren so unterschiedlich sein, daß der erste Schnittpunkt frühestens am dritten Ring auftritt. Noch günstiger ist es, zusätzlich noch die Spiralen im Uhrzeigersinn und gegen den Uhrzeigersinn laufen zu lassen, außerdem noch verschiedene Spiralen in verschiedenen Zeitrahmen zu verwenden.
Die größte Bedeutung hat immer der dritte Ring, weil wir erst nachdem die Kurse an den ersten beiden Ringen Reaktionen gezeigt haben, wirklich sicher sein können, daß wir eine Spirale benutzt haben, die erfolgversprechend ist. Über das Warten auf den dritten Ring vermeiden wir zusätzlich noch das Traden von kleineren Kursschwankungen. Besonders wichtig ist es, wenn der Preis den dritten Ring in einem Schnittpunkt erreicht mit dem dritten Ring einer anderen Spirale.
Optimale Werte für die Konstruktion
Robert Fischer gibt die folgenden Werte an für den Abstand zwischen Zentrum und Startpunkt bei der Spirale, diese wurden aus historischen Werten gewonnen. Nimmt man die Abstände kleiner, so kommt zu viel Marktrauschen zustande, vergrößert man sie, dann werden wichtige Wendepunkte nicht erfasst.
S&P: 40 Punkte
DAX: 100 Punkte
Euro: 2 Cents
Yen: 2 Yen
Diese Werte beziehen sich auf die Tages-Charts. Man muß die Werte vergrößern, geht man auf Wochen-Charts und verkleinern für Stundencharts.
Bedeutende und unbedeutende Wendepunkte
Je mehr Spiralen unabhängig voneinander ein und denselben Wendepunkt bezeichnen, desto wichtiger wird dieser. Das Allzeithoch beim S&P etwa im Jahr 2000 geschah am Schnittpunkt von acht Spiralen. Die größte dieser Spiralen startete im Jahr 1996, der S&P berührte sie auf dem 7. Spiralring. Dies Beispiel zeigt im übrigen, daß dort, wo sich verschiedene Spiralen schneiden, auch die Schnittpunkte der weit entfernten Ringe noch wichtig sein können als zusätzliche Bestätigung.
Fibonacci-Analyse beim Daytrading
Die meisten Fibonacci-Verfahren erbringen die besten Ergebnisse auf Tages-Charts. Man wird also beim Daytrading vor allem jenen Fibonacci-Niveaus Beachtung schenken, die im größeren Zeitrahmen von Tages-Charts gewonnen wurden. Dennoch funktioniert die Fibonacci-Analyse auch im kleineren Zeitrahmen gut genug, so daß man sie auch auf Stundencharts anwenden kann und einige Verfahren sogar noch niedriger bis hin zu 5-Minuten-Charts.
Vor allem dann, wenn man sie mit anderen Intraday-Indikatoren verbindet. Hierbei ist nicht nur an die normalen Indikatoren zu denken, sondern auch an Dinge, wie die Marktlupe. Darüberhinaus wird man grundsätzlich allen verwendeten Daytrading-Techniken größere Beachtung schenken, wenn ihre Prognosen mit Fibonacci-Niveaus zusammenfallen. Ein Beispiel wären die Pivot-Punkte. Man kann allerdings auch anstatt der Pivot-Punkte die Fibonacci-Niveaus des Vortages benutzen.
Man teilt den Tages-Bar von gestern in drei Drittel mit den Verhältnissen von 38,2% und 61,8%, also den beiden wichtigsten Fibonacci-Verhältnissen bei den Retracements. Sodann verfährt man so, als handele es sich um die Pivot-Punkte. Wenn zum Beispiel die Eröffnung von heute im unteren Drittel stattfindet und die Preis ins mittlere vordringen, kauft man den Markt in der Erwartung, daß die Preise auch noch ins obere vordringen werden, usw.
Retracements und Projektionen beim Daytraden
Wie gesagt, sollte man beim Daytrading vor allem auf jene Retracements und Projektionen achten, die aus einem höheren Zeitrahmen gewonnen wurden, also aus Tages-Charts. Diese spielen dann auch eine Rolle, wenn die Kurse relativ weit von ihnen entfernt sind: Ist man zum Beispiel aufgrund von anderen Indikatoren im Markt und im Gewinn und die Kurse bewegen sich in unsere Richtung auf ein Fibonacci-Ziel hin, gibt dies natürlich für uns noch einen zusätzlichen Anreiz im Markt zu bleiben und die Gewinne erst dann mitzunehmen, wenn das Fibonacci-Preisziel erreicht wurde, egal, ob es über ein Retracement oder eine Projektion gewonnen wurde.
Diese Ziele werden meist erreicht, denn die Kurse wenden meist nicht beim ersten Fibonacci-Ziel, sondern meist erst bei den folgenden. Darüberhinaus sind natürlich auch jene Preisziele wichtig, die durch Retracements und Projektionen in kürzeren Zeitrahmen gewonnen wurden, besonders auf Stundencharts. Ganz besonders natürlich, wenn sich hier Cluster bilden von mehreren Preiszielen, ausgehend von unterschiedlichen Bewegungen. In Verbindung mit den üblichen Daytrading-Techniken, wie der Opening-Range, den Pivot-Punkten, usw. ergeben sich so zahlreiche Möglichkeiten für das Handeln. Im Tagesverlauf erklären die Kombinationen von Fibonacci-Projektionen und Fibonacci-Retracements fast sämtliche Bewegungen.
Eine Fibonacci-Formel für das Tageshoch & Tief
Sehr häufig läßt sich mit dem einfachen Fibonacci-Niveau von 0, 618 das Tagestief oder -hoch bestimmen. Man braucht hier eine ABC-Bewegung, die im Verlauf des Tages gemacht wird, also eine Bewegung in Trendrichtung (AB) und dann eine Korrektur im Gegenrichtung (BC). Die entsprechenden Formeln sind dann die folgenden:
Tageshoch: C + 1,618(B-A)Tagestief: C - 1,618(A-B)
Eine Fibonacci-Projektion für die Eröffnungsphase
Diese einfache Fibonacci-Projektion findet sich auch außerhalb des Daytradens bei normalen Bewegungen, unabhängig von einer Eröffnung. Sie kommt aber sehr häufig vor im Intraday-Bereich und ist für die Bewegungen nach der Eröffnungsphase sehr typisch. Häufig kommt sie in komplexerer Formation vor, das heißt der Bewegung 1 geht zunächst noch eine andere vom Open voraus, die retraced wird und dann erst kommt die Bewegung 1, usw.
