Daytrading

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Buch: Daytrading
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Datum: Mittwoch, 4. März 2026, 06:26

Daytrading mit drei Zeitrahmen

Man muß zunächst eine sinnvolle Zeitrahmenkombination wählen, was natürlich von den eingesetzten Techniken abhängt, aber auch von der Höhe der Kommission, denn bei hohen Kommissionen lohnt es sich nicht, in sehr kurzen Zeitrahmen zu traden. Nehmen wir als Beispiel an, jemand würde in 2-Minuten-Charts traden, dann könnte er als anderer Zeitrahmen 10-Minuten-Charts und Stunden-Charts hinzunehmen.

Der längste Zeitrahmen (mit dem Trend)

Dieser legt den langen Trend fest und dient dazu, einen Vorteil zu erzielen gegenüber den meisten Tradern, die nur in sehr kurzen Zeitrahmen denken, also zum Beispiel wenn sie mit 2 Minuten traden, allenfalls noch fünf und zehn Minuten hinzunehmen.

Auf diesen langfristigen Zeitrahmen werden jetzt Trendfolgeindikatoren angewendet, zum Beispiel der MACD oder einer der modernen Indikatoren, etwa das Ultra-Smooth-Momentum. Man sollte in jedem Fall den benutzten Indikator sehr gut kennen, um unterscheiden zu können zwischen wichtigen und unwichtigen Signalen.

Der mittlere Zeitrahmen (gegen den Trend)

Im mittleren Zeitrahmen sollten wir auf eine Welle warten, die sozusagen gegen die Flut, also gegen den längeren Zeitrahmen geht. Eine Möglichkeit hierzu wäre die Verwendung von Oszillatoren. Sie sollten gegen den Trend im Stundenchart in den anderen Extrembereich gestiegen oder gefallen sein und mittlerweile sollte sich schon wieder eine Wende andeuten hin in Richtung Trend des Stundencharts, allerdings noch nicht vollzogen, dann wäre es nämlich meist schon zu spät.

Wichtig ist hierbei, daß die verwendeten Oszillatoren sehr schnell reagieren, zum Beispiel ist der RSI weniger geeignet, da er relativ langsam agiert.

Der kleinste Zeitrahmen (wieder mit dem Trend)

Im 2-Minuten-Chart werden dann die eigentlichen Trades gemacht. Es kommt darauf an, daß wir hier jene Punkte identifizieren, wo die Bewegung in Einklang ist mit dem übergeordneten Trend im Stundenchart und wo der 2-Minuten-Chart den 10-Minuten anführt bei seinem Einschwenken auf diesen alten Trend. Wir wollen also möglichst früh das Ende der Korrekturen erreichen.

Man kann hier alle Verfahren anwenden, die schnell funktionieren, man kann allerdings hier auch ganz auf Indikatoren verzichten und mit Buy-oder Sell-Stops arbeiten. Wollen wir zum Beispiel long gehen, also kaufen, dann würden wir uns bei dem Preis in den Markt stoppen lassen, der oberhalb des Korrekturniveaus liegt im 10-Minuten-Chart, usw.

Die Verwendung der modernen Indikatoren

Man kann dieses System, das mit drei Trends arbeitet, vielfältig variieren, zum Beispiel indem man moderne Indikatoren einsetzt. Hier müssen wir nicht notwendigerweise nur einen Oszillator durch einen besseren zu ersetzen, sondern man kann auch völlig neue Indikatoren nehmen, zum Beispiel kann man die Erschöpfungsbars in den drei Zeitrahmen gegeneinander filtern, dann muß man das System etwas verändern, wir müßten abwarten bis gleichzeitig im 2-Minuten und im 10-Minuten-Chart die Bars auftreten in Richtung der noch laufenden Bewegung im Stundenchart, usw.

Weiterhin können wir die einzelnen modernen Indikatoren gegeneinander filtern, wir können neuronale Netze einsetzen, usw. Besonders wichtig ist auch, besonders für den 10-Minuten-Chart, die Verwendung des Predikt-Indikators.

Murrey-Math beim Daytrading

Beim Daytraden kommt es vor allem darauf an, verschiedendste Informationen miteinander zu kombinieren. Marktstimmung und eintreffende News müssen zusammengebracht werden mit dem konkreten Kursverhalten, Nachbarmärkte und Indikatoren müssen berücksichtigt werden, usw. Dadurch, daß Murrey-Math im Vorhinein wichtige Widerstands- und Unterstützungslinien festlegt, und diese in einer viel größeren Zahl als dies früher möglich war, noch dazu in verschiedenen Zeit- und Preisräumen, ergeben sich viel mehr Anhaltspunkte, um das Marktverhalten zu analysieren und die zukünftige Marktrichtung zu prognostizieren.

Man kann auf diese Weise das Verhalten der Kurse viel besser verstehen. Die anderen Elemente, die Zeitlinien, Konfliktgebiete, usw. ,bieten zusätzliche, bisher nicht zur Verfügung stehende Informationen, auch Intraday. Dadurch entsteht ein Raster innerhalb dessen man das Kursgeschehen im Tagesverlauf und in kurzen Zeiträumen sehr intensiv analysieren kann. Kombiniert man Murrey-Math mit anderen Indikatoren, so erhält man außerwöhnlich hohe Trefferquoten, die anders nicht zu erzielen wären. Die Murrey-Mathematik ergibt auch sehr gute Signale beim Options-Daytrading.

Erstellung des Trading-Raumes

Murrey nimmt in der Regel eine Vierteilung der Trading-Zeit vor. Man erhält also vier Quadrate beim Future-Traden im Tagesverlauf. Bei den gewählten Preis-Oktaven sollte man darauf achten, daß man zwar eine relativ kleine geeignete wählt für das Traden, aber zumindest noch einen größeren Zeitrahmen wählt oder sogar zwei, und auch eine größere Preis-Oktave beachtet. Man kann auf diese Weise das Verhalten der Preise wesentlich besser analysieren. Das obere Diagramm benutzt den gesamten Tag als Trading-Raum und ist geeignet für 15-Minuten-Charts und Stundencharts. Bei 5-Minuten-Charts würden wir den Tagesraum teilen.

Zeitlinien beim Daytraden

Wie im obigen Beispielchart zu sehen ist, haben die Märkte die Tendenz, auf den Achtel-Linien, sowie auf den Halbierungspunkten zu wenden. Dies geschieht mit großer Regelmäßigkeit, beim S&P ungefähr in 90% der Fälle. Allerdings sind die Wenden selten so ausgeprägt, daß sie sich wirklich für das Traden lohnen würden, es sei denn, man ist in der Lage mit dem entsprechenden finanziellen Einsatz sehr kurzfristig zu scalpen.

Für den durchschnittlichen Trader empfiehlt es sich jedoch, keineswegs alle Wenden zu traden, sondern diese nur als zusätzliches Hilfsmittel zur Kursbeobachtung zu nehmen zusammen mit den anderen Murrey-Komponenten und Indikatoren. Wichtige Wenden werden durch entsprechende Oszillatoren-Werte gekennzeichnet, durch Signale der Kerzen, durch das entsprechende Verhalten des Kurses an den Murrey-Linien, durch Länge und Steilheit des Moves, durch das Durchbrechen von Momentum-Linien, usw.

Oszillatoren und Murrey-Math

Grundsätzlich sind alle Oszillatoren geeignet, besonders natürlich jene, die ziemlich sicher auf bevorstehende größere Wenden hinweisen. Bewährt haben sich zum Beispiel Oszillatoren, die auf der Differenz zweier GDs beruhen, man kann aber auch einfach die Abstände zwischen zwei GDs und Kursen vergleichen, was auch ein Zeichen für überkauft oder überverkauft ist, o. ä.

Daneben besteht die Möglichkeit den Oszillator, mit dem man gern arbeitet, selbst mit Murrey-Math zu analysieren. Im folgenden Beispiel etwa wird der RSI im Tageslauf mit Murrey-Math analysiert und man sieht, daß vor allem die Diagonalen der Quadrate wichtige Wendepunkte kennzeichnen. In jedem Fall wird auf diese Weise eine neue Dimension in der Indikatorenbetrachtung geschaffen.

News und Murrey-Math

Typischerweise führen News zu heftigen Bewegungen im Tagesverlauf. Sehr häufig gehen sie zunächst in die „falsche“ Richtung, das heißt es kommt zu einer kurzen Bewegung, die sehr steil ist, wonach die Kurse dann im weiteren Verlauf des Tages überwiegend in Gegenrichtung tendieren. In der Mehrzahl dieser Fälle geben die Zeitlinien hier einen starken Hinweis. Steigen zum Beispiel die Kurse während einer Greenspan-Rede steil an, so kann man darauf wetten, daß beim Erreichen des nächsten Wendesignals, sei es auf einer Achtel-oder einer Sechszehntel-Zeitlinie, die Gegenbewegung einsetzen wird.