Es ist also in der Praxis etwas schwieriger, das Muster zu erkennen. Bei dieser Projektion handelt es sich um eines der 10 Gartley-Muster. Die Projektionsniveaus von 1,27 und 1,618 sind hier die häufigsten. Bei der Marke von 1,27 muß man mit Hilfe der anderen technischen Verfahren entscheiden, ob hier die Kurse weitergehen oder hier bereits schon wenden. Hilfreich sind auch die Kerzen-Charts und ihre Muster.
Ein Fibonacci-Retracement-System für die Eröffnung
Häufiger kommt es anstatt zu einer Fibonacci-Projektion der Eröffnungsbewegung zu einem Fibonacci-Retracement. Auch hier gilt das Analoge, wie für die Projektionen. Wir haben wieder die beiden typischen Fibonacci-Verhältnisse für die Eröffnungsphase und müssen die Technik verwenden, um zu entscheiden, welches relevanter sein wird und ob sie überhaupt relevant werden.
Die zwei wichtigsten Daytrading-Verfahren der Fibonacci-Analyse
Natürlich arbeitet man beim Daytraden auch mit Retracements und Projektionen und mit den anderen Verfahren, jedoch sind drei Fibonacci-Techniken besonders für das Daytraden geeignet.
1. Fibonacci-Ellipsen
Beim Daytrading ist folgendes zu beachten: Man tradet hier nicht, wie bei Tages-Charts, den Ausbruch aus den Tangenten, die an die Ellipsen angelegt werden, sondern schon den Ausbruch aus der Ellipse selbst, natürlich nur, sofern diese am Ende der Ellipse stattfindet. Dies ist nötig, da sonst die Bewegung häufig zu schnell wäre, wir also zu spät kämen. Der entscheidende Vorteil für das Daytrading liegt darin, daß sich praktisch alle Kurse in allen Zeitrahmen bis etwa zu 4-Minuten-Charts sich vollständig in Ellipsenform einfügen, das heißt die jeweiligen Wellen.
Dieser Vorteil überwiegt die Hauptschwierigkeit der Methode, nämlich die Tatsache, daß hier sehr viele freie Entscheidungen einfließen, man also viel Übung braucht, um effektiv zu werden. Überdies funktionieren die Ellipsen auch in längeren Seitwärtsbewegungen, wie sie beim Daytraden in vielen Zeitrahmen häufig sind. Man sollte die Ellipsen, die sich auf Tages-Charts bewähren, beim Daytraden untergliedern: Enthält eine Ellipse auf Tages-Charts zum Beispiel fünf Wellen (vgl. hierzu das Elliot-Muster), so untergliedert man sie in fünf Ellipsen auf Stundencharts. Dies ist eine zentrale Technik der Ellipsenmethode beim Daytrading. Jede Ellipse sollte aber nach Möglichkeit mindestens 21 Bars enthalten.
Sinnvoll ist es, auch beim Daytraden darauf zu achten, daß nach Möglichkeit die Endpunkte der Ellipsen auf Preisziele zu liegen kommen, die man entweder über die Kanäle oder über die Retracements und Projektionen gefunden hat. Ein entscheidender Vorteil der Verwendung von Ellipsen beim Daytrading liegt darin, daß wir hier in Echtzeit analysieren können die Wellenmuster, während dies bisher gescheitert ist bei der Elliot’schen Wellenanalyse. Arbeitet man mit Stundencharts, wird man im Tagesverlauf etwa drei.
2. Zeitanalyse
Zu den Vorteilen der Zeitanalyse nach Fibonacci gehört es, daß sie auch in kleineren Zeitrahmen funktioniert, auch in Seitwärtsmärkten. Deshalb ist sie für das Daytraden ideal geeignet. In jedem Fall sollte man jedoch nur mit Zeitzielen arbeiten, die mindestens von einer anderen Zeitprognose, die von anderen Wendepunkten ausging, zusätzlich bestätigt wird, also zum Beispiel von zwei Prognosen mit Fibonacci-Verhältnissen, die von unterschiedlichen Wendepunkten ausgingen oder von einer Prognose über die Zählung und einer über die Verhältnisse, usw.
Da in kleineren Zeiträumen die Verhältniszahl von 1,618 (dies ist im üblichen die normale Wachstumskonstante)eine sehr große Rolle spielt, ist es am besten, wenn eine Zeitprojektion mit dieser Verhältniszahl durchgeführt wurde. Die beiden Projektionen, die gefordert werden, um mit einem Zeitziel zu arbeiten, sollten nicht weiter als zwei Bars auseinanderliegen, das heißt wir benutzen keine Zeitziele, wenn die Projektionen mehr als drei Bars auseinanderliegen.
Der Wendepunkt, wenn er eintritt, wird entweder in der Mitte zwischen den beiden Bars eintreten oder auf dem zweiten. Man sollte bei den Zeitzielen im Daytrading-Bereich so vorgehen, daß man zunächst verschiedene Projektionen mit 1,618 macht. Dann versucht man diese mit den Verhältniszahlen von 0,618 und 1,0 zu bestätigen. Gelingt dies nicht, prüft man, ob man eine Bestätigung mit höheren Fibonacci-Verhältnissen erreichen kann ober über die Zählung.
Ein Fibonacci-System für das Daytrading von Tom deMark
Wir zeigen hier das Kaufsignal, das Short-Signal ist analog im umgekehrten Sinn. Zunächst muß der Markt um mindestens 8,2% der True Range des Vortages (True Range meint die Gesamtstrecke des Vortages einschließlich möglicher Lücken) tiefer eröffnen als das Tief von gestern. Allerdings darf er nicht tiefer eröffnen als 100%, tut er dies, findet kein Trade-Signal statt. Hinzukommen muß, daß das Hoch von gestern mindestens gleich sein muß oder größer als die Tiefs zwei oder drei Tage zuvor.
Man geht jetzt einen Tick oberhalb des 38,2%-Niveaus in den Markt und schließt der Markt die Lücke, kann man einen Tick oberhalb des Tiefs des Vortages erhöhen. Man kann natürlich vorsichtit sein und warten bis die Lücke geschlossen ist und erst beim Tief des Vortages in den Markt gehen. Bei diesem System handelt es sich um eine Variante des üblichen Lücken-Tradens. Das System ist verwandt mit dem Oops-System von Larry Williams.
Elliott Wellen Analyse
Die Elliot-Theorie entstand in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts hatte ihre Blüte in den 70ern und 80ern. Seitdem ist es zunehmend still um sie geworden. Wenngleich die Fibonacci-Analyse älter ist als die Elliot-Theorie, wurde sie lange nur als Hilfsmittel angesehen, um im Rahmen der Elliot-Theorie Preisziele zu bestimmen. Wir empfehlen jedoch den umgekehrten Weg. Man sollte die Fibonacci-Analyse als Grundlage nehmen für die Analyse der Kurse.