Dies ist besonders dann sicher, wenn die Bewegung sehr steil und ungewöhnlich heftig ist. Natürlich, es gibt Fälle, in denen die Kurse weitergehen, wenn auch nicht mehr so steil, aber man muß eben hier die Kerzen beachten. Die Gegenbewegung setzt normalerweise mit kürzeren Kerzen ein, das heißt man hat noch genügend Zeit, die Gegenbewegung zu traden. Die Kerzenmuster geben zusätzliche Hinweise auf eine bevorstehende Wende.

Lost Motion beim Daytraden

Die Lost Motion wurde schon bei Gann besprochen. Nehmen wir als Die Lost Motion beträgt hier 0,488; also 2/8. Dies errechnet sich wie folgt: Teilt man 1000 zweimal durch 8, erhält man 15,625; wiederholt man dies zweimal, so erhält man für eine Achtellinie 0,244. 0,488 sind also 2/8 der vierten Unter-Oktave von 1000. Es ist wichtig, auch die größeren Oktaven als die vierte zu beachten, vor allem auch deshalb, weil es im Dow und im S&P einen wichtigen 4-Tages-Zyklus gibt. Die Märkte haben alle vier Tage die Tendenz, die Richtung zu wechseln. Dies kann man mit den größeren Oktaven dann besser erkennen.

Zusammenspiel zwischen Murrey-Linien und Fibonacci

Geben die Kerzencharts an einer Murrey-Linie Wendesignale, dann empfiehlt es sich, neben anderen Indikatoren, auch die Fibonacci-Verhältnisse zu betrachten. Man sollte hier nicht nur die Retracements beachten, sondern auch verschiedene Fibonacci-Extensionen und -Projektionen. Allgemein verhält es sich beim Traden, ganz besonders beim Daytraden so, daß die Gewinnwahrscheinlichkeit eines Trades sehr stark ansteigt, wenn mehrere Signale vorhanden sind. Natürlich nur dann, wenn sie aus verschiedenen Quellen kommen. Verschiedene Oszillatoren, die das Gleiche zeigen zum Beispiel, erhöhen die Trefferquote nicht. Stimmen dagegen Kerzencharts mit Murrey-Signalen und Fibonacci überein, dann ist die Trefferquote schon extrem hoch.

Speed-Resistance-Linien und Momentum-Linien beim Daytraden

Die Bedeutung der Speed-Resistance-Linien ist beim Daytraden stark erhöht. Dies hat zwei Gründe.
Zunächst einmal wenden die Kurse hier häufiger als bei Tages-oder Wochencharts, wie auch z. T. aus dem obigen Beispielchart zu erkennen ist. Praktisch jedes Mal, wenn im Tagesverlauf die beiden wichtigen Speed-Resistance-Linien berührt werden, zeigen die Kurse eine Wende oder zumindest eine deutliche Reaktion.

Weiterhin ist es beim Daytraden wichtig, immer auf die Geschwindigkeit der Kurse zu achten. Man kann Normalgeschwindigkeit und überhöhte und zu langsame Geschwindigkeit nicht nur über die Momentum-Linien feststellen, sondern auch, wenn man die Parallelität einer Kursbewegung zu einer Speed-Resistance-Linie feststellt. Auch den Momentum-Linien kommt eine erhöhte Bedeutung zu, da natürlich Trendbrüche im Tagesverlauf ebenfalls sehr wichtig sind, besonders wenn sie sich an Murrey-Linien ereignen und an Zeitlinien.

Konfliktgebiete und Daytraden

Für Tages-, Wochen- und Monats-Charts gilt, daß im Höchstfall zwei der fünf Konfliktgebiete eines Quadrats vom Kurs penetriert werden. Dieses Vermeiden betrifft jedoch in erster Linie die Close-Basis. Daher ist die Bedeutung für das Daytraden etwas geringer. Immerhin ist auch hier noch eine deutliche Tendenz festzustellen, die Konfliktgebiete zu umgehen.

Die geringere Bedeutung der Konfliktgebiete beim Daytraden ist jedoch von Mal zu Mal unterschiedlich ausgeprägt. Aktienindizes zum Beispiel verhalten sich bei Intraday-Charts, auch in kleinen Zeiträumen, fast so, wie auf Tages-oder Wochencharts, das heißt bei ihnen ist die Bedeutung der Konfliktgebiete ziemlich hoch.