Die Elliot-Theorie sollte man im Grunde nicht anwenden, sondern nur einige Grundelemente daraus, weil diese eben sehr häufig in den Charts erscheinen. Eine wenig bekannte Alternative stammt von Jenkins. Er verzichtet darauf, die Kurse in ein Muster zu pressen, sondern unterscheidet fünf typische Muster bei den Impulswellen, wobei das Elliot-Muster nur eines ist.
Das Grundmuster der Elliot-Wellen
Das obere Bild zeigt die Grundidee Elliots. Sie besteht darin, daß sich die Bewegung in Trendrichtung, von ihm als Impulswelle bezeichnet, in fünf Wellen sich gliedert (drei kleinere Impulswellen und zwei kleinere Korrekturwellen). Die darauf folgende Korrekturwelle gliedert sich dagegen in drei Wellen, in das bekannte ABC-Muster.
Erläuterungen
Die mit den Zahlen 1 bis 5 gekennzeichneten Bewegungen zeigen die Trendrichtung an, die mit den Buchstaben a, b, c gekennzeichneten zeigen die Korrekturbewegung an. Man spricht von Impulswellen und Korrekturwellen. Historisch gesehen war es so, daß das Korrekturmuster schon früher bekannt war, weil es sehr häufig vorkommt, zum Beispiel wurde es 1935 unabhängig von Gartley in seinem Buch beschrieben. Verbindet man es mit den Fibonacci-Retracements, so erhält man das sicherste technische Einzelsignal überhaupt.
Bemerkungen zum Grundmuster
Im Abwärtstrend geht die fünfzügige Impulswelle natürlich nach unten und die dreizügige Welle geht nach oben als Rallye. Die Darstellung zeigt einige typische Eigenschaften des Elliot-Musters: Die Welle 3 ist normalerweise die längste, zwischen Welle 2 und Welle 4 zeigt sich Alternation. Diese Alternation muß allerdings nicht, wie hier, in der Größe des Retracements und der Länge der Bewegung bestehen, auch andere Fakten können sich ändern. Normalerweise zeigt sich Alternation auch zwischen den Impulswellen der ABC-Korrektur.
Überhaupt ist die ABC-Korrektur sehr vielgestaltig, sie kann sich zum Beispiel auch in eine Seitwärtsbewegung entwickeln, ein sogenanntes Flach, auch andere Formen sind möglich. Elliot fand diese Muster empirisch. Erst später adoptierte er die Fibonacci-Zahlen als Hilfsmittel für die Prognose von Wendepunkten. Das Entscheidende seiner Theorie war allerdings, daß er versuchte, das gesamte Kursgeschehen in dieses Muster zu pressen, wozu er zwischen vielen Niveaus, üblicherweise acht bis zehn, von Wellengrößen unterschied.
Alle Versuche, hier eine objektive Gliederung hereinzubringen, sind bisher gescheitert, das bedeutet, die Zählungen sind sehr subjektiv, da man nicht entscheiden kann, ob eine bestimmte Bewegung zu dieser Welle gehört oder zu einer kleineren. Die zeitweilige Beliebtheit der Elliot-Theorie hat zudem dazu geführt, daß auch in Märkten, wo sie sich traditionell regelmäßig gebildet haben, zum Beispiel bei den Devisen, diese Muster zunehmend unklar wurden.
Als Konsequenz sollte man, wie oben dargestellt, sich dieses Muster gut einprägen und es beachten, wenn es sich deutlich bildet, aber eben nur als das betrachten, was es ist, nämlich ein Muster, wenngleich ein häufiges. Man muß sich vorstellen, daß beim obigen Grundmuster jede Welle sich wiederum in Unterwellen unterteilt. Die Impulswellen 1, 3, 5, sowie A und C weisen wiederum fünf Unterwellen auf, die Korrekturwellen 2, 4 und B drei Unterwellen, usw.
Unterscheidet man jetzt auch Niveaus, und manche Autoren unterscheiden noch mehr, so entsteht eine ungeheuer komplexe Art der Zählung, in der keine Objektivität mehr möglich ist. Auch die Computerprogramme, die Elliot-Zählungen beinhalten, bieten nur eine Scheinobjektivität. Die Impulswelle, also die Bewegung in Trendrichtung, enthält normalerweise eine Anzahl von Bars, die der Fibonacci-Reihe entspricht, im Normalfall mindestens drei, seltener mehr als 21.
Sie spielt auch eine wichtige Rolle bei Fibonacci-Preisprojektionen, usw. Impulse spielen auch dort eine Rolle, wo man sie nicht erwartet, nämlich in wie zufällig aussehenden Hin- und Her- Bewegungen des Kurses. Diese gehen ja meist größeren Trendbewegungen voraus. Die Richtung dieses Trends erkennt man an großen „Impuls-Bars“, die in die entsprechende Richtung gehen. Dies ist ein wichtiger Hinweis, auch wenn danach die Bewegung sofort wieder zurückgenommen wird.
Die erste Impulswelle in einem Aufwärtstrend endet normalerweise mit einer stärkeren Korrektur. Dies spiegelt das Mißtrauen der Marktteilnehmer gegen den neuen Trend wider. Man sollte hier die Gann-Angles beachten. Meist beginnt die Welle 3 dort, wenn die Korrektur, also Welle 2, einen Gann-Angle erreicht. Typisch ist im übrigen, daß die Mehrzahl des Marktes dann bearish gestimmt ist, diese arbeiten nämlich mit engen Trendlinien und da die Korrektur von Welle 1 eben in der Regel stark ausfällt, werden diese Trendlinien nach unten durchstoßen.
Auch ist es häufig so, daß der Top von Welle 1 noch kein neues Hoch macht, da der vorangegangene Gipfel der Korrekturwelle B noch größer ist, was zusätzllich die Stimmung trübt. Im übrigen ist es ein Fehler, sich bei den Korrekturwellen auf das von Elliot gegebene Muster zu verlassen. Es gibt durchaus auch Korrekturwellen, die ein fünfwelliges Muster aufweisen. Dies findet man sehr häufig im Aktienmarkt: In einem Anstieg wird eine Seitwärts/Abwärtskorrektur gemacht, die Marktteilnehmer interpretieren dies als Gipfelbildung, Dreifachformation oder Kopf-Schulter-Formation.
Die Elliot-Anhänger zählen dies so, daß sie die Welle C noch einmal unterteilen in eine Dreier-Formation, aber es gibt keine objektiven Kriterien hierfür. Das ABC-Muster stammt nicht von Elliot, der es nur mit seiner fünfwelligen Impulswelle verband. Es kommt aber häufiger vor, auch bei dreiwelligen Impulswellen. Es ist äußerst vielgestaltig. Die Impulswellen sind im Prinzip weniger variabel als die ABC-Korrektur.
Was man aus der Elliot-Theorie übernehmen sollte
Zunächst sollte man sich das Grundschema einprägen, dieses kommt zwar nicht immer zustande, wie Elliot dies glaubte, aber doch häufig genug, um nützlich zu sein und zwar auch beim Daytraden bis hinunter zu 5-Minuten-Charts. Dabei sollte man aber auf gar keinen Fall den Fehler machen, den die Elliot-Analysten regelmäßig begehen, nämlich versuchen, die real vorgefundenen und sich bildenden Kurse in dieses Muster hineinzupressen.
Vielmehr sollte man so vorgehen, daß man lediglich dann das Elliot-Muster benutzt, wenn es sich so klar abzeichnet, daß es einem förmlich ins Auge springt. Als erstes wird man dann auf die jeweiligen Wellen 3 aufmerksam werden. Die Welle 3 muß immer die größte sein in einem Elliot-Muster. Häufig ist sie mit großem Abstand die größte, in seltenen Fällen kann es auch vorkommen, daß eine andere Welle, entweder 1 oder 5, genauso groß ist. Jedoch darf die Welle 3 niemals die kleinste sein, denn sonst ist sie keine Welle 3.
Sobald man in der Lage ist, die Wellen 3 zu identifizieren, wenn sie sich klar abzeichnen, wird man andere nützliche Eigenschaften sehen, zum Beispiel das andere Verhalten von Welle 2 und 4 bei den Korrekturen oder das häufig förmlich nach Gipfelbildung riechende Verhalten der Welle 5, usw. Man wird auch sehr bald lernen, die Welle 1 häufiger zu erkennen, also den Beginn einer neuen Bewegung, nicht zuletzt aus der Natur der Welle 2, die hier sehr große und steile Retracements macht, ganz anders als dies Welle 4 macht.
Wesentlich braucht und sollte man auch nicht erkennen, wie weiter unten dargestellt wird. Natürlich wird man auch das dreiwellige ABC-Muster sehr schnell erkennen, aber die praktische Ausnutzung ist hier schwierig, da die Korrekturmuster sich sehr häufig verlängern, so daß dieses Muster relativ wenig beiträgt zum Finden von Bodenbildungen. Ein sehr wichtiger Punkt besteht darin, daß zwischen den einzelnen Wellen fast immer ein Fibonacci-Verhältnis besteht.
Natürlich nicht immer das gleiche, zum Beispiel ist die Welle 5 häufig gleich groß wie Welle 1 oder 0,618 von Welle 3. Noch häufiger steht sie im Bezug zu Welle 4, in der Regel ist sie größer und zwar entweder im Verhältnis von 1,272 oder 1,618. Schließlich hilft das Elliot-Muster Signale von anderen Indikatoren, zum Beispiel auch von Fibonacci-Projektionen größere Sicherheit zu verleihen. Finden wir zum Beispiel ein Cluster von Zeitzielen und gleichzeitig werden Preisziele erreicht, dann ist dies natürlich umso sicherer ein Wendesignal, wenn wir gleichzeitig klar identifizieren können, daß wir uns in einer fünften Welle befinden.
Die Probleme der Elliot-Theorie
Die Elliot-Theorie leidet unter drei Mängeln:
- Streng genommen ist sie zunächst einmal nicht richtig. Zwar kommen die Elliot-Wellen sehr häufig vor, aber nicht immer. Für viele Märkte, vor allem für Aktienindizes wie den Dow, ist es typisch, daß Impulswellen hier dreizügig sind, obwohl hier natürlich auch fünfzügige Impulswellen vorkommen.
- Die Elliot-Anhänger aber wollten dies nicht wahrhaben und modifizierten und komplizierten die ganze Theorie immer mehr in dem Versuch, alle Muster in das Elliot-Schema zu pressen. Daraus entstanden viele Konzepte, die praktisch zu einer Beliebigkeit führen. Dies bedeutet, daß praktisch keine objektiven Anwendungen für das Traden mehr möglich sind. Ein Beispiel ist die Einführung der x-Wellen. Stimmte die Zählung nicht, so wird eine Welle als x gezählt, also fällt praktisch heraus, damit sie wieder stimmig wird. Sind nicht zu viele, sondern zu wenig Wellen da, so hat man ohnehin immer die Möglichkeit, eine Unterwelle zu befördern, so daß die Zählung wieder stimmt, also eine kleinere Welle in eine größere zu verwandeln.
- Mit Hilfe dieser beiden und einer Reihe von anderen Tricks war es möglich, die Illusion der Stimmigkeit der Elliot-Theorie aufrecht zu erhalten, aber auf Kosten der Anwendbarkeit. Diese ist jedoch schon vom Ansatz her sehr begrenzt, da die Elliot-Theorie zwar eine gewisse Strukturierung des Kursgeschehens schafft, aber nicht sagen kann, wann eine Wellenbewegung zu Ende geht. Hierfür wurde von Anfang an die Fibonacci-Analyse benötigt. Diese läßt sich aber leichter und sicherer ohne die Verwendung von Elliot-Wellen durchführen.
Preisprojektionen für Elliot-Wellen
Bei den Preisprojektionen wurde bereits darauf eingegangen, wie man das Ende der Welle 3 projiziert. Man kann all diejenigen Verfahren, die von Welle 1 ausgehen, auch mit größeren Verhältnissen anwenden zur Projektion des Endes von Welle 5. Zum Beispiel kann man die Strecke von Welle 1 mit den Verhältnissen ab 1, 618 multiplizieren. Benutzt man 1,618, dann wird dieses Ziel von Welle 5 überschritten werden, wenn die Welle 3 extendiert ist, also sehr groß und sich in viele Unterwellen unterteilt hat.
Eine andere Möglichkeit ist zum Beispiel die, die Gesamtbewegungen von Welle 1 bis Welle 3 als Ausgangspunkt zu nehmen, man muß hier kleinere Verhältnisse anwenden, meist trifft 0,618 zu. Dieses Kursziel stimmt selten mit dem des ersten Verfahrens überein. Ist dies jedoch der Fall, so ist dieses Ziel sehr sicher. Der Normalfall ist, daß beide Ziele aber nicht sehr weit auseinanderliegen. Sie bilden also einen Zielbereich, ein Band, in dem man das Ende von Welle 5 erwarten kann. Dies umso sicherer, je enger dieser Korridor ist.