Länge der Bewegung beim Daytraden

Die meisten Moves beim Daytraden sind gerade Achtel, das heißt die Bewegungen haben die Tendenz, zwei, vier oder sechs Achtel zu laufen. Man nimmt achtet also besonders auf die Lost Motion und nimmt die Vielfachen davon, beim Dow also auf 19,5 und auf 39,5; beim S&P auf 0,2444 und 0,48828, sowie auf Vielfache davon. Man wird zum Beispiel beim S&P-Future immer wieder Tage finden, wo ausschließlich Bewegungen von der Größe der Lost Motion oder von Vielfachen gemacht wird.

Der Waist beim Daytraden

Mit Waist bezeichnet man den Mittelpunkt von Kerzen. Relevant sind allerdings nur die Mittelpunkte von längeren Kerzen, sie ergeben zusätzliche Widerstands- und Unterstützungslinien und können wie eine Murrey-Linie behandelt werden. Man nimmt allerdings nicht exakt den Mittelpunkt, sondern einen mittleren Bereich. Daneben ergeben sich noch spezielle Regeln. Hat zum Beispiel der gestrige Tag eine längere Kerze gebracht und heute wird deutlich über dem mittleren Bereich dieser Kerze eröffnet, so kann man davon ausgehen, daß dies entweder ein Gap sein wird, die Kurse also weiter ansteigen bzw. absinken, wenn die Eröffnung darunter war, oder aber, daß es sehr schnell zum Reversal kommt. Weitere Regeln zum Waist befinden sich in den Büchern.

Eine etwas geringere Bedeutung als der Waist haben die Schultern des Vortages, also die Enden des Körpers der langen Kerze. Beide, sowohl Waist als auch Schultern, sollte man nur dann benutzen, wenn die Kurse sich nicht in der Nähe einer wichtigen Murrey-Linie befinden. Im allgemeinen reagieren sie darauf stärker. Der Waist wird vom Körper der Kerze berechnet, die Mitte, also nicht die Mitte des gesamten Bars. Er gilt nur für einen normalen Trading-Tag, die Kerze muß also groß sein, aber nicht extrem groß. Wir sollten ein schnelles Reversal bei Annäherung erwarten, sowie, wenn der Markt hier eröffnet oder schließt, ein Gap.

Das Volumen wird bei der Annäherung an den Waist abnehmen oder anwachsen. Ist das Volumen niedrig, bedeutet das, daß der Waist ignoriert wurde, er sollte angepasst werden. War die Kerze des Vortages sehr lang, besteht die Anpassung darin, daß man mehrere Waists berechnet. Funktioniert der 50%-Waist nicht, dann werden die Schultern des vorigen Trading-Tages als Waist benutzt. Bei einem Gap ist der Waist für den Tag nicht mehr gültig. Hält die Station auf einer Murrey-Linie, dann kann man diese sozusagen als den großen Waist betrachten und den 50%-Waist als kleinen Waist.

Zyklische Analyse beim Daytrading

Die traditionelle zyklische Analyse ist aber längerfristig ausgerichtet, denn je enger der Zeitrahmen gewählt wird, desto unklarer werden mathematisch gesehen und damit unberechenbarer, was einfach damit zusammenhängt, daß kleinere Zyklen weniger Kraft haben und von größeren häufiger dominiert werden, so daß ihr Rhythmus schlechter zutage tritt. Man sollte daher meinen, daß man sie vernachlässigen kann, dies ist aber nicht der Fall.

Der Grund liegt in der Schärfe der Hebel, auch kleinere Bewegungen können schon zu größeren Verlusten und Gewinnen führen. Daher empfiehlt es sich, auch die Zyklen im kurzen Zeitrahmen zu beachten, denn auch, wenn ein Zyklus zum Beispiel häufig ausbleibt, so führt dies zwar dazu, daß er mathematisch durch die Software nicht mehr nachweisbar ist, aber auch dieses Ausbleiben ist dann ein Signal, nämlich ein Trendsignal, das zeigt, daß ein höherer Zyklus die Kontrolle übernommen hat und sich tendenziell ein Trend entwickelt hat.