Regel der Alternation
Elliot formulierte diese Regel zunächst auf die Verhältnisse von Welle 2 und Welle 4, also bezogen auf die Korrekturwellen innerhalb einer Impulsbewegung. Sie sollten jeweils eine andere Struktur aufweisen, also wenn zum Beispiel die erste Korrektur stark nach unten ging, würde die zweite, also Welle 4, eher flach sein, usw. Das Gesetz der Alternation findet man aber in allen Naturbereichen. Bei den Kursen betrifft es aber nicht nur den Preis, sondern auch die Form und die Komplexheit, die Zahl der Unterwellen, Größe, usw. Alternation findet fast immer statt, aber sie muß nicht immer alle Bereiche betreffen, sie wird aber mindestens einen Bereich treffen.
Elliot-Welle und Fibonacci-Welle
Wie gesagt, geht man in der Fibonacci-Analyse immer von einer dreizügigen Bewegung als, sowohl bei Retracements als auch bei Projektionen, usw. In diesem Zusammenhang sind die Untersuchungen von Tony Plummer, die darauf hindeuten, daß die fünfzügige Impulswelle ein Artefakt ist, das durch Überschneidung von Zyklen zustandekommt. Plummer war der Ansicht, daß sich Zyklen in der Regel dreiwellig entwickeln, also auch eine Impulswelle von Natur aus sich verhält, wie die ABC-Korrektur.
Für die Impulswelle, die in Trendrichtung geht, ist es aber eben typisch, daß der Trend dadurch entsteht, daß ein höherer Zyklus in diese Richtung geht, also ein längerer. Dieser längere Zyklus führt dann dazu, daß die an sich dreizügige Welle sich zu einer fünfzügigen erweitert. Das Elliot-Muster wäre dann ein Artefakt entstehend durch das Überschneiden von kürzeren und längeren Zyklen. Ob dem so ist, muß dahingestellt bleiben. Immerhin erklärt diese Theorie von Plummer besser die Existenz von Seitwärtsbewegungen mit ihren vielen dreizügigen Wellen, die hintereinander geschaltet sind, als dies die Elliot-Theorie vermag.
Acht Regeln für die Elliot-Wellen
- Die dritte Welle ist meist länger als die erste und fünfte
- A ähnelt in Länge und Zeit B
- Treten Gaps auf, dann am häufigsten in der dritten Impulswelle
- Eine ABC-Korrektur sollte nicht tiefer gehen als an den Anfang der vierten Welle
- Extensionen treten am häufigsten auf in der dritten Welle
- Hohes Volumen tritt am häufigsten in der dritten Welle auf
- Wenn die Welle 2 die zu einer Impulswelle einer größeren Skala gehört, eine einfache Struktur hat, dann wird Welle 4 komplex sein und umgekehrt
- Die Regel der Alternation besagt, daß ein einfache Impulswelle korrigiert wird durch eine komplexe Korrekturwelle und eine komplexe Impulswelle immer durch eine einfache Korrekturwelle
Elliot-Wellen beim Daytrading
Das Entscheidende ist, daß der Day Trader es nicht nötig hat, die Elliot-Wellen-Struktur genau zu identifizieren. Für seine Zwecke reicht es völlig aus, die jeweils dritten Wellen festzustellen, die sich meist schon optisch abheben. Entscheidend sind hier die Länge, die Steigung, die Gaps, das Volumen, usw. Besonders geeignet sind 5 und 15 Minuten-Charts. Wenn man die jeweils dritten Wellen identifiziert hat, hilft das beim Traden, zum Beispiel der 5. Welle oder der anschließenden Korrektur und ist überhaupt ein Hilfsmittel, um sich im Kursgeschehen zurechtzufinden. Dies bedeutet natürlich, daß man die dritte Welle nicht oder nicht nach Elliot tradet, dies könnte ein Langfristtrader nicht nachahmen, da er dann auf substanzielle Profite verzichten müßte.
Elliot-Software
Mittlerweile gibt es Software-Programme, die den Tradern die schwierige Aufgabe der Mustererkennung abnehmen wollen. Auf sie treffen jedoch alle Probleme zu, die auch ein Mensch bei der Mustererkennung der Elliot-Wellen haben würde. Denn sie wurden mit den vielfältigen Regeln gespielt, mit denen im Laufe der Jahrzehnte die Anhänger der Elliot-Theorie versuchten, die vielfältigen Erscheinungen der Kurse in das Gerüst der Elliot-Wellen zu pressen.
Im Prinzip liefern diese Programme also keinesfalls bessere Ergebnisse als die Anwendung der Elliot-Wellen durch einen Menschen. Legt man einen bestimmten Kurs zehn verschiedenen Elliot-Spezialisten vor, so erhält man zehn verschiedene Zählungen. Kauft man jetzt nun ein Programm, das von einem dieser Elliot-Spezialisten entwickelt wurde, so erhält man seine Zählung. Kauft man morgen ein Programm seines Kollegen, erhält man eine andere, usw.
Zeitanalyse mit Fibonacci-Verhältnissen
Im Gegensatz zum Count, der die Fibonacci-Zahlen benutzt, benutzt man hier die Fibonacci-Verhältnisse. Man nimmt den Abstand zwischen zwei Wendepunkten und multipliziert ihn mit einem Fibonacci-Verhältnis, zum Beispiel 0,618. Das Ganze natürlich in Bars gerechnet. Der Betrag wird dann zum letzten Hoch oder Tief dazugerechnet. Meist funktionieren hier gleiche Wendepunkte am besten, also wenn man zwei Tiefs oder zwei Hochs nimmt, häufig aber auch kann man den Abstand zwischen Hoch und Tief erfolgreich einsetzen.
In allen Fällen deutet der so gefundene Zeitpunkt lediglich auf eine Wende hin. Man kann noch nicht sagen, ob es ein Hoch oder Tief werden wird. Dieses Verfahren funktioniert am besten bei wichtigen Wendepunkten. Am besten bewährt sich bei den Verhältnissen 1,618. Man sollte so vorgehen, daß man dies zunächst als Standardverhältnis nimmt und es von verschiedenen, strukturell wichtigen Wendepunkten aus anwendet, man legt also verschiedene Spannen fest zwischen Wendepunkten (besonders gut funktioniert es, wenn die Wendepunkte gleichartig sind, also zwei Hochs und zwei Tiefs) und versucht, Überschneidungspunkte zu finden von verschiedenen Zeitanalysen
Anschließend benutzt man die anderen Verhältnisse, um die gefundenen Überschneidungspunkte oder einfachen Wendepunkte zusätzlich zu verifizieren. Besonders geeignet sind hier die Verhältnisse von 0,618 und 1,0. Sinnvollerweise verwendet man die Gliederung nach Elliot, das heißt man kann alle Verfahren anwenden, wie sie bei den Fibonacci-Projektionen üblich sind mit den Verhältnissen, nur eben jetzt bezogen auf die Zeitanalyse.
Die einzelnen Wellen stehen nämlich nicht nur, was ihre Größe angeht, also im Preis, miteinander in Bezug, sondern auch was ihre Länge angeht. Man kann auch frühzeitig wahrscheinliche Überschneidungen feststellen, indem man von verschiedenen Wellen ausgeht, von Impuls- und Korrekturwellen und prüft, ob sich mit verschiedenen Fibonacci-Verhältnissen gleiche Daten ergeben.
Variante von Larry Williams
Man geht, wie oben geschildert, vor, trägt aber den so berechneten Zeitraum nicht vom letzten Hoch oder Tief gerechnet vorwärts in die Zukunft ab, sondern von der Mitte der Bewegung. Die Strecke, die man also zur Projektion benutzt, wird in die Hälfte geteilt und an diesem Bar wird dann die projizierte Strecke in die Zukunft abgetragen. Besonders gut bewährt sich hier ein Verhältnis, das sonst wenig benutzt wird, nämlich das von 1,28. Dies ist die Quadratwurzel von 1,618.
Stimmt der so gefundene Zeitpunkt mit einem anderen Zeitpunkt, der über Fibonacci gefunden wurde, überein(sei es über ein Zeitverhältnis oder über einen Count), dann ist das Ergebnis sehr sicher ein Wendetag. Während die meisten Fibonacci-Verfahren nur etwa bis hinunter zum Stundenchart funktionieren, funktioniert dieses Verfahren auch gut bei 5-Minuten-Charts, allerdings nur, wenn die Wendepunkte, die man zur Festlegung der Strecke, die dann halbiert wird, benutzt, strukturell bedeutsam waren.
Dies meint, daß sie größere Wendepunkte gewesen sein müssen, relativ zum jeweiligen untersuchten Zeitrahmen. Ein Wendepunkt auf einem 5-Minuten-Chart kann natürlich objektiv wesentlich kleiner sein als einer auf einem Wochenchart, aber dennoch eben relativ gesehen in diesem Chart bedeutsam, also hervorstechend.
Zeitanalyse mit Fibonacci-Zahlen
Das einfachste Verfahren besteht darin, daß man die Bars zählt und jeweils in die Zukunft projiziert mit Hilfe der Zahlen der Fibonacci-Reihe. Hierbei unterscheidet man zwei Verfahren, die Vorwärts- und die Rückwärtszählung. Natürlich taucht bei dieser Zählung das Problem auf, daß die Lücken zwischen den Zahlen immer größer werden. Hierfür gibt es zwei Lösungen, die man beide anwenden sollte:
- Man unterteilt die Intervalle zwischen den Zahlen mit Hilfe der Fibonacci-Verhältnisse.
- Man bricht die Zählung nach der Zahl 89 ab und fängt von vorn an.
Allgemein läuft die Interpretation bei diesen Zählungen darauf hinaus, daß, wenn eine Fibonacci-Zahl überschritten wird, die Bewegung auch die nächste erreichen wird. Hat zum Beispiel ein Trend länger als 34 Tage gedauert, wird er zumindest bis zum 55. Tag weitergehen(was natürlich nicht ausschließt, daß es zwischen dem 34. und dem 55. Tag zu kleineren Korrekturen kommt). Auch bei der Zeitanalyse empfiehlt es sich zusätzlich zur Fibonacci-Zahlenreihe die Lucas-Zahlenreihe zu verwenden, die eng mit ihr verwandt ist.
Nicht immer finden sich Wenden an den so gefundenen Tagen. Aber einerseits ist dies eben so häufig der Fall, daß dies ein gutes Trading-Signal ist. Besonders dann, wenn man eben an diesem Zeitpunkt andere Indikatoren einsetzt, um eine mögliche Trendwende zu prognostizieren. Darüberhinaus ist eine Wende dann sehr wahrscheinlich an solchen Tagen, wenn sich verschiedene Zeitziele überlappen, die von verschiedenen früheren Wendepunkten ausgingen, natürlich auch, wenn sich Zeitziele überlappen, die einerseits durch die Zählung mit der Fibonacci-Reihe gefunden wurden, andererseits mit Zählungen über die Fibonacci-Verhältnisse.
Je größer die Zahl der Marktteilnehmer ist, desto sicherer werden alle Fibonacci-Verfahren, besonders die Zeitanalysen. Dies führt dazu, daß die Zeitanalysen besonders gut funktionieren, bei den Kassakursen von Devisen und Aktienindizes, aber auch bei den großen Aktien, die ein sehr breites Publikum haben. Man sollte auch Mindestgrößen für die Bewegung benutzen, diese Mindestgrößen hängen natürlich vom benutzten Zeitrahmen ab.
Wichtig ist natürlich in jedem Fall, daß die Mindestgrößen, die man benutzt, auch relativ häufig vorkommen, denn dümpelt der Markt längere Zeit vor sich hin, ohne daß die Mindestbewegungsgröße erreicht wird, funktionieren die Fibonacci-Analysen schlecht. Wichtig ist immer, daß wir Tage oder Bars finden, an denen sich mehrere Zeitziele treffen, also solche, die wir in Counts gefunden haben, solche, die wir über die Verhältnisse gefunden haben oder auch einfach Überschneidungen der gleichen Methode, die aber von unterschiedlichen Wendepunkten ausgingen.
Wir suchen also Cluster, aber selbst wenn wir diese Cluster gefunden haben, ist eine Wende nur dann sicher, wenn noch andere Indizien dafür sprechen, zum Beispiel wenn gleichzeitig ein Fibonacci-Preisziel erreicht wurde, etwa über eine Projektion oder über ein Retracement oder wenn wir ein Wendesignal erhalten, zum Beispiel von einem modernen Indikator. Machen verwandte Märkte, zum Beispiel der Dow und der S&P, an verschiedenen Tagen Wendepunkte, ist es sinnvoll, den mittleren Tag zwischen diesen Daten als Ausgangspunkt einer Zeitanalyse nach Fibonacci zu verwenden.
Natürlich nur, wenn die beiden Daten nicht zu weit auseinander lagen. Dies spräche für Sonderfaktoren, die einen Markt betreffen. Eine besondere Stärke der Zeitziele, die man über Fibonacci gewinnen kann, besteht darin, daß sie auch in Seitwärtsmärkten funktionieren, sowie auch in kürzeren Zeiträumen beim Daytraden. Wichtig ist in jedem Fall, daß zumindest eine doppelte Bestätigung vorliegt. Nicht nur Überschneidungen von Fibonacci-Zählungen erhöhen die Wahrscheinlichkeit, daß ein Tag ein Wendepunkt wird.