Ein zyklisches System

Wenngleich statistisch gesehen die Aktienmärkte eben nicht Mean Reverting (vgl. Volatilität) sind, gibt es doch einen gewissen Zyklus, der allerdings nur zunächst qualitativ zu benennen ist: der Markt hat die Tendenz zwischen einem relativen Tief und einem relativen Hoch hin und her zu pendeln. Dies kann man quantitativ so in den Griff bekommen, dass man vom tiefsten Close in X-Tagen und mit dem höchsten Close in X-Tagen arbeitet.

Das System eignet sich jedoch nicht so besonders gut für das Future-Traden. Es wird empfohlen mit geringfügig out-of-the-money-Optionen zu handeln, zum Beispiel auf den OEX. Das Future-Traden könnte die finanziellen Möglichkeiten übersteigen wegen grösseren Drawdowns. Die besondere Stärke des Systems liegt darin, dass sehr viele Trader Oszillatoren benutzen.

Die Psychologie, die jedoch hinter den oben dargestellten Zyklen steht, reagiert wesentlich schneller als die Oszillatoren. Wenn wir bereits im Markt sind, geben sehr viele Oszillatoren ein Signal, so dass eine gewisse Beschleunigung auftritt. Die Idee ist, dass der Markt sich so verhält, dass die Psychologie sich ändert, einige Tage nachdem ein Wechsel im Extrem aufgetreten ist. Der Vorteil des Systems liegt vor allem darin, dass er sehr oft grössere Bewegung erwischt.

Trading Regeln

Es werden hier nur die Kaufregeln besprochen, die Regeln für das Leerverkaufen (Shorten) sind analog im umgekehrten Sinn. Man verwendet sechs Tage (daher wäre es möglich, dass ein Bezug besteht zu den Mondphasen, wo sechs Handelstage etwa ein Viertel sind). Für den S&P wartet man auf einen Schluß unterhalb des tiefsten Preises der letzten sechs Tage, vor der Eröffnung des folgenden Tages plaziert man dann einen Buy-Stop und zwar beim höchsten Schluß der vorangegangenen drei Tage. Kommen wir nicht in den Markt, wird der Stopp am Ende des Tages zurückgenommen, wenn aber der Markt wiederum unter dem tiefsten Preis, der jetzt letzten sechs Tage schliesst, dann wird das Verfahren wiederholt.

Verschiedene Kurzzeitzyklen

Der 4-Tage-Zyklus nach Murrey
Auf drei aktive Tage folgt ein neutraler. Murrey ist der Meinung, daß dies durch den Erdmagnetismus hervorgerufen wird. Er empfiehlt daher mit Zeitrahmen zu arbeiten nicht nur bei seinen Murrey-Verfahren, sondern auch bei den Indikatoren, die es ermöglichen, diesen Zyklus erscheinen zu lassen.

Der Zyklus von 384 Minuten
Dieser Zyklus stammt auch von Murrey, er ist der Meinung, daß diese Zahl (abgeleitet von der siderischen Mondbewegung) in allen Zeitrahmen eine Rolle spielt, besonders bei Tagen, aber auch bei Minuten. Wichtig sind auch die 16tel, in diesem Fall 24 Minuten.

Der Gezeiten-Rhythmus
Er dauert 12,4 Stunden und betrifft auch Börsen, die nicht unmittelbar am Meer liegen, da die Anziehungskräfte des Mondes in analoger Weise auf die Erdoberfläche wirken. Ebenso wirken sie auf den Menschen ein und auch auf sein Nervensystem. Man sollte diese typische Verschiebung, denn 2 x 12,4 Stunden sind 24,8 Stunden und das ist länger als ein Tag, in den Märkten beachten. Man kann auch mit Gezeiten-Tabellen arbeiten.

Sonnenuntergang und Sonnenaufgang
Sowohl beim Sonnenuntergang als auch bei Sonnenaufgang aktiviert sich das Geschehen an den Börsen. Das läßt sich sehr gut bei den Devisen beobachten, die rund um die Uhr im Interbanken-Handel getradet werden, bei Aktien und Futures vor allem im nach- und vorbörslichen Handel. Hier zeigen sich häufig starke Veränderungen nach oben oder unten, diese Tendenz sollte man ausnutzen.