Auch das Gegenteil trifft häufig zu, wenn also nach einem wichtigen Wendepunkt in den Kursen eine Reihe von Fibonacci-Zahlen verstrichen sind, ohne daß es zu einem Wendepunkt kam, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, daß es jetzt zu einem kommt. Besonders häufig ist das bei den Zahlen 55 und 87 der Fall.
Vorwärtszählung (Forward Count)
Zum Vorwärts-Count benutzt man die Fibonacci-Zahlen. Man zählt also vor strukturell wichtigen Wendepunkten an beginnend die Bars in die Zukunft, um neue Wendepunkte festzustellen. Das Verfahren funktioniert etwa herunter bis zu Stundencharts. Meist wird man die Zahlen nach einer Weile abbrechen, weil die Abstände zu groß werden und eine neue Zählung bei einem neuen Wendepunkt beginnen. Beim Vorwärts-wie auch beim Rückwärtscount beginnt man die Zählung mit der Zahl 8, die kleineren Zahlen sind nicht effektiv. Man geht selten über 144 hinaus.
Rückwärtszählung (Backward Count)
Beim Backward Count geht man einfach vom heutigen Tag aus ohne zu wissen, ob dieser Tag ein Wendetag werden wird oder nicht. Man zählt jetzt mit den Fibonacci-Zahlen rückwärts. Trifft man mindestens drei Wendepunkte an auf Fibonacci-Zahlen in der Vergangenheit, so besteht eine relativ hohe Wahrscheinlichkeit, daß der heutige Tag ein Wendepunkt sein wird. Alles in allem funktioniert dieses Verfahren etwas besser als der Forward-Count.
Der Backward Count nach Joe Duffy
Wie beim normalen Backward Count ist der Ausgangspunkt immer der aktuelle Tag. Jedoch muß dieser Tag ein neues Hoch oder Tief gemacht haben gegenüber den letzten N-Tagen. Duffy selbst verwendete hier 25 Tage, aber man kann die Zahl optimieren für den jeweiligen Markt. Es ist auch möglich, die Technik auf Stundencharts anzuwenden, man muß sich dann eben für eine Zahl von Stunden entscheiden. Man wendet bei diesem Verfahren allerdings nicht nur den Count an, sondern auch die Fibonacci-Verhältnisse.
Zunächst zählt man rückwärts die Zahl der Tage bis zum letzten signifikanten Hoch oder Tief. Jetzt teil man die Strecke zwischen diesem Hoch oder Tief und dem heutigen Tag in Fibonacci-Verhältnisse, wobei am besten die von 0,382 und 0,618 gute Ergebnisse liefern. Man kann die Strecke in beiden Richtungen teilen, man erhält also zwei Punkte innerhalb dieser Strecke, zumindest einer sollte ebenfalls auf ein Hoch oder Tief fallen.
Dann macht man eine Zeitprojektion, indem man die gefundene Strecke zwischen heute und dem letzten Hoch und Tief in die Vergangenheit projiziert, indem man sie multipliziert mit 1,618 und 2,618. Auch hier sollte zumindest ein signifikanter Wendepunkt erwischt werden. Sind die beiden obigen Punkte erfüllt, wenn also zumindest ein Teilungs- und ein Projektionspunkt auf ein Hoch oder Tief fällt, kann man eine Trendwende erwarten.
Die Ergebnisse dieser Technik sind sehr gut, besonders dann, wenn man gleichartige Extrempunkte benutzt, das heißt macht der heutige Tag ein neues Hoch innerhalb zum Beispiel der letzten 25 Tage, dann geht man bis zum letzten signifikanten Hochpunkt zurück (war es ein 25-Tage-Tief zum letzten wichtigen Tief) und nimmt dann diese Strecke als Ausgangspunkt.
Praktische Benutzung der Fibonacci-Zeitanalyse
Das Verhältnis von Preisziel und Zeitziel
Normalerweise arbeitet man gleichzeitig mit Preiszielen (z.B. über Projektionen oder Retracements) und mit Zeitzielen. Es wäre jetzt ein Fehler anzunehmen, daß beide zum gleichen Zeitpunkt erreicht werden. Dies ist im Normalfall nicht so, da Preis- und Zeitziele von völlig unterschiedlichen Parametern ausgehen. Wenn dies aber dennoch der Fall ist, ist dies natürlich eine zusätzliche Bestätigung und ein Hinweis auf eine sehr sichere Handelsmöglichkeit. Wird ein Zeitziel vor einem Preisziel erreicht, wird es dadurch nicht hinfällig, es kann später noch erreicht werden und umgekehrt.
Harmonisierung der Zeitziele
Jedes Datum, das zu mehr als drei vorangegangenen Wendepunkten in einer mathematischen Beziehung steht, wird wiederum ein Wendepunkt sein. Die Beziehungen brauchen nicht nur über die Fibonacci-Zeitanalyse zu gehen, auch andere Verfahren, wie Gann, sind geeignet. Dies erweitert die Möglichkeiten der Zeitanalyse beträchtlich.
Der Unterschied zwischen Preis und Zeit bei Korrekturen
Hierbei tritt ein deutlicher Unterschied auf zwischen Preis und Zeit: nach einer schwachen Korrektur im Preis folgt fast immer eine besonders starke Impulswelle, umgekehrt fällt sie schwach aus, wenn die Korrektur sehr stark war. Anders verhält es sich bei der Zeit: War die Zeitspanne einer Korrekturwelle gering, dann ist auch meist die folgende Impulswelle kürzer. Dagegen ist eine länger anhaltende Korrekturwelle meist ein Sprungbrett für eine starke folgende Impulswelle.
Fibonacci-Zahlen nach dem Open
Laut einer Untersuchung von Angell ereignen sich auf den Fibonacci-Zahlen überdurchschnittlich Wenden. Man setzt die Eröffnungszeit auf Null und zählt von da an die Minuten in Fibonacci-Zahlen. Die Untersuchung bezog sich auf New York, wobei 09.30 Uhr New Yorker-Zeit, die Eröffnungszeit, auf Null gesetzt wurde. Es ergaben sich die folgenden Uhrzeiten: 09.31; 09.32; 09.33; 09.35; 09.38; 09.43; 09.51; 10.04; 10.25; usw. Besonders die letzte Fibonacci-Zahl 55, also 10.25 Uhr, zeigte eine extrem signifikante Häufung der Wendezeiten.