90-Minuten-Zyklus
Dieser Zyklus läßt sich auch im Dow statistisch nachweisen. Er hängt zusammen mit dem circadianen Mondzyklus. Er findet sich auch in der Schlafphase bei der REM (Rapid Eye Movement)-Phase. In der Wachphase, die für die Börsen relevant ist, wirkt sich der Rhythmus so aus, daß alle 90 Minuten die Kurse eine kleine Verschnaufpause machen. Dies ist besonders nützlich für Daytrader. Stagnieren der Kurse bedeutet hier meist, daß der Kurs noch weitergehen wird, wenn sie im Rhythmus dieses Zyklus auftreten.

Empirisch gewonnene Zyklen
Neben den obigen Zyklen, die mit ganz bestimmten externen Rhythmen zusammenhängen, gibt es empirisch gewonnene Zyklen, die also mathematisch extrahiert werden, vgl. die zyklische Analyse. Ein Beispiel ist ein 200-Minuten-Zyklus, schwankend zwischen 180 und 240 Minuten, der sich immer wieder im Yen zeigt mit Unterbrechungsphasen. Diese empirisch gefundenen Zyklen können zeitweise durch Überschneidungen von anderen Zyklen sich ergeben, daher neigen sie dazu zu verschwinden und irgendwann wiederzukehren.

Daytrading im Tagesverlauf

Der Tagesverlauf weist typische Rhythmen auf. Diese erklären sich teilweise aus biologischen Fakten, wie dem Mittagessen oder aus externen, wie der Häufigkeit und der Zeitpunkt von Nachrichten, usw. Teilweise lassen sie sich auch nicht erklären. Es ist zu beachten, daß für das Daytraden nicht nur diese Bewegung innerhalb des Tages wichtig sind, sondern die einzelnen Tagestendenzen. Diese werden beim Aktienmarkt besprochen. Es gibt einzelne Wochentage, die einen Aufwärts- oder Abwärtsbias haben, aber auch bestimmte Zeiten innerhalb eines Monats oder Tages mit positiven oder negativen Bias. Ein Zentralmotiv bei der Eröffnung und darüberhinaus auch im weiteren Tagesverlauf, ist das Jagen der Stops.

Der Taylor-Zyklus im Intraday-Bereich

Die Märkte haben sich heute so weit dynamisiert, daß an vielen Tagen der 3-Tage-Rhythmus von Taylor innerhalb eines Handelstages auftritt. Es handelt sich nicht um einen zeitlichen Rhythmus, sondern um einen Rhythmus, der durch die Bewegung der Insider und der Floor Trader hervorgerufen wird. Man geht praktisch so vor, daß man den Rhythmus (Kaufen, Verkaufen, Leerverkaufen)versucht, innerhalb des Tages anzuwenden. Auf diese Weise erhält man eine sinnvolle Gliederung des Tagesablaufs, am besten eignen sich hierzu 5-Minuten-Charts.

Ausgangspunkt ist immer der erste Trend gegen die Eröffnung, zum Beispiel eine deutliche Rallye nach einer tieferen Eröffnung, dies wäre die Kaufphase. Dann folgt eine Konsolidierung, die gleichzeitig verschiedene Stops jagt, dies wäre das Verkaufssignal, also das Signal zum Mitnehmen der Gewinne. Wenn dann am Nachmittag der Versuch eines weiteren Anstiegs scheitert und der Markt wieder zu den Tiefs zurückkehrt nahe der Eröffnung, wäre dies eben die Leerverkaufsphase.

Man versucht in der Eröffnung stets festzustellen, in welche Richtung diese drei Stufen ablaufen werden, wobei darauf zu achten ist, daß die Preise normalerweise zunächst in Gegenrichtung zur späteren Richtung sich bewegen. Man muß also immer auf Zeichen der Preiszurückweisung achten bei der ersten Bewegung nach dem Open. Hierzu verwendet man dann Bars mit einem kürzeren Zeitrahmen, zum Beispiel zwei Minuten. Schon das Zusammenfallen des Close eines 2-Minuten-Bars mit dem Hoch bzw. dem Tief in anderer Richtung, ist häufig schon das Zeichen, das die Gegenbewegung zu Ende geht und die Kaufphase beginnt.

Die Kaufphase kann natürlich auch nach unten gehen, gemeint ist immer der Anfangstrend. Die Kaufphase geht normalerweise nicht sofort in die Leerverkaufsphase über, sondern dazwischen liegt eine Seitwärtsbewegung von mindestens einer Stunde. Da die Bezeichnungen von Taylor etwas irreführend sind, da sie nur vom Aufwärtstrend ausgehen, ist es für praktische Anwendung besser, die Phasen mit I, II und III zu bezeichnen und in Gedanken den Tag in diese drei Phasen zu unterteilen.