Zeit-Retracements
Arbeitet man mit Zeit-Retracements, sollte man sie dadurch validieren, daß man, wenn die Kurse ein Retracements-Ziel erreicht haben, prüft, ob auch ein Zeitziel erreicht wurde. Außerdem deutet die zeitliche Länge der Korrekturbewegung auf die spätere Stärke des neuen Moves in Trendrichtung hin: Sehr kurze Retracements von drei bis fünf Bars führen meist zu einer explosiven Bewegung, Retracements von mehr als acht Bars eher zu schwächeren.
Grundlegende Probleme der Zeitanalyse
Für jede Form der Zeitanalyse, sei es nach Gann oder Fibonacci, gelten die folgenden Probleme. Alle bisherigen Software-Programme ermöglichen keine echte Zweidimensionalität, daher ist die Zuordnung von Preis und Zeit problematisch. Sie erfordert das Setzen bestimmter Verhältnisse zwischen X- und Y-Achse entsprechend den Gann-oder Fibonacci-Regeln. Diese Möglichkeit fehlt und kann durch Zoomen nicht ersetzt werden, da sich hier die Proportionen immer verändern. Ein weiteres Problem besteht in den wechselnden Zeiten, zu denen manche Märkte eröffnen.
Auf 30-Minuten-Charts zum Beispiel addieren sich schon nach wenigen Tagen zeitliche Fehler beim Dax zu Stunden. Auch fehlt die Möglichkeit mit Zeitfenstern zu arbeiten, die zu Fibonacci-oder Gann-Reihen gehören. Relativ einfach kann man dies für das Daytraden beim S&P-Future lösen, da dieser täglich immer 405 Minuten gehandelt wird (im übrigen sollte man hier eher ungewöhnliche Parameter wählen, zum Beispiel Fibonacci-Zahlen, die meisten Trader verlieren Geld und sie arbeiten mit 5-Minuten-Charts, 60-Minuten-Charts und Tages-Charts; schon kleine Änderungen können einem hier einen Vorteil verschaffen).
Die Kombination von Fibonacci-Retracements mit Projektionen

Grundsätzlich sollte man nach Möglichkeit immer mehrere Fibonacci-Methoden kombinieren. Z. B. lassen sich alle Fibonacci-Verfahren mit der Zeitanalyse nach Fibonacci kombinieren und die meisten auch sinnvoll mit den Fibonacci-Ellipsen. Im folgenden werden hier die Kombinationen von Fibonacci-Retracements mit Fibonacci-Projektionen gezeigt. Diese ergänzen sich und schaffen ein Muster nach dem sich die Kurse bewegen. Dies ist besonders wichtig für das Daytraden.
An den meisten Tagen lassen sich an den großen Märkten alle Wendepunkte im Intradaybereich mit diesem Verfahren erklären. Gartley untersuchte bereits 1935 diese Zusammenhänge und entwickelte zehn Muster (das wichtigste ist das Muster, das er auf S. 222 beschreibt). Diese werden hier nicht wiedergegeben, da sie für die einzelnen Märkte unterschiedliche Bedeutung haben und bei vielen Märkten auch andere Muster auftreten.
Hat man aber das Grundverfahren verstanden, wird man leicht für den jeweiligen Markt auf dem man tradet, die relevanten Muster selbst feststellen können. Daher enthält diese Seite nur zwei Elemente: Einige Beispiele von wichtigen Kombinationen von Fibonacci-Retracements und Fibonacci-Projektionen. Das Schmetterlingsmuster von Bryce Gilmore, das neben dem wichtigsten Gartley-Muster das wohl sicherste Einzelsignal der technischen Analyse ist.
In den allermeisten Fällen lassen sich die gesamten Bewegungen eines Tages durch Fibonacci-Verhältnisse erfassen. Es ist zu beachten, daß die Retracements und Projektionen sich nicht immer auf die jeweils vorangegangene Bewegung beziehen. Man benötigt also etwas Phantasie, um die Zusammenhänge zu erfassen. Manchmal kommt es aber auch vor, daß sich ein bestimmter Wendepunkt durch mehrere Fibonacci-Verhältnisse erklärt. Zum Beispiel enden die Kurse auf einem Niveau, das sowohl ein 0,786-Retracement der Bewegung von 1 ist als eine 1,618-Projektion.
Klassische Chart-Formationen, Fibonacci-Projektionen und Retracements
Es ist wenig bekannt, daß die Formationen der klassischen Chart-Analyse, wie Dreieck, Kopf-Schulter- Formation, usw., ebenfalls den Fibonacci-Verhältnissen gehorchen. Die Kenntnis dieser Tatsache versetzt den Trader in die Lage, diese Formationen viel genauer analysieren zu können und Ausbrüche zu bestimmen. Die Formationen werden im Berech der Technischen Analyse dargestellt.
Als ein Beispiel von vielen wird nun im folgenden die Vorgehensweise anhand der Formation „Three Drives to a Top“ (Drei Schwünge zum Gipfel) dargestellt. Ähnlich sind die Verhältnisse auch bei „Three Drives to a Bottom. „Three Drives to a Top“ wurde gewählt, weil diese Formation beim Daytraden sehr häufig ist und oft übersehen wird. Auch alle anderen Formationen lassen sich auf diese Weise analysieren und für das Traden sicherer machen.
Gartley 222
Diese Gartley-Formation wurde ausführlich bereits besprochen (von Seite 222 seines berühmten Buches aus dem Jahr 1935). Diese Besprechung wird hier nicht wiederholt, vielmehr wird sie hier nur bildlich dargestellt, wie sie sich zusammensetzt aus der Kombination von Fibonacci-Projektionen mit Fibonacci-Retracements. Wie gesagt, kommt dieser Gartley-Formation eine besondere Bedeutung zu wegen ihrer hohen Trefferquote von 75%, auch in den modernen Märkten, die nur von der unten besprochenen Schmetterlingsformation erreicht wird.
Schmetterlings-Muster (Butterfly)
Das Schmetterlingsmuster (Butterfly) ist ein neueres Muster, entwickelt von Bryce Gilmore. Es hat eine ähnlich hohe Trefferquote, wie das klassische Muster Gartley 222. Im Gegensatz zu diesem Muster sind hier die Fibonacci-Verhältnis variabel. Entscheidend ist die Form, sie erinnert an Schmetterlingsflügel, wenn man die Dreiecke betrachtet, die die Kursbewegung bildet.

Es wurden typische Fibonacci-Verhältnisse gewählt, die in der Schmetterlingsformation häufig vorkommen, es könnten aber auch andere gewählt werden. Der Butterfly-Up bildet sich nach einem Abwärtstrend nach einer Bodenbildungsformation, die Kurse werden steigen. Der Butterfly-Down bildet sich nach einem Aufwärtstrend als Top-Formation, die Kurse werden fallen.