11.00 Uhr- und letzte Stunde-Indikator

Die Empirie zeigt, daß die Bewegungen in der letzten Stunde sehr viel über den kurz- und mittelfristigen Trend aussagen, während die Bewegungen zwischen 11.00 Uhr und 12.00 Uhr New Yorker Zeit mehr etwas über den längerfristigen Trend aussagen. Die Wichtigkeit dieser beiden Phasen hängt damit zusammen, daß viele Trader die Eröffnungsphase vermeiden und erst gegen 10.30 Uhr beginnen, Positionen einzunehmen, dies aber spätestens um 12.00 Uhr erledigt haben, weil sie dann zum Mittag gehen.

Die letzte Stunde ist dadurch gekennzeichnet, daß die Spezialisten hier den Büchern den letzten Schliff verpassen, während die Daytrader aussteigen. Wichtig ist immer, wenn beide Indikatoren in die gleiche Richtung gehen. Dies ist immer ein Zeichen für längere Trends.

Mittagszeit

Da hier das Volumen stark austrocknet, muß man hier mit einem Gegentrend rechnen, der meist jedoch ziemlich schwach ausgeprägt ist. Wie in allen ausgetrockneten Märkten, so ist auch hier besonders auf die Lage der Stops zu achten. Denn bei niedrigem Volumen reizt das die Floor-Trader den Move in diese Richtung zu lenken. Man kann die Richtung vorhersagen, wenn man auf den Chart sieht und richtig erkennt, wo die nächsten größeren Stops liegen. In diese Richtung werden die Kurse sich dann bewegen, sind die Stops ausgelöst, werden sie wieder zurückkommen.

Man sollte die Bewegungen in der Mittagsphase nicht allzu ernst nehmen, meist scheitern sie. Dies gilt für Bewegungen, die zwischen 11 und 13 Uhr begonnen haben. Hat sich kurz nach 11.30 Uhr noch kein deutlicher Gegentrend entwickelt, werden die Bewegungen noch unzuverlässiger und ziemlich volatil.
Falls die typische Gegenbewegung in der Mittagsphase ausbleibt (geschieht meist nach einem starken Vormittagstrend), dann entwickelt sich der Gegentrend erst am frühen Nachmittag, jedenfalls nach 13.00 Uhr.

Typische Wendezeiten

Die Wendezeiten verändern sich mit der Zeit. Man muß also jeweils genau die vergangenen Tage beobachten. In den letzten zwei Stunden, besonders in den letzten 45 Minuten, hat der Aktienmarkt die Tendenz zum Trend, wenngleich in den letzten Minuten häufig unvorhersehbare Bewegungen auftreten wegen Gewinnmitnahmen. Ist dieser Trend sehr stark, wird er sich wahrscheinlich in den nächsten zwei Tagen wiederholen, da größere Kaufprogramme im Markt liegen.

Die wahrscheinlichste Zeit für das Tages-Hoch liegt entweder gleich kurz nach dem Open, wenn es ein Abwärtstag ist, oder zwischen 12.30 Uhr und 14.00 Uhr amerikanischer Zeit.

Marktsymmetrie

Die Wendepunkte lassen sich durch die Preisbewegungen sinnvoll ersetzen. Normalerweise besteht die Symmetrie, das heißt eine Trendbewegung am Vormittag sagt in ihrer Länge und Dauer etwas aus über die am Nachmittag. Man kann also den sog. Measured Move sinnvoll anwenden.

Der frühe Vogel fängt den Wurm

Die meisten Hochs und Tiefs werden in der ersten oder letzten Stunde gemacht. Daher ist das Traden am Vormittag relativ risikolos, trotz der schnellen Bewegung: Denn man verläßt nach wenigen Minuten den Markt, wenn man nicht sofort in den Profit läuft. Noch günstiger ist es, in einem solchen Fall zu drehen und die Zahl der Futures zu verdoppeln. Bei dieser Technik wird man im Monat zwei bis drei Tage finden, die mit Verlust enden, weil man zweimal oder dreimal so ausgestoppt wird.

Auf die Dauer zahlt es sich jedoch aus, da man an der großen Mehrzahl von Tagen im Gewinn sein wird. Einen zusätzlichen Hinweis, ob der Trade Erfolg haben wird oder nicht, gibt die Ausführung: Eine schlechte Ausführung, also eine hohe Slipage, deutet meist auf eine Gewinntrade, eine günstige auf einen Verlusttrade. Die erste Range, die in der Eröffnungsphase gebildet wird, ist wiederum Ziel von Stop-Jägern. Es wird also mehrfach falsche Ausbrüche geben, vor allem, wenn es am Vortag eine starken Trend gab und der Markt sich jetzt wieder etwas beruhigt hat.

Die Kunst des Vormittags-Tradens liegt also vor allem darin, die Indikatoren sehr genau zu beherrschen, um falsche Breaks herausfiltern zu können. Das Schwierigste ist das Traden kurz nach dem Open in den ersten zehn Minuten, jedoch ergibt sich 20-30 Minuten nach der Eröffnung eine zweite Chance: Hier entwickelt sich der erste wirkliche Trend in den meisten Fällen. Diese Trendbewegung dauert meist etwas mehr als eine Stunde, worauf dann langsam schon die Mittagsphase beginnt, die von einem trendlosen Verhalten gekennzeichnet ist und vielem Jagen von Stops.

Der Eröffnungspreis bildet an vielen Tagen eine zentrale Linie, um die besonders am Vormittag die Kurse fluktuieren. Man muß dann also auch lernen mit den Indikatoren in Seitwärtsbewegungen umzugehen und die richtige Ausbruchsrichtung zu erwischen. Vielleicht das wichtigste Motiv beim Vormittagstrade besteht darin, das Gesamtmuster zu erkennen, das der Tag bilden wird. Ausgangspunkt ist die Opening Range, die Entwicklung daraus, den jeweiligen Zustand der Indikatoren, usw. Je größer die Opening Range ist, desto wahrscheinlicher ist es, daß der Tag volatil hin und her gehen wird.

Die größeren Trend-Tage haben entweder eine sehr kleine Opening Range oder machen schon einen Großteil der Bewegung direkt an die Eröffnung anschließend, ohne direkt zurückzukommen. Hilfreich bei der Beurteilung des sich entwickelnden Tages ist immer der Umstand, daß an den meisten Tagen ein Extrem des Bars am Vormittag gemacht wird. Ein weiteres Motiv ist die zeitliche Lage der News. Das sind nicht nur die News, die den Aktienmarkt insgesamt betreffen, wie Fed-Veröffentlichungen oder Konjunkturmeldungen, sondern auch Neuigkeiten von größeren Firmen, die eine Ausstrahlung auf Branchen haben, die dann wieder den Dow oder den Nasdaq bewegen können, usw.

Ein weiterer Schlüsel, besonders am frühen Vormittag, ist die Zeit, die Rallyes und Korrekturen benötigen. Eine Korrektur gegen den Trend sollte hier in der Regel nicht länger als 25 Minuten dauern, meist weniger. Dauert sie länger, so besteht eine große Wahrscheinlichkeit, daß der Trend gewendet hat. Auch gibt es so gut wie niemals längere Seitwärtsbewegungen am frühen Vormittag und auch selten am späten. Man sollte also eine Bewegung, auch wenn die eigenen Stops noch nicht ausgelöst sind, nie länger als 15-20 Minuten gegen sich laufen lassen oder seitwärts.

Dagegen dauern die Trendbewegungen meist länger, 25-40 Minuten, bevor Gewinnmitnahmen auftreten. Aufgrund der Kürze der Bewegung empfiehlt es sich auch, am Vormittag mit kleineren Charteinheiten zu arbeiten als am Nachmittag. Ein weiteres Merkmal am Vormittag ist die Schnelligkeit der Bewegung. Diese setzt die Bereitschaft zum Drehen der eigenen Position voraus, sowie eine entsprechende Mentalität, um Erfolg zu haben.

Hilfreich ist es auch, wenn man von vorhinein von bestimmten Einstiegs- und auch Ausstiegspunkten ausgeht und diese gleich an den Markt gibt. Viele Trader zögern mit Ausstiegspunkten zu arbeiten, wenn sie im Gewinn sind, weil sie sich ärgern, Geld liegen zu lassen. Auf Dauer zahlt es sich jedoch aus, denn der häufigere Fall ist einfach der, daß es zu einem Reversal kommt und der Großteil der Gewinne wieder verschwindet. Für die Gewinnziele bietet sich die Beachtung der Marktsymmetrie an.